Uruk

Uruk (ca. 300 km südlich von Bagdad) war eine der ältesten sumerischen Stadtgründungen in Mesopotamien und ist heute eine bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte der Region.

Die Stadt lag zwischen Babylon und Ur am Fluss Euphrat. Als die Ägypter noch in Hütten wohnten, standen hier bereits mehrstöckige Wohnhäuser. In Uruk wurde die Zikkurat des Gottes An errichtet.

Gilgamesch war laut den sumerischen Königslisten von ungefähr 2652 v. Chr. bis 2602 v. Chr. hier König. Er vervollständigte die Unabhängigkeit Uruks und versah die Stadt mit Mauern.

Siehe auch: Zikkurat, Liste der Könige von Uruk

Übersetzung des Artikels aus der englischen Wikipedia

Uruk (sumerisch: Unug, arabisch: Warka, Griechisch-Römisch: Orchoë, in der Bibel: Erech), war eine alte Stadt Sumers und später Babyloniens. Sie lag östlich des heutigen Flußlaufs des in einer fruchtbaren Schwemmlandschandschaft etwa 300 km südöstlich Bagdad. Der moderne Name Irak leitet sich von Uruk her.

Uruk war eine der ältesten und bedeutendsten Städte Babyloniens. Seine Mauern sollen auf Befehl Gilgamesch gebaut worden sein. Von Gilgamesch behauptet man auch, er habe den berühmten Eanna-Tempel, in Auftrag gegeben. Der Tempel ist der Inanna, auch Ishtar genannt, geweiht. Seine umfangreichen und bis heute erhaltenen Tempelarchive der neubabylonischen Zeit dokumentieren seine soziale Bedeutung als Verteilungszentrum. In Zeiten des Hungers konnten Familien ihre Kinder dem tempel weihen (as oblates?)

Uruk spielte von Anbeginn eine bedeutende Rolle in der politischen Geschichte des Landes. Vor den Eroberungen des Sargon von Akkad war Uruk die Hegemonialmacht in Babylonien. Später spielte es eine bedeutende Rolle in den Kämpfen der Babylonier gegen das Reich Elam um 2000 v.Chr., bei denen es ernsthafte Verluste hinnehmen mußte. Erinnerungen an diesen Konflikt finden sich, literarisch aufgearbeitet, im Gilgamesch-Epos wieder.

Oppenheim behauptete

In Uruk, in Süd-Mesopotamien, erreichte die sumerische Zivilisation ihren kreativen Höhepunkt. Das erkennt man an den Verweisen auf diese Stadt in religiösen und speziell in literarischen Texten, auch mit mythologischen Hintergrund; die historische Tradition, wie sie in den sumerischen Königslisten überliefert wurde, bestätigt dies. Von Uruk ging der politische Schwerpunkt offensichtlich auf Ur über. (Zitat, überarbeiten?)

Nach den sumerischen Königslisten wurde Uruk von Enmerkar gegründet, welcher den offiziellen Königstitel aus der Stadt Eanna mitbrachte. Sein Vater Mesh-ki-ag-gasher "verschwand auf See". Andere historische Könige von Uruk sind Lugalzagesi (welcher Uruk eroberte) und Utuhegal.

Uruk wurde erstmals von einem deutschen Team unter Julius Jordan vor dem 1. Weltkrieg ausgegraben. Die Expedition kehrte 1928 nach Uruk zurück und führte weitere Ausgrabungen bis 1939 durch. 1954 und in den folgenden Jahren wurden mehrere systematische Ausgrabungen unter der Leitung von H. Lenzen durchgeführt. Diese Grabungen brachten verschiedene alt-sumerische Dokumente und eine größere Anzahl von Recht- und Lehrtafeln der Seleukiden-Zeit ans Tageslicht. Sie wurden von Adam Falkenstein und anderen deutschen (epigraphists) veröffentlicht.

Dammbau

Im regenarmen Mesopotamien wurde Wasser für den Ackerbau durch Kanäle und Dämme zu den Feldern geleitet. Es bestand immer die Gefahr, dass die Anlagen von Feinden zerstört wurden. Historiker sind der Ansicht, dass in Uruk etwa um 3000 v. Chr. eine Katastrophe durch einen Dammbruch stattgefunden hat. Die Schriftaufzeichnungen enden zu dieser Zeit plötzlich. Wahrscheinlich wurde der Damm absichtlich zerstört oder der Dammbruch war eine Folge der Kämpfe zwischen Sumerern und Semiten.

See also: Uruk, 2602 v. Chr., 2652 v. Chr., Archäologie, Babylon, Bagdad, Dammbruch, Euphrat, Gilgamesch, Liste der Könige von Uruk