Distributionspolitik

Die Distributionspolitik (Distributions-Mix; 'Place' im 4P-Konzept, Distribution Poliy) ist eine Funktion der Betriebswirtschaft und regelt innerhalb des Marketing die Steuerung der Vertriebsaktivitäten nach Zielvorgaben.

Inhaltsverzeichnis

Entscheidungsbereiche

Zwei wesentliche Gebiete sind zu unterscheiden:

Darüber hinaus umfasst die Distributionspolitik Entscheidungen über

Insbesondere durch die Absatzwegewahl wird die Distributionspolitik auch als "Channel Marketing" oder "Channel Management" bezeichnet, wobei "Channel" für den Absatzweg bzw. Absatzkanal steht.

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Urheber ist:


Sylvia Nickel 19:18, 12. Jun 2005 (CEST)]]

Die Distributionspolitik befasst sich mit der Frage, auf welche Art und Weise sowie auf welchem Wege die Produkte zu den Käufern gelangen. Distributionspolitische Entscheidungen sind maßgeblich durch zwei Überlegungen geprägt:

  1. Durch die Marketinglogistik werden einerseits Kosten generiert, andererseits ermöglicht diese eine hohe Lieferbereitschaft als Basis einer Kundenzufriedenheit;
  2. Durch die akquisitorische Distribution (Vertrieb) werden Kundenkontakte hergestellt, die Marktabdeckung erzielt sowie hierdurch die Erlöse generiert.

Insofern stellt die Distributionspolitik, wie alle anderen Instrumentalbereiche einen Kostenfaktor wie eine Erlösquelle gleichermaßen dar. Darüber hinaus werden mit der Entscheidung über die Absatzmethode Weichen für den Einsatz der weiteren Marketinginstrumente gestellt.

Einflussfaktoren

Als Einflussfaktoren auf distributionspolitische Entscheidungen gelten

Leistungsbezogene Faktoren: Diese umfassen alle leistungsbezogenen Merkmale, welche eine besondere Vertriebsform oder Logistik erfordern, beispielsweise

Kundenbezogene Faktoren: Diese beziehen sich auf die Anforderungen und Vorstellungen seitens der aktuellen und potenziellen Kunden:

'Konkurrenzbezogene Faktoren: In Abhängigkeit der Wettbewerbskräfte werden distributionspolitische Entscheidungen auch durch das Konkurrenzverhalten geprägt, wodurch sich prinzipiell die Möglichkeiten der Abhebung oder Anpassung an den Konkurrenzmethoden anbieten, und zwar hinsichtlich

Unternehmensbezogene Faktoren: Selbstverständlich können die Faktoren der jeweiligen Unternehmung nicht vernachlässigt werden. zahlreiche Faktoren determinieren den Handlungsspielraum, so zum Beispiel

Rechtliche Faktoren: Nicht zuletzt die juristischen Rahmenbedingungen prägen distributionspolitische Entscheidungen; generell sind zu prüfen

Akquisitorische Distribution

Die Gestaltung der Absatzwege bzw. Distributionswege umfasst die Frage der Unternehmenseinbindung in die Distribution. So können indirekte von direkten Absatzwegen unterschieden werden.

Direkter Absatzweg

Beim direkten Absatzweg (auch: 'Direktvertrieb')übernimmt der Hersteller die Distributionsfunktion beispielsweise durch Handelsvertreter oder Handelsreisende, Franchising, Direktversand über Katalog, Telefonverkauf oder Web-Shops sowie Factory Outlets.

Im Direktverkauf wechselt die Leistung nach der Herstellung genau einmal den Besitzer, nämlich vom Hersteller bzw. Importeur zum Kunden. Diese Form findet sich vor allem im B-to-B Verkauf, wobei es durchaus auch spezialisierte B-to-C Direktvertriebsunternehmen gibt. Diese werben dann mit dem veritablen Kundenvorteil der Einsparung hoher Zwischenkosten. Der Direktverkauf kann entweder persönlich oder über elektronische Medien ablaufen. Eine besondere Stellung nehmen hierbei der Telefonverkauf und der e-Commerce ein.

Der Direktvertrieb wird begünstigt

Insbesondere vor dem Hintergrund neuer Informations- und Kommunikationstechnologien nimmt die Bedeutung des Direktvertriebes zu. Tendenziell ist der Direktvertrieb bei Investitionsgütern stark ausgeprägt, während bei Konsumgütern der indirekte Vertrieb überwiegt. Dies hängt mit der Erklärungsbedürftigkeit und Berücksichtigung individuelle Anforderungen an Investitionsgüter zusammen. Investitionsgüter bestehen aus einem Bündel an Sach- und Dienstleistungen, weshalb häufig ein oder mehrer Hersteller die Akquisitionsfunktion im Rahmen eines „System Selling“ übernehmen

Indirekter Absatzweg

Beim indirekten Absatz wird regelmäßig der Handel (Groß- und/oder Einzelhandel) eingeschaltet. Hier müssen verschiedene Kriterien berücksichtigt werden wie bspw. die angestrebte Ubiquität bzw. der Distributionsgrad, die Selektion geeigneter Betriebe (exklusive, selektive oder Massendistribution) sowie die Ausgestaltung der Geschäftsbeziehungen. Aufgrund der fehlenden direkten beziehung zum Endkunden hat sich bei indirektem Absatzweg das vertikale Marketing etabliert, welches sich auf die Beziehung zum Handel konzentriert. Eine Sonderform ist der Kommissionsverkauf, bei dem die Waren bis zum Verkauf Eigentum des Herstellers bleiben.

Im regulären Handelsverkauf wechselt die Leistung nach der Herstellung i.d.R. mehrere Male den Besitzer entlang der sog. Wertschöpfungskette. Vor allem im Konsumgütermarkt, in dem es auf eine große, flächendeckende Verteilung von großen Warenmengen und deren Präsentation im Ladengeschäft ankommt, ist der Handelsverkauf, oft auch der Vertragshändler anzutreffen.

Single- versus- Multi-Channel Marketing

Während die Distributionspraxis in der Vergangenheit zur Konzentration auf einen Absatzweg (Single Channel Marketing) tendierte, entwickeln Unternehmen mit der zunehmenden Akzeptanz des stationären Internet als Distributionsweg multiple Distributionsstrategien (Multi-Channel Marketing). Als Multi-Channel-Marketing wird die zeitgleiche Nutzung mehrerer Absatzkanäle wie Handel, Internet und Außendienst bezeichnet.

Physische Distribution

Eine weitere Bedeutung des Begriffes ergibt sich aus der im Handel notwendigen Verteilung von Gütern über größere Entfernungen oder auf große Flächen. Hier hat der Begriff der Distribution einen logistischen Charakter und wird neben dem reinen Transportbezug vor allem für die Anzahl der Verkaufsstellen verwendet, die ein bestimmtes Produkt führen. Der Distributionsgrad gibt hierbei an, wie stark die Durchdringung im Handel ist. Dabei kann z.B. noch nach Absatzkanälen oder einzelnen Kundenunternehmen unterschieden werden. Jede Verkaufsstelle, in der das Produkt vorhanden ist, entspricht daher "einer Distribution". Wird dort das Produkt auch tatsächlich verkauft und nicht nur angeboten, so bezeichnet man dieses als "verkaufende Distribution".

Weiterführende Hinweise

Siehe auch

Weblinks

See also: Distributionspolitik, Betriebswirtschaft, Direktverkauf, Distribution (Software), E-Commerce, Einzelhandel, Franchising, Handelsverkauf, Handelsvertreter