Varietät (Linguistik)
Eine Varietät (manchmal auch Variante genannt) ist in der Linguistik eine Teilmenge einer Einzelsprache, das heißt ein Zeichensystem, das eine bestehende Einzelsprache ergänzt oder modifiziert, aber nicht unabhängig von der Standardsprache existieren kann.
Das Fachwort Varietät wird den oft synonym verwendeten Begriffen Dialekt und Mundart vorgezogen, da diese vielfach wertend gebraucht werden.
Die Sprachvariante kann durch außersprachliche Kriterien eingegrenzt werden wie zum Beispiel
- geographische Verbreitung (Dialekte, Regiolekte)
- nationale normative Varianten (nationale Varietäten wie zum Beispiel Schweizer Hochdeutsch) vs. (bundes)deutsche Standardsprache vs. österreichischen Standardspache.
- Funktion (Fachsprachen),
- Identität der Sprecher (beispielsweise Jugendsprache, Idiolekt, Frauensprache, Männersprache),
- Zugehörigkeit zu einer Schicht oder Gruppe (Soziolekt, Gruppensprache)
- Sprachsituation (Umgangssprache)
Auch die Standardsprache beziehungsweise Hochsprache selbst ist eine Varietät (und zwar die, die sich durch den Gebrauch als traditionelle Schriftsprache und sich hinsichtlich Grammatik und Aussprache als deskriptive Sprachnorm definiert).
Obwohl Varietäten aufgrund nicht-sprachlicher Kriterien abgegrenzt werden, macht es nur Sinn, von einer Varietät zu sprechen, wenn die untersuchte Gruppe auch wirklich sprachliche Gemeinsamkeiten aufweist.
