Viaduc de Millau

thumb|600px|Die Brücke noch im Bau (Juni 2004), etwa ein halbes Jahr vor der Eröffnung. Die Fahrbahn wird zur Bauzeit von roten Stahlmasten gestützt, bevor die Schrägseilkonstruktion montiert wird. Im rechten Bildteil befindet sich einer der Pylone der Schrägseilkonstruktion noch in horizontaler Lage - vermutlich kurz vor dessen Aufstellung. [[Bild:Karte Aveyron.pngKarte Aveyron.png|thumb|Lage des Départements in Frankreich]] Das Viaduc de Millau ist eine Brücke in Frankreich. Sie wurde am 14. Dezember 2004 unter anderem vom französischen Präsidenten Jacques Chirac eingeweiht. Sie ist die höchste Straßenbrücke und die längste Schrägseilbrücke der Welt.

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Lage

Die Brücke liegt im Zuge der A75 von Paris nach Barcelona auf dem Abschnitt von Clermont-Ferrand nach Béziers in der Nähe der französischen Stadt Millau. Sie überspannt das Tal des Tarn. Im Urlaubsverkehr war das Tarntal bis zur Brückeneröffnung ein Nadelöhr, in dem es regelmäßig zu langen Staus kam.

Entwurf

Mehr als 20 Jahre vergingen mit der Planung verschiedener Streckenführungen, der Sondierung des Terrains etc. Das technische Konzept der Brücke stammt vom französischen Bauingenieur Michel Virolgeux, die daraus abgeleitete Gestaltung der Brücke, insbesondere bei den nach oben zu einem V öffnenden Stützen, geht auf den britischen Architekten Sir Norman Foster zurück. Er gewann damit den internationalen Architektenwettbewerb 1996. Die Arbeiten zum Brückenschlag wurden im Oktober 2001 aufgenommen.

thumb|300px|nördlicher Bauabschnitt (Anfang 2004)

Umsetzung

Die bautechnische Umsetzung übernahm die Firmengruppe Eiffage, deren Gründer Gustave Eiffel der Erbauer des Eiffelturms war. Eiffage bezahlt die rund 400 Millionen Euro für den Brückenbau und erhält dafür für 75 Jahre die Mautkonzession für die Brückenüberfahrt. Danach geht diese in Staatsbesitz über. Zum Bau der Brücke wurde spezielles Stahlgrobblech verwendet, welches von der Dillinger Hütte im Saarland gefertigt wurde.

Technische Daten

Die Brücke ist 2.460 m lang und an der höchsten Stelle liegt die Fahrbahn in einer Höhe von 245 m. Die Felder über den Stützen haben eine Lichte Weite von 204 bis 342 m. Mit einer Höhe von bis zu 343 m sind die Pfeiler der Brücke die bis dahin höchsten Brückenpfeiler der Welt. Allein in den sieben Betonpfeilern wurden 85.000 m³ Beton verbaut. Insgesamt wurden 205.000 Tonnen Beton für die Stützpfeiler benötigt. Der Überbau der Brücke wird aus Gewichtsgründen aus Stahl hergestellt und mit Hilfe von Hilfsstützen, welche die Spannweiten während der Montage halbieren, von beiden Widerlagern aus eingeschoben. Und obwohl diese Konstruktion nur ein Zehntel des Gewichts einer vergleichbaren Betonkonstruktion aufweist, hat jedes 351 m lange und 32 m breite Stahlsegment immer noch ein Gewicht von 36.000 Tonnen, von denen der 7 cm dicke Fahrbahnbelag allein aus 9.000 Tonnen Asphalt besteht. Die Gesamtstrecke verfügt über ein Gefälle von 3 %. Wegen ihrer exponierten Lage wurde die Brücke für Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h ausgelegt. Bei einem Belastungstest im November 2004 befuhren 28 mit Kies beladene LKW mit einem Gesamtgewicht von mehr als 900 Tonnen das Bauwerk, das sich exakt wie vorausberechnet um 60 cm durchbog.

Kosten

Die Kosten des Bauwerks, für das 2,2 Mio. Arbeitsstunden erforderlich waren, werden mit 400 Mio. € angegeben.

Literatur

Weblinks

See also: Viaduc de Millau, 14. Dezember, 1996, 2001, 2004, Asphalt, Barcelona, Beton, Brücke (Bauwerk), Béziers