Verlies

thumb|Alte Burg Penzlin - Verlies (Hexenkeller) Ein Verlies war in früheren Zeiten ein dunkles, kaltes und stinkendes Gefängnis, meist in einem Turm oder unterirdisch. Die Insassen lebten die ganze Zeit im Dunkeln, erhielten nur wenig zu essen, froren in der Kälte und waren nur mit Lumpen bekleidet. Deshalb starben viele an Hunger, Krankheiten, Erfrierungen oder unter der Folter. Oft war das Verlies nur über das sogenannte Angstloch erreichbar.

1602 kritisierte der reformierte Pfarrer Anton Praetorius in seinem "Gründlichen Bericht Von Zauberey und Zauberern" die Zustände in den Gefängnissen und forderte grundlegende Reformen: „Wenn man Menschen in Gefängnisse einschließt, sollen es anständige Räumlichkeiten sein zur Verwahrung, aber nicht zur Peinigung.“ Tief ergreifend und grauenhaft ist die Schilderung, die Praetorius aus eigner Anschauung von den Gefängnissen der Hexen und deren Folterqualen entwirft. Einfühlsam beschreibt er die seelischen Folgen der gewaltsamen Einkerkerung.

Verliese sind auch in der Literatur, v.a. in Abenteuerromanen beliebt.

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