Vampir

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Der Vampir ist

  1. eine Fledermaus,
  2. der Legende nach ein Untoter, der nachts aus seinem Grab steigt und sich vom Blut der Lebenden ernährt,
  3. ein spezieller Fetischist
  4. Vampire - The Requiem ist der Name eines Rollenspiels.
Inhaltsverzeichnis

Fledermaus

Als Vampire wird eine Gruppe der Fledermäuse bezeichnet, die in trockenen, kargen Regionen Nord-, Mittel- und Südamerikas vorkommt und sich vom Blut von Haustieren, Rindern und anderen Tieren ernährt. Mehr dazu unter Vampirfledermäuse.

Vampirmythos

Die Vorlagen für die heute verbreitetste Form des Vampirs stammen ursprünglich aus dem slawischen Volksglauben. Der Vampirglaube hat sich aus dem Karpatenraum nach Rumänien (Transsilvanien), Bulgarien und Griechenland verbreitet. In Deutschland ist er seit 1720 belegt.

Das heute verbreitete Vampirbild geht auf die Vampirhysterien des frühen 18. Jahrhunderts in Europa zurück. Zuerst von Kirche und Obrigkeit gestützt, später von ihnen unter Verbot gestellt, gruben die Menschen die Toten wieder aus, um sich von deren Tod zu überzeugen, um sie dann zu köpfen und zu pfählen. Die Angst vor Nachzehrern und Nachtalben war nie größer als in dieser Zeit. Die Menschen steckten sich immer wieder mit den Krankheitserregern der Toten an, vor allem mit der Pest.

In anderen Glaubensregionen legten die Menschen Gegenstände in die Särge der Toten, um zu verhindern, dass eben diese Toten wieder aus ihren Gräbern stiegen. Dies sollte bewerkstelligt werden, indem sie diese in ihrem Grab mit Gegenständen „beschäftigten“, so z.B. Fischernetze in den Gräbern. Die Toten sollten jedes Jahr einen Knoten öffnen, und damit beschäftigt werden.

Die unterschiedlichen Überlieferungen des Vampirmythos beschreiben verschiedene besondere Merkmale und Eigenschaften, anhand derer sich ein Vampir identifizieren lässt. Derartige Kennzeichen sind bis heute aus verschiedensten Quellen überliefert worden, die recht unterschiedlich detailliert ausfallen. Man schätzt, dass von den damaligen Mythen heute nur ein Bruchteil erhalten geblieben ist, welcher aber dennoch die Beschreibung eines Vampirs bis zu einem gewissen einheitlichen Grad zulässt.

Demnach sind Vampire untote Geschöpfe in Menschengestalt, die in ihren Grabstätten hausen und tagsüber in ihrem Sarg schlafen. Sie zeichnen sich durch ihr bleiches Äußeres aus und ernähren sich ausschließlich von Blut. Wohl deswegen besäßen Vampire ein abnormes Gebiss, welches sich vor allem durch seine spitzen Eckzähne, die als Bisswerkzeuge genutzt werden, auszeichnen solle. In vielen altertümlichen Darstellungen ist von zwei, seltener von vier Eckzähnen die Rede. Mit diesen fügen Vampire ihren Opfern, welche vornehmlich menschlich seien, eine Bisswunde zu, welche sich zumeist in der Halsgegend an der Schlagader befinde. Anschließend tränken sie vom Blut ihrer Opfer, um ihren Blutdurst zu stillen. Von Vampiren Gebissene würden selbst zu Vampiren. In manchen Sagen hingegen werden auch mehrere Arten von Vampirbissen dokumentiert. In manchen heißt es, der Vampir könne entscheiden, ob er sein Opfer in einen Vampir oder einen Ghoul, eine Art Zombie verwandele. Wieder andere Quellen besagen, dass ein Vampiropfer nur dann zum Vampir werden kann, wenn ein (für damalige Begriffe) unreines Tier, wie etwa eine Katze, über dessen Leichnam oder offenes Grab gesprungen ist.

In vielen Legenden können sich Vampire in Fledermäuse oder (seltener) in Wölfe verwandeln. In diesen sind sie sind in der Regel nachtaktiv und zeigen sich nicht am Tage. Kommen Vampire mit Sonnenlicht in Kontakt, zerfallen sie innerhalb kürzester Zeit zu Staub. Oft heisst es auch, sie besäßen kein Spiegelbild.

