Unitäre Matrix

Als unitäre Matrix bezeichnet man in der Mathematik eine komplexe quadratische Matrix U \in \mathbb{C}^{n\times n} für die ihre hermitesch adjungierte Matrix U^{\rm H}:=\overline{U}^{\rm T} mit ihrer Inversen übereinstimmt, also die Beziehung

UUH = UHU = I

gilt.

Solche Matrizen sind immer normal und daher diagonalisierbar.

Unitäre Matrizen mit reellen Koeffizienten heißen orthogonal, anders gesehen sind sie das komplexe Analogon zu orthogonalen Matrizen.

Das Produkt UV zweier unitärer Matrizen U und V ist ebenfalls wieder unitär:

\left(UV\right)^{-1}= V^{-1} U^{-1}=\overline{V}^{\rm T}\overline{U}^{\rm T}=\left(\overline{UV}\right)^{\rm T}

Ist U eine unitäre und A eine idempotente Matrix, also AA = A, so gilt für B: = UAUH die Beziehung

BB = UAUHUAUH = UAAUH = B;

B ist also ebenfalls idempotent.

Unitäre Matrizen U beschreiben Kongruenzabbildungen, also längen- und winkeltreue Abbildungen; insbesondere lassen sie Skalarprodukte invariant:

\langle U\mathbf{x},U\mathbf{y}\rangle=\langle x,y\rangle.

Daraus folgt, dass alle Eigenwerte unitärer Matrizen den Betrag 1 haben müssen: Sei λ ein Eigenwert und \mathbf{x}\neq\mathbf{0} ein dazugehöriger Eigenvektor, also U\mathbf{x}=\lambda\mathbf{x}. Dann gilt

\langle\mathbf{x},\mathbf{x}\rangle = \langle U\mathbf{x},U\mathbf{x}\rangle = \langle\lambda\mathbf{x},\lambda\mathbf{x}\rangle = \lambda\overline{\lambda}\langle\mathbf{x},\mathbf{x}\rangle,

Division durch \langle\mathbf{x},\mathbf{x}\rangle liefert | λ | = 1.

Die Determinante einer unitären Matrix hat ebenfalls den Betrag 1, denn

1=\det(I)=\det(UU^{\rm H})=\det(U)\overline{\det(U)}.

Die Menge aller unitären Matrizen der Ordnung n bildet die unitäre Gruppe U(n). Die Untergruppe der unitären Matrizen mit Determinante 1 heißt spezielle unitäre Gruppe SU(n).

See also: Unitäre Matrix, Determinante, Diagonalmatrix, Eigenvektor, Eigenwert, Glossar mathematischer Attribute, Inverse Matrix, Komplexe Zahlen, Kongruenzabbildung, Mathematik