Vaterländische Front

Die Vaterländische Front (VF) wurde 1933 von Engelbert Dollfuß als "überparteiliche" politische Organisation aller "vaterlandstreuen" Österreicher und Österreicherinnen gegründet. Als einer der Gründungspunke kann eine Rede von Engelbert Dollfuß am 11. September 1933 in Wien angeführt werden, in der er die Errichtung eines "sozialen, christlichen, deutschen Staates Österreich auf ständischer Grundlage und starker autoritärer Führung" als Ziel verkündet hat.

Nach dem Verbot aller anderen politischen Parteien, an deren Stelle eine ständische Organisation des Volkes treten sollte, hatte die Vaterländische Front eine politische Monopolstellung inne. Sie war in eine Zivil- und eine Wehrfront gegliedert. Entgegen den Bestrebungen von Dollfuß wurde die Vaterländische Front jedoch keine Massenbewegung. Sie zählte zwar Ende 1937 3 Millionen Mitglieder (bei 6,5 Mio. EinwohnerInnen), doch waren nur die wenigsten davon echte AnhängerInnen des Systems; die politischen Gegner (aus den Kreisen der SPÖ und der NSDAP) konnte der Ständestaat nicht für sich gewinnen. Bundesführer waren Engelbert Dollfuß (bis 25. 7. 1934), Graf Ernst Rüdiger Starhemberg (29. August 1934 bis 14. März 1936) und Kurt Schuschnigg (14. März 1936 bis 11. März 1938).

Symbol der Vaterländischen Front war das Kruckenkreuz, für Schüler das Abzeichen "Seid einig"; der Gruß der Vaterländischen Front war "Front heil!". Alle öffentlich Bediensteten waren zur Mitgliedschaft verpflichtet.

Unterorganisationen

See also: Vaterländische Front, 11. März, 11. September, 14. März, 1933, 1934, 1936, 1937, 1938, 29. August