Ein wesentliches Merkmal des Vampirs ist seine Unsterblichkeit, die - kombiniert mit seiner in der Regel übermenschlichen Körperkraft - einen großen Teil des Schreckens des Vampirmythos ausmacht. Jedoch existiert eine Reihe von passiven Schutzmaßnahmen, von denen einige im 18. Jahrhundert durchaus Anwendung gefunden haben. Am weitesten verbreitet ist die Legende, dass Vampire sich vor Knoblauch fürchten, ebenso vor jedweden Darstellungen eines Kruzifix. Ferner heisst es, könne auch geweihtes Wasser Vampiren Schaden zufügen. Vor allem letzteres unterstreicht den dämonischen Charakter eines Vampirs, der oft im direkten Gegensatz zur heiligen Kirche stand. Direkte Möglichkeiten, einen Vampir zu vernichten, seien das Köpfen und vor allem das Pfählen (Schlagen eines Holzpflocks mitten durchs Herz).

Viele weitere Details über Vampire sind sehr wenig verbreitet, etwa das zwanghafte Zählen oder die Praktik, dem Vampiropfer Silbermünzen in den Mund zu stopfen, um seine Verwandlung in einen Untoten zu verhindern. In vielen Vampirvorstellungen hat der Vampir auch Diener, wie den Guhl.

Berühmt wurde der Vampir erst durch seine romantisierte Darstellung in Literatur und Film. Der Roman Dracula von Bram Stoker (1897), aber auch die Erzählung Carmilla von Joseph Sheridan LeFanu (1872) und John Polidoris The Vampyre, 1819, legten hierzu den Grundstein und gaben dem gefährlichen Monster Sehnsüchte und Seele. Der Name von Stokers Vampir, Dracula, wurde zum Inbegriff des Urvampirs. Historisches Vorbild für Stokers Dracula war der rumänische Fürst Vlad Dracul auch "Vlad tepes," (Vlad, der Pfähler) genannt. Seit Friedrich Murnaus Film Nosferatu sind unzählige weitere filmische und literarische Werke zum Themenkomplex Vampir entstanden, u.a. Nosferatu - Phantom der Nacht, Roman Polanskis Tanz der Vampire, Blade_(Film) und die TV-Serien Buffy - Im Bann der Dämonen und Angel - Jäger der Finsternis sowie die Romane von Anne Rice.

Historisch verwandt mit der Thematik des Vampirs ist der Glaube an Werwesen (auch Lykanthropen genannt).

Die Vorstellung von Vampiren ist jedoch nicht nur im Balkan verbreitet. Fast weltweit gibt es Mythen über Vampire und Vampirinnen, z.B.:

Der Vampir in uns

Der Vampirmythos kann auch anhand der Frage betrachtet werden, wie das Bild des Vampirs mit dem Menschen und seinen atavistischen Trieben zusammenhängt. Demnach kommen wir alle als Vampire auf die Welt. Der Säugling braucht zum Überleben die Muttermilch. Durch das Saugen an der Brust stillt er nicht nur seinen Hunger, sondern empfindet dabei auch Freude und Lustgefühle. Wie der Vampir verhält auch er sich dabei parasitär, indem er nur entzieht aber nichts zurückgibt.

Solche Gemeinsamkeiten seien nicht auf das frühe Kindesalter beschränkt. Der Wunsch nach ewigem Leben sei ebenso wie der Ur-Instinkt eines Jägers im Menschen verankert. Der Vampir liebt es seine Opfer zu jagen, zu töten und am Ende zu verspeisen bzw. auszusaugen. Dieser Trieb mache sich beim Menschen jeden Tag in abgewandelter oder abgeschwächter Form bemerkbar. In reinster Form trete er noch bei den modernen Jägern auf, die ebenfalls eine tiefe Lust daran empfänden zu jagen und zu töten, denn den Nutzen zum Lebenserhalt hat die Jagd, zumindest in der westlichen Welt, schon längst nicht mehr.

