Vijayanagar

Vijayanagara war ein hinduistisches Königreich in Südindien, existent von 1336/46 bis 1565. Es war nach einer gleichnamigen Stadt (deutsch: Stadt des Sieges) benannt, die heute ein Trümmerfeld mit wenigen intakten Bauten ist (vgl. Hampi).

Die Gründer waren die Brüder Harihara und Bukka, Söhne eines Mannes namens Sangama. Ihre Herkunft ist umstritten, einige Historiker vermuten den Aufstieg von ehemaligen Vasallen der Hoysala-Könige. Andere vertreten die Variante von dem Mönch Vidyaranya, der zwei verschleppte und zum Islam bekehrte Brüder wieder zum Hinduismus zurückführte (um 1336).

Wie auch immer, die Brüder begründeten die Stadt Vijayanagara am Tungabhadra-Fluss und weihten ihr Reich dem Gott Virupaksha. Nach dem Tod des benachbarten, letzten Hoysala-Königs bestieg Harihara 1346 den nun vakanten Thron, vielleicht sogar mit Zustimmung der Witwe, die noch 1349 vor ihm genannt wurde.

In der nächsten Zeit bemühte sich der Mönch Vidyaranya (zusammen mit seinem Bruder Sayana) der vedischen Lehre und den Gesetzen der Brahmanen neue Geltung zu verschaffen. Insbesondere baute er die Legende um den Philosophen Shankara (siehe Indiana Jones-Film) aus und stellte sie in den Dienst seiner Erneuerungspolitik.

Auf Harihara folgte 1357 der jüngere Bukka, der umfangreiche Kriege mit seinen Nachbarn ausfocht. Bukka behauptete die Grenze am Krishna-Fluss und schloss 1365 Frieden mit dem Brahmani-Sultanat, stattdessen eroberte er 1370 Madurai an der Südspitze Indiens.

Die große Stadt Vijayanagara war vom Tungabhadra-Fluss, Sümpfen und Granitklippen geschützt, dazu kamen drei Granitmauern, drei Felsenburgen und unübersichtliche Berge. Sie überstand so viele Belagerungen und erregte aufgrund ihrer Größe und Pracht das Erstaunen der portugiesischen Besucher. Dazu kam die gegen Mitte des 15. Jhrd. modernisierte Armee, die über 35 000 Reiter, über Feuerwaffen und Kriegselefanten verfügte.

Nach inneren Zerfallserscheinungen wechselte 1485 und 1505 die Dynastie. Unter König Krishnadeva Raya (reg. 1509-29) stieg Vijayanagara wieder auf: Der letzte Brahmani-Sultan wurde geschlagen und wieder in sein Amt eingesetzt (1509), es kam zu einer umfangreichen Bautätigkeit und zu einer Förderung der Dichtkunst. Handelskontakte wurden zu den Arabern und zu den Portugiesen in Goa unterhalten.

In der Folge nahm jedoch die Zahl muslimischer Söldner in den Truppen zu, Muslime wurden bei Hofe und in der Armeeführung zugelassen. Januar 1565 kam es zur entscheidenden Schlacht gegen die vereinten muslimischen Sultane des Dekhan bei Talikota: Zwei muslimische Generäle liefen über, der Regent Ramaraya wurde gefangen und sofort enthauptet. Vijayanagara wurde geplündert und zerstört.

See also: Vijayanagar, 1336, 1346, 1349, 1357, 1370, 1565, Brahmanen, Brahmani-Sultanat, Dekhan