United Nations Operation in Somalia I

Die Operation der Vereinten Nationen in Somalia I (englisch: United Nations Operation in Somalia I, UNOSOM I) war ein Einsatz der UNO in Somalia von April 1992 bis März 1993. Die Mission lief zunächst unter der Bezeichnung UNOSOM bevor diese durch UNOSOM II abgelöst wurde.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Ab November 1991 gab es schwere Kämpfe in der somalischen Hauptstadt Mogadischu zwischen bewaffneten Gruppen, die mit General Mohammed Farah Aidid verbündet waren oder zu Ali Mohamed Mahdi gehörten, dem eingesetzten Überganspräsidenten, und weiteren Parteien. Zusätzlich zu den Kämpfen in Mogadischu gab es einen Konflikt in Kismayo, und im Nordwesten des Landes versuchten lokale Führer ein unabhängiges "Somaliland" zu gründen. Das Land als Ganzes war ohne irgendeiner Form einer Zentralverwaltung. Überfälle durch Banden waren weit verbreitet.

Die Kämpfe die folgten, mit Clans und Unter-Clans in den losen Bündnissen, ohne zentrale Steuerung, fanden in einer Zeit einer starken Dürre statt. Diese Kombination war für die Bevölkerung verhängnisvoll. 1992 waren fast 4.5 Millionen Leute, mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Land, durch den Hungertod, Unterernährung und durch Krankheiten bedroht. Insgesamt wird geschätzt, dass 300.000 Menschen, darunter viele Kinder, starben. Etwa 2 Millionen Menschen flohen entweder in Anliegerstaaten oder anderswohin innerhalb Somalias.

UN Resolutionen

Vor diesem Hintergrund erließ im Januar 1992 der UNO-Sicherheitsrat einstimmig die Resolution 733(1992) unter Kapitel VII der UN-Charta und legte Somalia ein allgemeines und komplettes Waffenembargo auf. Am 17. März 1992 erließ der Sicherheitsrat einstimmig die Resolution 746(1992), die die Dringlichkeit der Fortsetzung der humanitären Arbeit in Somalia enthielt und die Entscheidung des Generalsekretärs ein technisches Einsatzteam zu schicken unterstützte. Die Resolution 751(1992) schließlich ermächtigte die UNO 50 Militärbeobachter in das Land zu entsenden und zunächst 500 Sicherheitskräfte, sogenannte Blauhelme.

Missionsdaten

Das Hauptquartier der Mission befand sich in Mogadishu. Das Team bestand aus 50 militärischen Beobachtern, 3.500 Sicherheitskräften, bis zu 719 Personen logistischer Unterstützung und etwa 200 internationalen, zivilen Mitarbeitern. Die Kosten der Mission betrugen $42.931.700.

Funktion der Mission

Eingesetzt wurde die Mission, um den Waffenstillstand in Mogadischu zu überwachen und Schutz und Sicherheit für UNO Personal, Ausrüstung und Versorgungsmaterialien an den Seehäfen und den Flughäfen in Mogadischu zu gewähren. Dazu gehörten die eskortierten Anlieferungen der humanitären Versorgungsmaterialien von dort zu den Auslieferungslagern in der Stadt und in ihrer direkten Umgebung. Im August 1992 wurde die Vollmacht und Stärke der Mission vergrößert, um es zu ermöglichen, humanitäre Konvois und Auslieferungslager in ganz Somalia zu schützen.

Im Dezember 1992, nachdem sich die Situation in Somalia weiter verschlechterte, autorisierte der Sicherheitsrat Mitgliedsstaaten die sogenannte Unified Task Force (UNITAF) zu bilden, um eine sichere Umgebung für die Gewährung der humanitären Unterstützung herzustellen. UNITAF arbeitete in der Koordination mit UNOSOM I, um die Ballungszentren der Bevölkerung zu sichern und sicherzustellen, dass humanitäre Unterstützung gegeben und verteilt werden konnte.

Das Mandat ging im März 1993 nach Erlass der UN-Resolution 814(1993) an die Mission UNOSOM II über.

Literatur

Weber, Mathias: "Der UNO-Einsatz in Somalia - Die Problematik einer humanitären Intervention" Denzlingen 1997

Zu weiteren UN-Missionen siehe: Portal Vereinte Nationen

See also: United Nations Operation in Somalia I, 17. März, 1991, 1992, 1993, Kismayo, Mogadischu, Mohammed Farah Aidid, Portal Vereinte Nationen, Somalia