Video Graphics Array

Der Begriff Video Graphics Array (VGA) bezeichnet einen Computergrafik-Standard (EISA, 1987), der bestimmte Kombinationen von Bildauflösung und Farbanzahl (Bittiefe) sowie Wiederholfrequenz definiert und ist praktisch identisch zum MCGA (Multicolor Graphics Adapter) von IBM. Fälschlicherweise wird oftmals Video Graphics Adapter als mögliche Bezeichnung genannt. VGA war, im Gegensatz zu seinen Vorgängern EGA und CGA, zu Anfang als Einchipprozessor zur leichteren Integration auf Motherboards konzipiert und somit nicht als eigener „Adapter” geplant.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale einer VGA-kompatiblen Grafikkarte

Zu beachten ist, dass eine Grafikkarte auf Computersicht VGA-kompatibel sein kann, ohne einen VGA-Anschluss zu besitzen, genauso wie eine Grafikkarte mit VGA-Anschluss nicht zwingend kompatibel zum VGA-Grafikkartenstandard ist.

Auflösung

Die Bild-Auflösung einer VGA-Karte läßt sich ziemlich frei einstellen, wodurch es z. B. auch möglich wird, eine VGA-Karte an einen Fernseher mit SCART-Buchse anzuschließen. Für herkömmliche VGA-Monitore geeignet sind jedoch nur folgende Varianten:

Häufig benutzte Grafikmodi waren:

Kompatibilität zu EGA-Karten

Farbpaletten

VGA-Graphikkarten unterstützen bis zu 256 Farben aus 262144 möglichen Farben. Der EGA-Standard unterstützt jedoch nur 16 aus 64 Farben und benutzt hierzu eine einfache Tabelle. Bei VGA-Karten existiert diese Tabelle ebenfalls und zeigt auf einige der ersten 64 Einträge der Farbpalette. Diese VGA-Farbpalette hat nun 256 Einträge, so dass alle Farben dargestellt werden können.

Textmodus

VGA-Graphikkarten stellen den Textmodus mit 720 Punkten pro Zeile dar, genügend für 90 Zeichen pro Zeile. Dies würde jedoch eine deutlich unterschiedliche Speicherverwaltung erfordern, die entweder inkompatibel zu bestehenden Standards wäre, oder sehr umständlich. Man ging deshalb einen anderen Weg. Jedes Zeichen wurde um einen Pixel auf 9 Pixel verbreitert. Da im Zeichenspeicher jedoch nur 8 Spalten gespeichert waren, wurde das 9. Pixel entweder leergelassen, oder durch das Pixel auf der rechten Seite ersetzt. Die Entscheidung darüber wird nach der Nummer des Zeichencodes getroffen. Dadurch ergeben sich auch vertikale Streifen bei einigen Programmen, die den Hintergrund mit Grauzeichen füllen.

Heutige Bedeutung

Die heutigen Grafikkarten für IBM-kompatible PCs sind häufig noch immer ganz oder teilweise VGA-kompatibel. Dies liegt daran, daß VGA ein Standard war und man VGA-Karten ohne Treiber direkt ansprechen konnte. Die heutigen Grafikkarten sind zwar der VGA-Karte in vielen Punkten überlegen, ohne Treiber sind sie aber unbrauchbar. In Situationen, wo auch ohne Treiber etwas auf dem Bildschirm zu sehen sein muß, z. B. in den BIOS-Einstellungen oder bei der Installation eines Betriebssystems gilt daher VGA als sicherer Fallback.

Des Weiteren ist VGA noch als Bezeichnung für die Auflösung 640 × 480 von Bedeutung, die für viele als die typische VGA-Auflösung gilt.

Abgeleitete Formate

Basierend auf 640 × 480 Pixel leiten sich einige kleinere Formate für PDAs etc. von VGA ab:

Für Breitbildschirme wurde außerdem informell WVGA (Wide VGA) geschaffen, was üblicherweise 848 × 480 Pixel oder 852 × 480 Pixel (~16:9) bedeutet; der exakte Breitenwert für eine Höhe von 480 Pixeln und einem Seitenverhältnis von 16:9 wäre 853,333 und lässt sich technisch nicht realisieren. Es sind auch Geräte mit einem Seitenverhältnis von 9:5 (18:10) und Auflösungen von 720 × 400 Pixel oder 864 × 480 Pixel auf dem Markt.

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Kategorie:Computergrafik
 

See also: Video Graphics Array, BIOS, Betriebssystem, Bit, CGA, EISA, Enhanced Graphics Adapter, Farbpalette, Grafikkarte