Vlora

thumb|300px|Stadtzentrum und Bucht von Vlora Vlora (albanisch auch Vlorë, italienisch Valona, griechisch Βαλόνα) ist eine größere Hafenstadt in Mittelalbanien an der Straße von Otranto, der engsten Stelle der Adria. Nach dem italienischen Otranto verkehrt eine Fähre. Mit fast 100.000 Einwohnern gehört die Stadt zu den größten des Landes. Die Bucht von Vlora und die Strände in Stadtnähe sind beliebte Ziele albanischer Touristen.

Vlora ist auch Hauptort der Präfektur Vlora und des gleichnamigen Kreises, der das nähere Umland und die albanische Riviera umfasst.

Geschichte

Dank seiner strategischen Lage am Eingang zur Adria und seiner Bucht, die einen natürlichen Hafen bildet, war Vlora ein von vielen Völkern begehrter Ort. Die ersten Siedlungen in der Region stammen aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Die Römer nannten die Stadt Aulon. Später wurde die Bucht und die vorgelagerte Insel Sazan von Venezianern, Griechen, Österreichern, Italienern und Sowjets genutzt.

Die neuere Geschichte der Stadt war wiederholt von großer Bedeutung für das ganze Land. In Vlora rief am 28. November 1912 Ismail Qemali die Unabhängigkeit Albaniens aus. 1920 wurden hier die letzten italienischen Truppen aus dem Land "geworfen". In jüngerer Zeit war das Augenmerk der ganzen Welt auf Vlora gerichtet, als im Januar/Februar 1997 die Unruhen, die zum Sturz der Regierung und anarchischen Verhältnissen führten, von hier aus auf ganz Albanien übergriffen.

In den 1990er Jahren wurde Vlora zu einem Zentrum des Schmuggels über die Adria. Das italienische Festland ist nur rund 60 Kilometer entfernt. Mit Schnellbooten können die Schmuggler die Straße von Otranto in einigen wenigen Stunden erreichen. Die Mafia transportierte so Drogen und zum Teil auch Waffen, insbesondere aber Menschen (Flüchtlinge aus Albanien und Asien sowie Frauen für Prostitution) nach Westeuropa. Wiederholt kam es zu Unfällen, bei denen mehrere Flüchtlinge ertranken. Gegenwärtig kämpfen die albanischen Behörden mit Unterstützung von Italienern, Deutschen und Amerikanern gegen das organisierte Verbrechen. Die illegalen Geschäfte haben Vlora zu einer der wohlhabendsten Städte des Landes gemacht.

Sehenswürdigkeiten

See also: Vlora, 1912, 1920, 1997, 28. November, Adriatisches Meer, Albanien, Albanische Sprache, Asien, Deutschland