Neben den realen und literarischen Vampiren wird daher von einigen auch pathologischer und soziologischer Vampirismus bei Menschen definiert. Beispiel für pathologischen Vampirismus sind dabei Serienmörder wie Fritz Haarmann, die ihre Opfer auf vampiristische Art und Weise töten. Beispiel für soziologischen Vampirismus sei es etwa, wenn reiche Länder arme Länder ausbeuten, nur um sich selbst zu bereichern. Auch die Menschheit als ganzes „sauge“ an der Erde, indem sie ihr alle Rohstoffe entziehe, bis sie leer und zerstört sei. Vor allem letzterer Begriff von „Vampirismus“ ist aber kaum wissenschaftlich, sondern eher moralisch wertend.

„Reale“ Vampyre

"Reale" Vampyre tauchen dennoch immer wieder in der Geschichte der Welt auf. Ein Gerücht darüber handelt von dem Buch Noctemeron, welches eine wahre Aufzeichnung von Vampiren sein soll. Weiterhin sind unter dem Begriff Real Vampires, Vampyre oder Moderne Vampire eine Gruppe von (meist Jugendlichen) zusammengefasst, die dem (vermuteten) Lebensstil eines Vampires huldigen - zumeist in Kleidung, Auftreten, falschen Zähnen etc. - allerdings auch mit Extremen wie dem Trinken von Blut. Die Szene sollte nicht mit dem Satanismus verwechselt werden, obgleich sich auch Überschneidungen finden. Sehr häufig werden die Anhänger dieser Szene auch mit den sog. Goths gleichgesetzt, was gelegentlich auch richtig sein mag, aber nicht die Regel ist.

Der Mythos der Vampirismus geht natürlich auch auf den Aberglauben zurück, dass das Trinken von Blut, als Essenz des Lebens, ebenfalls lebenspendend sei. Sehr bekannt ist in diesem Zusammenhang die als „Blutgräfin“ berüchtigte Erzsébet Báthory (Elisabeth Bathory) aus ungarischer Adelsfamilie, welche nach dem Tod ihres Ehemannes im Blut von über sechshundert durch Versprechen auf ihr Schloss gelockter jungfräulicher Dienstmädchen gebadet haben soll, um sich jung zu halten. Diese Tätigtkeiten wurden jedoch nie belegt oder bewiesen.

Psychiatrie

Psychiatrisch kann man einen Menschen, dem Blut als Fetisch zur Steigerung sexueller Lust verhilft, auch als Vampir bezeichnen (Vampirismus als Paraphilie).

Rollenspiel

Vampire: The Masquerade, Dark Ages: Vampire und Vampire: The Requiem ist auch ein klassisches Papier-und-Bleistift-Rollenspiel des Verlags White Wolf, in dem die Spieler in die Rolle von Vampiren schlüpfen können. Vampire ist sowohl in mittelalterlichem (Dark Ages) als auch neuzeitlichem Szenario spielbar (Masquerade und Requiem). In Deutschland existieren viele aktive Spielergruppen, die Vampire sowohl als klassisches pen & paper als auch in Form von Live-Rollenspiel spielen. Im Kontext dieses Rollenspiels werden Vampire als Nachkommen Kains (Vampire: The Masquerade) oder Longinus(Vampire: The Requiem) dargestellt und eine ausführliche Mythologie darum entwickelt. Nach den Regeln des Rollenspiels sind auch die Computerspiele Vampire: The Masquerade - Redemption und Vampire: The Masquerade - Bloodlines entstanden.

Zwei weitere Rollenspiele bietet die Firma Wanadoo an. Im ersten Spiel "Dracula - Resurrection" muss sich der Spieler als Jonathan Harker den bösen Mächten Draculas stellen. Dieses Spiel basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage von Bram Stoker. Im zweiten Teil (eine Fortsetzung zum ersten Spiel) "Dracula 2 - die letzte Zufluchtsstätte" kehrt Dracula zurück und bemächtigt sich der Frau des Helden. Dieser muss sich nun durch diverse Gefahren begeben, um seine Frau aus den Klauen des Monsters zu befreien.

Filme

Die Vampirthematik ist Vorbild zahlreicher Verfilmungen, siehe auch Liste der Vampirfilme.

Neben den Filmen gibt es auch TV-Serien, die Vampire als Hauptfiguren führen, wie z. B. Buffy (1997) und Angel (1999).

Literatur

Weblinks

See also: Vampir, 1720, 18. Jahrhundert, 1872, 1897, Angel - Jäger der Finsternis, Angel – Jäger der Finsternis, Anne Rice, Asanbosam