Sumō
Sumō (相樸, jap.) ist eine ursprünglich aus Japan kommende Form des Ringkampfs. Der Begriff geht zurück auf japanisch sumō zu sumafu (dt. sich wehren).
250px|right|Sumo-Kampf Die Anfänge dieses Zweikampfs gehen bis ins 7. Jahrhundert zurück. Ziel des Kampfes ist es, den Gegner aus einem sandbedeckten, mit einem Strohseil abgesteckten Kreis von 4,50 m Durchmesser zu drängen, oder ihn so aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass er den Boden mit einem anderen Körperteil als den Fußsohlen berührt. Ein einzelner Kampf dauert meist nur einige Sekunden, auf einem typischen Turnier finden dafür aber mehrere hundert Kämpfe statt.
Da dabei ein hohes Eigengewicht von Vorteil ist und es im Profi-Sumo keine Gewichtsklassen gibt, sind Sumokämpfer in der Regel sehr schwergewichtig (ab etwa 120 bis über 200 kg; der schwerste Sumokämpfer aller Zeiten, der Hawaiianer Konishiki, hatte bei einer Größe von 1,84 m ein Kampfgewicht von bis zu 288 kg!). Darum ist Sumokämpfer eine umgangssprachliche Metapher für Menschen mit besonderer Körperfülle. Jedoch müssen die Kämpfer dabei gleichzeitig durchaus auch sehr beweglich und muskulös sein; sie werden auch als Rikishi (wörtlich: Kraftmensch) bezeichnet.
In Japan wird die Sportart kommerziell und professionell betrieben. In speziellen Sumo-Schulen werden Knaben zu Sumokämpfern herangebildet. Die erfolgreichsten genießen hohes gesellschaftliches Ansehen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat Sumo auch außerhalb Japans Anhänger und Sporttreibende gefunden. Bei Weltmeisterschaften der sogenannten Amateure -- das heißt aber nur "ohne die in japanischen Sumoschulen ausgebildeten Profis" -- wird in Gewichtsklassen gekämpft, so dass das Körpergewicht eine untergeordenete Rolle spielt.
Viele Kampftechniken des heutigen Sumo wurden während des letzten Jahrhunderts vom Judo abgeleitet. Besonders europäische Amateurkämpfer wechseln daher häufig vom Judo zum Sumo.
thumb|250px|right|Sumo-Rangliste (Banzuke)
Die oberste japanische Sumo-Liga ist die Makuuchi-Division. Sie ist in mehrere Kampfklassen unterteilt, nämlich (von unten nach oben):
Die Kämpfer im Maegashira-Rang sind nach Leistungsniveau durchnummeriert, außerdem wird in allen Rängen zwischen einer Ost- und Westgruppe unterschieden, wobei bei ranggleichen Kämpfern der aus der Ostgruppe als höherwertig gilt. Dabei haben die Himmelsrichtungen nichts mit der Herkunft der Kämpfer zu tun, sondern bezeichnen üblicherweise den Gebäudeflügel, in dem die ihre Kabinen liegen. Die Kämpfer der unteren Liegen sind auch nach Leistungsniveau durchnummeriert. Die unteren Ligen sind in aufsteigender Reihenfolge:
- Jonokuchi
- Jonidan
- Sandanme
- Makushita
- Juryo
Die Kämpfer der Juryo und der Makuuchi werden auch Sekitori genannt und kämpfen an allen 15 Tagen eines der sechs Basho eines Jahres. Die Kämpfer der Ligen Jonokuchi bis Makushita kämpfen nur an 7 Tagen. Wenn ein Ringer mehr Siege als Niederlagen in einem Basho erreicht (kachi-koshi) dann steigt er in der Banzuke genannten Rangliste auf. Bei mehr Niederlagen als Siege (make-koshi) steigt er ab. Einzige Ausnahme sind die ranghöchsten Kämpfer: Yokozuna bleibt man auf Lebenszeit und scheidet nur durch Rücktritt aus dem aktiven Sumo aus.
Sumoturniere
- Hatsu-Basho: Jahresanfangsturnier; Januar in Tokio
- Haru-Basho: Frühjahrsturnier; März, in Ōsaka
- Natsu-Basho: Sommerturnier; Mai, in Tokio
- Nagoya-Basho: Juli, in Nagoya
- Aki-Basho: Herbstturnier; September, in Tokio
- Kyushu-Basho: November, in Fukuoka
Weblinks
- Einführung in Regeln, Begriffe und Kultur des Sumo
- Sumo-Seite der Uni Saarbrücken
- Sumo-Info
- Deutsches Sumo-Forum
- Nihon Sumo Kyokai Official Grand Sumo Home Page (Japanischer Sumoverband)
