Verlagswesen

Dieser Artikel beschreibt Verlagswesen im Sinne einer Produktionsweise in einer Ökonomie . Eine weitere ist Verlagswesen im Sinne von Buchverlag.


Das Verlagswesen ist eine neue Form der Produktion und des Vertriebs von Waren und leitete die Zeit der frühkapitalistischen Produktionweisen ein.

Ausgangspunkt bildete das Wirtschaften der Bauern und Handwerker und deren Familien im Mittelalter wie schon Jahrhunderte vorher. Diese kauften ihre Rohstoffe selbst auf dem Markt, produzierten bei sich zu Hause die Waren und verkauften diese selbst von zu Hause aus, auf dem Markt oder an Händler.

Der Verleger ist nun nicht nur einfacher Händler, der den Verkauf für die Produzenten übernimmt, sondern er kauft die Ware zu vorher vereinbarten Preisen vollständig auf. Um die Produktivität seiner Lieferanten noch zu steigern, übernimmt er auch deren Belieferung mit den Rohstoffen und Vorerzeugnissen der Produktion.

Der Handwerker konnte durch die ausschließliche Konzentration auf die Produktion effizienter wirtschaften und damit mehr verdienen. Diese Spezialisierung nur auf die Produktion und die Abhängigkeit vom Verleger für Einkauf und Vertrieb, drückte die Verdienstmöglichkeiten der Handwerker auf ein Minimum. Auch war die unmittelbare Nähe der Erzeuger zu den Märkten kein entscheidender Vorteil mehr. So konnte auch in abgelegenen Gebieten effizient genug produziert werden.

Die Textilproduktion mit ihren vielen speziellen Verarbeitungsstufen eignete sich besonders für das Verlagswesen. Ganze frühkapitalistische Unternehmerdynastien entstanden durch diese damals überlegene Produktionsweise: die Fugger, die Medici, die Welser.

Das Verlagswesen wurde sukzessive durch die Manufakturen abgelöst.

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