Unterricht
Unterricht nennt man die Organisationsform, die einen Austausch von Wissen, Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten; also das Lernen ermöglichen soll.
Unterricht findet vorwiegend in einer Schule statt. Wissen und Kenntnisse können jedoch auch auf andere Weise transferiert werden, beispielsweise durch Vormachen und Erklären. Diese Art des praktischen Unterrichts ist nicht an eine Schule gebunden. Auch in Deutschland gibt es zunehmend mehr Familien, die sich entscheiden, ihre Kinder in Form des Homeschooling zu Hause selbst zu unterrichten.
An einer Universität findet der Unterricht in den Vorlesungen und Seminaren statt.
Schulunterricht
In Deutschland läuft der Schulunterricht in der Regel in 45-Minuten-Einheiten ab (Ausnahme: Epochenunterricht).
Der Unterricht kann sich aus verschiedenen Methoden zusammensetzen:
- Frontalunterricht
- Gruppenunterricht
- Einzelarbeit
- Partnerarbeit
- Projektarbeit
- Szenariomethode
- Zukunftswerkstatt
- siehe auch: Liste der Unterrichtsmethoden
Ein geschickter Einsatz und Wechsel der Methoden kann zu einem besseren Lernerfolg der Schüler führen, da durch einen Wechsel der Unterricht abwechslungsreicher wird und außerdem unterschiedliche Lerntypen angesprochen werden können.
Der Unterricht muss nicht unbedingt vom Lehrer geleitet werden, sondern kann auch in darauf trainierten Klassen von den Schülern selbst vorbereitet und durchgeführt werden (LdL=Lernen durch Lehren, EVA = Eigenverantwortliches Arbeiten). Kleinere vom Schüler moderierte Phasen lassen sich auch in traditionell geführten Klassen leicht einbauen und können zu einer erhöhten Motivation der Schüler führen.
Ein "Standardunterricht" könnte nach folgendem Muster aufgebaut sein:
- Formulierung des Stundenthemas zum Beispiel anhand eines Problems. Dieses Einstiegsproblem soll der Motivation dienen.
- Erarbeitungsphase: z.B. in Einzel- oder Partnerarbeit. Durch diese Sozialform ist es dem Lehrer ermöglicht, individuelle Hilfen zu geben; dieser wird zudem von Steuerungsaufgaben entlastet.
- Sammlungsphase: z.B. im Unterrichtsgespräch.
- Währenddessen: Dokumentation des Verlaufes an der Tafel.
- Ergebnissicherung: am besten verbale Zusammenfassung durch Schwächere, um einen Eindruck über das Verständnis zu bekommen
- Übungsphasen (gegebenenfalls)
- Hausaufgabe stellen, die den Stoff der Stunde aufgreift und zur Festigung beitragen soll
Die Wissenschaft der Didaktik liefert dabei dem Lehrer Begründungen für den Einsatz bestimmter Themen (Kurz: WAS? und WARUM DAS?), während die Methodik die Wirkung des Einsatzes verschiedener Lehrmethoden erforscht (Kurz: WIE? und WARUM SO?).
Im Referendariat wird Unterrichten durch Fachleiter und Mentoren mittels Erfahrungsaustausch erlernt und im Berufsleben sowie durch Vorschläge von Fortbildungen weiterentwickelt.
Die Schulstudien PISA und TIMSS stellen Forderungen über eine zu verändernde Unterrichtskultur auf. Einfache, aber wirksame Verbesserungen sind wahrscheinlich über eine Veränderung der Aufgabenkultur möglich.
Literatur
- Ginsburg, H. P.; Jacobs, S. F.; Lopez, L. S.: Teacher’s Guide to Flexible Interviewing in the Classroom – Learning What Children Know About Math, Boston (Allyn & Bacon) 1998, ISBN 0-205-26567-7
- Ruth Rustemeyer: Einführung in die Unterrichtspsychologie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004. ISBN 3-534-16262-5
Weblinks
Aufsätze und Lehrtexte des Schweizer Pädagogen und Pestalozzi-Spezialisten Arthur Brühlmeier:
- Prinzipien und Schritte einer Unterrichtsvorbereitung im Geiste Pestalozzis
- Der sprachliche Vortrag des Lehrers
- Grundsätze und Wege zur Steigerung der Bildungsqualität in der Volksschule
Karl-Heinz Flechsig:
