United States Air Force
Die United States Air Force (USAF) ist die Luftwaffe der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Misson der USAF ist die „Verteidigung der Vereinigten Staaten durch die Kontrolle und Ausnutzung von Luft und All“.
Im Jahre 2004 sind der Air Force 377.000 Soldaten unterstellt, das ist rund ein Viertel der Gesamtstärke der US-Streitkräfte von 1,43 Millionen Menschen. Zum Inventar gehören rund 4.300 Flugzeuge, zuzüglich 1.700 Maschinen der Reservestreitkräfte. Die USAF unterhält weltweit 85 Air Force Basen (davon 72 auf US-Gebiet und acht in Europa), dazu noch einmal 82 kleinere Stützpunkte und fast ebensoviele Basen der Reservestreitkräfte.
Das Budget für das Haushaltsjahr 2005 umfasst 120 Milliarden US-Dollar, das entspricht 29 % des gesamten Verteidigungshaushalts von 408 Milliarden Dollar. Größte Einzelposten sind die Beschaffung von C-17-Transportern und F/A-22-Kampfflugzeugen (jeweils rund 4,1 Milliarden Dollar) und die Entwicklung der F-35 (2,2 Milliarden Dollar).
thumb|240px|Emblem der USAF
| Inhaltsverzeichnis |
Organisation
Die USAF ist die für den Luftraum und Weltraum zuständige Teilstreitkraft der US-Streitkräfte. An der Spitze ihrer militärischen Führung steht der Chief of Staff, USAF (Stabschef), der gemeinsam mit den Chefs der anderen Teilstreitkräfte zu den Joint Chiefs of Staff gehört, der militärischen Führungebene im US-Verteidigungsministerium (Department of Defense). Der Stabschef wird für in der Regel vier Jahre vom US-Präsidenten berufen und dient als Vermittler zwischen der Verwaltung und den Soldaten. Seit dem 6. September 2001 ist General John P. Jumper Stabschef der Luftwaffe.
Daneben bildet das Department of the Air Force (Ministerium der Luftwaffe) als Teil des Verteidigungsministeriums die oberste zivile Verwaltungsebene der USAF mit dem Secretary of the Air Force (Luftwaffenminister) an der Spitze.
Außerdem lässt sich unterscheiden zwischen:
- der eigentlichen Luftwaffe (Air Force)
- der Luftwaffe der Reserve (U.S. Air Force Reserve)
- und der Luft-Nationalgarde (Air National Guard)
Hauptkommandos
Die USAF ist in neun Hauptkommandos (major commands) unterteilt, die jeweils einen bestimmten Aufgabenbereich oder eine Region abdecken:
- Air Combat Command (ACC) – Angriff, Bombardierung, Aufklärung, Überwachung
- Air Education and Training Command (AETC) – Schulung, Training
- Air Force Materiel Command (AFMC) – Forschung, Technologie, Wartung, USAF-Museum
- Air Force Reserve Command (AFRC) – Luftwaffe der Reserve
- Air Force Space Command (AFSPC) – Raketen, Satelliten, GPS
- Air Force Special Operations Command (AFSOC) – Spezialeinsätze
- Air Mobility Command (AMC) – Lufttransport, Luftbetankung
- US Air Forces in Europe (USAFE) – Vertretung der USAF in Europa
- Pacific Air Forces (PACAF) – Vertretung der USAF im pazifischen Raum
Weitere Untergliederung
An der Spitze jedes Hauptkommandos steht ein Offizier im Generalsrang. Einem Kommando sind bis zu zwei nummerierte Luftwaffen (Numbered Air Forces) zugeordnet, von denen es 22 gibt. Diese bestehen wiederum aus mindestens zwei Wings. Eine Air Force Base der USAF ist typischerweise um eine solche Wing herum organisiert; größere Basen beherbergen entsprechend mehrere Wings oder eine Numbered Air Force. Die Wings setzen sich aus Gruppen (Groups) zusammen, denen jeweils ein bestimmter Flugzeugtyp zugewiesen wird. Flugzeuge und Personal einer Gruppe werden bei Einsätzen und Übungen in der Regel zusammen eingesetzt, also nicht auf verschiedene Missionen aufgeteilt. Unterhalb der Gruppe steht das Geschwader (Squadron), die grundlegende Einheit der amerikanischen Luftwaffe. Als Beispiel für diese Hierarchie gehören neun Transporter vom Typ Lockheed C-141 zum 730th Airlift Squadron, 452th Air Mobility Wing, 4th Air Force, Air Force Reserve Command.
Daneben existieren weitere organisatorische Unterteilungen.
Geschichte
Anfänge
Am 1. August 1907 stellte das US Army Signal Corps eine Abteilung für Luftfahrt auf. Seit dem Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs im Jahre 1865 bestand die Ausrüstung aus zehn Ballons.
Das erste Flugzeug wurde am 20. August 1908 getestet, der erste tödliche Unfall der Militärluftfahrt geschah am 17. September des selben Jahres, als Lt. Thomas E. Selfridge abstürzte. Am 2. August 1909 stellte das Signal Corps das erste Flugzeug offiziell in Dienst, eine Wright Model A, genannt Airplane No. 1. Ende Oktober 1912 gehörten neun einsatzfähige Luftfahrzeuge zum Bestand – Airplane No. 1 war da schon ans Smithsonian-Museum abgegeben worden.
Frühe Kampfflugzeuge
Die Wurzeln der USAF gehen auf um die Jahrhundertwende erfolgte Bemühungen zurück, neue Technologien zu bewerten. Im Januar 1905 erwägte das Kriegsministerium ein Angebot, das es von zwei Erfindern aus Dayton, Ohio erhalten hatte, die der Regierung eine Flugmaschine liefern wollten, die schwerer als Luft war. Die Tatsache, dass damals viele bezweifelten, dass Wilbur und Orville Wright wirklich ein funktionsfähiges Flugzeug gebaut hatten, ist ein Teil der Luftfahrtgeschichte. Aber das Board of Ordnance and Fortifications, das Komitee, das den Vorschlag der Gebrüder Wright untersuchte, musste auch noch weitere Tatschen in Betracht ziehen. Außerhalb der Science Fiction war es durchaus unklar, welche Rolle Luftschiffe, Segelflugzeuge und Flugzeuge in der Kriegsführung spielen würden. Nur Ballons hatten ihren praktischen Wert erwiesen. Das revolutionäre Frankreich hatte 1794 einen Ballon in der Schlacht von Fleurus eingesetzt. Auch im amerikanischen Bürgerkrieg waren Ballons eingesetzt worden, und das Signal Corps hatte die Aufgabe erhalten, diese zu erwerben und zu bedienen. Allerdings schuf das Signal Corps erst 1892 eine permanente Ballonabteilung, deren Einsatz im Krieg mit Spanien 1898 aber nicht sehr erfolgreich war. Im Jahre 1898 vergab das Signal Corps den Auftrag zum Bau eines Flugzeugs an Samuel P. Langley, doch dessen Erpobung endete am 8. Dezember 1903 mit einem spektakulären Sturz in den Potomac River, nur neun Tage vor dem ersten Flug der Gebrüder Wright. Das Kriegsministerium, das 1905 immer noch an diese peinliche Episode dachte, lehnte deshalb das neue Angebot ab.
Aber der Fortschritt der Luftfahrt, die Erteilung eines Patents an die Gebrüder Wright im Jahre 1906, sowie das Interesse von Präsident Theodore Roosevelt brachten das Thema wieder zur Diskussion. 1907 wurde Captain Charles Chandler der Leiter deu neugegründeten aeronautischen Abteilung der Fernmeldetruppe, die alle Formen des Fliegens weiterentwickeln sollte. Im Jahre 1908 bestellte das Signal Corps ein den damals in Deutschland verwendeten Zeppelinen ähnliches lenkbares Luftschiff und vergab an die Wrights ein Auftrag über die Lieferung eines Flugzeugs. Trotz eines Absturzes, bei dem das erste Modell zu Bruch ging, wurde das Wright-Flugzeug 1909 ausgeliefert. Die Erfinder begannen dann damit, einigen jungen, enthusiastischen Offizieren das Fliegen beizubringen. Quelle: Handbuch zu "Jane's USAF"
Erster Weltkrieg
Das erste Geschwader wurde am 3. März 1913 aufgestellt. Es bestand aus nur sechs Flugzeugen und repräsentierte bis in den Ersten Weltkrieg hinein die gesamte Luftwaffe der Vereinigten Staaten. Der Krieg zeigte schnell die Vorteile der Luftunterstützug; Ende 1915 standen 23 Flugzeuge bereit und als die USA im April 1917 in den Krieg eingriffen, hatte die Luftwaffe 24 Geschwader aufgestellt, die allerdings längst nicht alle komplett ausgerüstet waren.
Im Mai 1918 wurde die Luftfahrt-Abteilung vom Signal Corps getrennt und als US Army Air Service neu organisiert. Schon 740 Luftfahrzeuge gehörten zum Kriegsende im November 1918 zur US-Luftwaffe, davon sind 289 Flugzeuge und 48 Ballons bei den Kämpfen verloren gegangen; 138 Tonnen Bomben wurden abgeworfen und 756 feindliche Flugzeuge sind zerstört worden. Nach dem Krieg reduzierte sich die Anzahl der Luftwaffen-Soldaten bis Mitte 1920 drastisch auf ein Zwanzigstel der Kriegsstärke, auch der Bedarf an Ausrüstung war nun entsprechend geringer. Im Jahre 1926 wurde der Air Service zum US Army Air Corps (USAAC), blieb also Teil der US Army. In dieser Zeit wurden auf vielen Gebieten technische Entwicklungen vorangetrieben, wie beispielsweise die Luftbetankung und die Erprobung neuer Bomber (Martin B-10) und Kampfflugzeuge. Die Zahl der Flugzeuge stieg von unter 1000 (1926) auf 1700 Mitte 1932. Ab 1937 kam die B-17 Flying Fortress zum Einsatz.
Zweiter Weltkrieg
Schließlich beschloss die Regierung unter Präsident Franklin D. Roosevelt Anfang 1939, den Bestand auf 6.000 Maschinen aufzustocken. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 und seine Folgen ließ den Bedarf an Bombern, Jägern und Aufklärern in die Höhe schnellen: Bis 1945 stieg die Flugzeugstärke auf über 60.000 Stück; viele neue Basen wurden angelegt, um das Material und die Truppen unterbringen zu können.
Das USAAC ging am 20. Juni 1941 in den US Army Air Forces (USAAF) auf, die ab 1943 als eigenständiger Teil der US Army den gleichen Rang wie die US Army und die US Navy erhielten.
Im Zweiten Weltkrieg flogen amerikanische Bomber viele Angriffe gegen Deutschland, hauptsächlich am Tage gegen industrielle Ziele von militärischer Bedeutung, aber auch gegen Städte wie Hamburg und Dresden. Ab 1944 erfolgten auch Einsätze gegen Japan, im August 1945 schließlich warfen B-29 Superfortress Atombomben über Hiroshima und Nagasaki ab.
Nach dem Krieg wurden die Streitkräfte neu organisiert und am 21. März 1946 drei neue Luftwaffenkommandos gegründet: Zur Unterstützung der Bodentruppen das Tactical Air Command, für die Reservestreitkräfte und Heimatverteidigung das Air Defense Command und für die strategischen Bomber und Aufklärer das Strategic Air Command, das in den Folgejahren zum mächtigsten Militärverband der westlichen Welt aufstieg.
Mit der Gründung der United States Air Force (USAF) am 26. Juli (effektiv 18. September) 1947 erreichte die Luftwaffe schließlich ihre volle Unabhängigkeit.
Kalter Krieg
Während der Berlin-Blockade 1948/49 versorgten „Rosinenbomber“ hauptsächlich der USAF und der britischen Royal Air Force die Stadt fast ein Jahr lang über eine Luftbrücke, mit 278.000 Flügen und 2,1 Millionen Tonnen befördertem Material die bis heute größte Lufttransport-Operation überhaupt. Dabei kamen Transportflugzeuge wie Douglas C-54 Skymaster und Lockheed C-121 Constellation zum Einsatz.
(…)
Literatur
- USAF Almanac 2005. In: Air Force Association [1] (Hrsg.): Air Force Magazine Vol. 88, No. 5, Mai 2005, S. 44–93 ([2] PDF, 40 MB, englisch)
Weblinks
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Kategorie:Militärische Luftfahrt
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