Vatnajökull
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Allgemeines
Der Vatnajökull (gesprochen vat'najö'küdll), dt. "Wassergletscher", ist der größte Gletscher Islands und liegt im Südosten der Insel. Der Vatnajökull ist gleichzeitig der volumetrisch größte Gletscher Europas. Mit seiner Fläche von rund 8.100 km² ist er jedoch (nach dem Austfonna in Norwegen) nur der flächenmässig zweitgrößte Gletscher Europas. Er bedeckt etwa 8% der Fläche Islands. Die Mächtigkeit der Eisschicht beträgt bis zu 1.000 Meter. Einige der aktivsten Vulkane der Insel liegen unter dem Gletscher und zwischen ihnen ein ca. 500 - 800 m tiefes Tal.
Seit dem 12. September 2004 liegen über 50 % des Vatnajökull im Skaftafell-Nationalpark, der bedeutend vergrößert wurde.
Vulkanische Aktivität
Die höchste Erhebung Islands mit 2.119 Meter ü.d.M., der Vulkan Hvannadalshnjúkur, befindet sich im Süden des Vatnajökull. Unter dem Gletscher gibt es abgesehen von diesem Berg noch einige andere aktive Vulkanzentren. Die Bárðarbunga ist zuletzt im September/Oktober 1996 ausgebrochen. Am bekanntesten sind jedoch die Grímsvötn, die auch der Ursprung des Gletscherlaufs der Skeiðará 1996 waren.
Dort fand zudem am 1. November 2004 der neueste Ausbruch statt. Die Region mußte während dieser Eruption jedoch nicht evakuiert werden. Lediglich der Flugverkehr wurde teilweise umgeleitet. Bereits am 3. November waren in Finnland Aschepartikel der Eruption nachweisbar.
Geschichte des Gletschers
Entstehen und Wachsen
Wie viele andere Gletscher Islands entstand der Vatnajökull vor etwa 2.500 Jahren.
Zur Zeit der Landnahme war der Gletscher bedeutend kleiner als heute. So lagen etwa die Esjufjöll (nicht zu verwechseln mit der Esja bei Reykjavík) außerhalb des eigentlichen Gletschers, während sie sich heute in dessen Mitte befinden. thumb|180px|Vatnajökull
Im 13. Jahrhundert begann die sog. Kleine Eiszeit, die bis zum 20. Jahrhundert andauerte. Der Vatnajökull vergrößerte sich infolgedessen.
Verringerung der Eisfläche
Seit einigen Jahren verliert der Vatnajökull aber wie die meisten Gletscher an Größe.
Als Gründe werden verschiedene angeführt:
a) die Klimaveränderung: vgl. auch Treibhauseffekt.
b) Anhebung des Landes: Dies hängt allerdings mit dem Abschmelzen zusammen. Die Schwere der Eiskappe, die auf dem Land lastet, verringert sich. Infolgedessen hebt sich das betroffene Land. Nach wissenschaftlichen Berechnungen geschieht dies beim Vatnajökull in folgender Grössenordnung (bzgl. der letzten 100 Jahre): in der Mitte ca. 100m, an den Kanten ca. 50 m, in Höfn í Hornfirði immer noch um 20 m und in einer Entfernung von 50 km vom Gletscher um ca. 5 m.
c) vulkanische Aktivität in den letzten Jahren: Immerhin gehören die unter dem Gletscher liegenden Vulkane Grímsvötn und Bárðarbunga zu den aktivsten der Insel.
Siehe auch
thumb|180px|Satellitenbild der NASA
