Verbrannte Erde
Verbrannte Erde bezeichnet eine Kriegstaktik, bei der eine Armee auf dem Rückzug vor dem Feind alles zerstört, was dem Gegner in irgendeiner Weise nutzen könnte, also Schienen, Straßen, Brücken, liegengebliebene Fahrzeuge, Fabriken und manchmal auch komplette Städte. Im Dreißigjährigen Krieg finanzierten Kriegsherren, mangels anderer Geldquellen, durch rücksichtslos pressierte Kontributionen ihre Heerzüge. Diese Taktik kommt dann zur Anwendung, wenn die Armee, die sich zurückzieht, nicht damit rechnen kann, in nächster Zeit das verlorene Gebiet zurückzuerobern.
Kriege, in denen die Taktik der Verbrannten Erde angewandt wurde
- Dreißigjähriger Krieg, Neuerung von Wallenstein zur Finanzierung seiner Kriegszüge
- Der Napoleonische Krieg in Russland
- Im Burenkrieg von den Briten genutzt
- General William T. Sherman überzog während des Amerikanischen Bürgerkrieges die Landschaft auf dem Weg nach Atlanta mit Brandschatzungen und Zerstörungen.
- Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg führte die Rote Armee die Taktik der Verbrannten Erde durch, und störte somit effektiv das Vorrücken der Wehrmachtsverbände
- Die deutsche Wehrmacht beim Rückzug z.B. aus Norwegen und Finnland im Zweiten Weltkrieg
- Adolf Hitler erließ am 19. März 1945 angesichts der drohenden Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg den so genannten "Nerobefehl", der jedoch auf Grund mangelnder Akzeptanz in der Regierung (insbesondere Speer wehrte sich dagegen dem deutschen Volk die Lebensgrundlage zu nehmen) nur teilweise ausgeführt wurde.
