Viersen
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| Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt Viersen, für den gleichnamigen Kreis siehe Kreis Viersen
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Viersen ist eine große kreisangehörige Stadt am linken Niederrhein in Nordrhein-Westfalen, sowie Kreisstadt und Verwaltungssitz des Kreises Viersen. Sie gliedert sich in die Stadtteile Alt-Viersen, Dülken, Süchteln und den Ortsteil Boisheim. Alt-Viersen besteht aus den Ortsteilen Beberich, Bockert, Hamm, Heimer, Helenabrunn, Hoser, Rahser, Rintgen und Ummer. Zur Zeit hat die Stadt rund 77.000 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von mehr als 9.100 Hektar, darunter
- ca. 1.600 ha bebaute Flächen,
- ca. 4.500 ha landwirtschaftlich genutzte Flächen und
- ca. 2.000 ha Garten, Wald-, Grün- und Wasserflächen.
Wappen
Im Viersener Stadtwappen lebt die Tradition fort: In blauem Schild symbolisieren drei silberne (weiße) Mispelblüten den Zusammenschluss von Dülken mit Boisheim, Süchteln und Viersen zu einer neuen Stadt.
Die Mispelblüte, auch "Geldrische Rose" genannt, war mindestens seit 1450 Symbol des Viersener Wappenbildes.
Sie wies über Jahrzehnte auf die Zugehörigkeit zur Geldener Verwaltungshoheit hin. Die Viersener Stadtfarben sind Blau und Silber (Weiß).
Geographische Lage
Der Stadtkern von Viersen liegt bei 51°16' nördlicher Breite und 6°24' östlicher Länge auf ca. 40 Meter über NN.
Geschichte
Wird heute von Viersen gesprochen, so müssen beim historischen Rückblick drei ehemals selbstständige Städte betrachtet werden, nämlich Viersen, Dülken und Süchteln sowie die Gemeinde Boisheim. Diese schlossen sich bei der kommunalen Neuordnung 1970 zur heutigen Stadt Viersen zusammen. Bis dahin verlief die Entwicklung der einzelnen Städte recht unterschiedlich. Dülken, Süchteln und Boisheim gehörten zum Amt Brüggen im Herzogtum Jülich. Viersen lag als geldrische Exklave des Amtes Krickenbeck inmitten des Jülicher Gebietes. Diese Situation beendeten erst die Franzosen 1794. Ab 1815 gehörte der Niederrhein als Bestandteil der Rheinprovinz zum Königreich Preußen. Damit endete die territoriale Zersplitterung des Gebietes. Die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen „Staaten“ hatte direkten Einfluss auf die Entwicklung der drei Gemeinden. Dülken und Süchteln wurden vom Jülicher Landesherrn gefördert und ausgebaut, weil er sie als Grenzstädte gegenüber Geldern stärken wollte. In Viersen behielt das Kölner Stift St. Gereon als Grundherr lange Zeit bedeutenden Einfluss. Es besaß kein Interesse am Ausbau Viersens zu einer Stadt. Deshalb entwickelte sich die Gemeinde in ihrer Siedlungsstruktur (weit gestreute, einzelne Honschaften) auch anders als die benachbarten Orte Dülken und Süchteln (Stadtkern, Stadtbefestigung). Die seit dem Mittelalter vorhandene Siedlungsstruktur der Gemeinde wurde erst im 19. Jahrhundert verändert. Die Industrialisierung drückte der Landschaft ihren Stempel auf. Mit dem Straßenbau und der Eisenbahn wurden wichtige Verkehrsverbindungen geschaffen, die die Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Aufstieg bildeten. Die Textilindustrie war der Entwicklungsmotor. Bedeutende Firmen entstanden, die weltweit exportierten. Nach dem 2. Weltkrieg brach diese Entwicklung ab. Es entstand eine neue, stärker diversifizierte Gewerbestruktur, die z. T. an Strukturen der Vorkriegszeit anknüpfen konnte, z. B. in der Eisen- und Metallverarbeitung und Lebensmittelbranche. Das geistige Leben der drei Städte wurde im wesentlichen bis zum Ende des 2. Weltkrieges durch den Katholizismus geprägt. Die Reformation fasste nur zaghaft Fuß. Gleichwohl kommt den Protestanten ein bedeutender Anteil bei der Entwicklung der Stadt zu. In Viersen z. B. waren fast alle führenden Industriellenfamilien protestantisch.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Narrenmühle mit Weisheitssaal und Narrenmuseum
- Heimatmuseum
Bauwerke und Sehenswürdigkeiten
- Spätgotische Pfarrkirche St. Remigius aus dem 15. Jh.
- Neugotische Pfarrkirche St. Cornelius
- Neugotische Pfarrkirche St. Clemens mit altem Turm
- Evangelische Kirche in Süchteln
- Irmgardiskapelle auf den Süchtelner Höhen
- Pfarrkirche St.Peter Viersen-Bockert
- Pfarrkirche St.Peter Viersen-Boisheim
- Luzien- Kapelle
- Remigiusplatz mit Gerichtssteinen und Wappensäulen der Partnerstädte sowie dem Remigiusbrunnen
- Festhalle (in der die Veranstaltungen Billard-WM und Internationales Jazz- Festival stattfinden)
- Kaisermühle mit dazugehöriger Gaststätte
- Alter Markt in Dülken
- Ehemaliges Süchtelner Tor
- Rathaus in Dülken
- Gefangenenturm mit Stadtmauer
- Ostgraben, Klostermauer und Stadtmauer
- Aussichtsturm "Windrose" mit Cafe- Restaurant
- Weberbrunnen
- Weberhaus und Tendyckhaus
- neues Rathaus, Alt-Viersen
Gärten und Parks
- Alter Stadtgarten
- Casinogarten
- Wildfreigehege mit Dam-, Rot- und Schwarzwild
- Süchtelner Höhen
- Romantische Landschaft an der Nette (Tor zum Naturpark Maas-Schwalm-Nette)
- Niersaue
Regelmäßige Veranstaltungen
- Dreiband Billard Weltmeisterschaft im März in der Festhalle Viersen
- Internationale Jazzfestival im September in der Festhalle Viersen
- Internationales Hochsprungmeeting
- Große Karnevalsumzüge in den drei Stadtteilen Viersen, Dülken und Süchteln
Wirtschaft
Viersen ist Heimat für eine Reihe mittelständischer Produktions- und Dienstleistungsunternehmen. Süßwarenhersteller Masterfoods (Mars) und Kaiser's Tengelmann AG haben hier ihre deutschen Zentralen. Es existieren mehrere Gewerbegebiete.
Seit 2000 findet in Alt-Viersen, Dülken und Süchteln alle zwei Jahre die Aktion "Viersen blüht" statt, bei der die Innenstädte mit einer Vielzahl von Blumenarrangements geschmückt werden.
Städtepartnerschaften
Bild:Partnerschaften Viersen.jpg | Bild:Kirchturm Suechteln.jpg |
Weblinks
See also: Viersen, 1794, 1815, 19. Jahrhundert, 2000, Amtlicher Gemeindeschlüssel, Bevölkerungsdichte