Vodafone
Die Vodafone Group ist ein international tätiges Mobilfunk-Unternehmen mit geteiltem Sitz in Newbury (London) und Düsseldorf.
Der Name Vodafone ist die Abkürzung für "Voice Data Phone". Durch seine Präsenz in fast allen europäischen Mobilfunknetzen wurde der Name "Vodafone" schnell zur Marke.
Seinen vorläufigen Höhepunkt erlangte das Unternehmen mit der feindlichen Übernahme des deutschen Industrieriesen Mannesmann AG im Februar 2000. Der Chef von Vodafone (Chris Gent) hatte erkannt, dass in dem Wachstumsmarkt Mobilfunk eine Übernahme von Mannesmann von den Kapitalmärkten honoriert werden würde. Trotz expandierender Verschuldung des Konzerns stieg der Aktienkurs der Firma um ein Vielfaches. Außerdem hatte Mannesmann mit dem Erwerb der Firma Orange in Großbritannien den Heimatmarkt Vodafones im Visier. Hätte Gent mit der Übernahme gezögert, wäre Vodafone zudem eventuell selbst von Mannesmann aufgekauft worden. Die Übernahme hielt über Monate die Medien und die Finanzwelt in Atem, und im Januar 2004 begann der Gerichtsprozess gegen ehemalige Beteiligte dieser Übernahme. Am 22. Juli 2004 wurden sämtliche Angeklagte vom Verdacht der Untreue oder der Beihilfe dazu freigesprochen.
Der Mannesmann Konzern wurde in seine Einzelgesellschaften zerlegt und größtenteils veräussert. Die Mobilfunksparte heißt nun Vodafone D2 GmbH. Sie betreibt in Deutschland eines der größten und leistungsstärksten Mobilfunknetze der Welt. Rund 25,5 Millionen Kunden telefonieren in diesem Netz (Zahl Ende 2004).
Heute ist das Unternehmen in den meisten wichtigen europäischen Märkten präsent, in Frankreich allerdings ohne eine Mehrheitsbeteiligung. 2000 wurde die griechische Mobilfunkgesellschaft Panafon übernommen. Inzwischen können die Kunden über Deutschland hinaus bei 249 Netzbetreibern in 130 Ländern auf allen Kontinenten mobil telefonieren und sind dort unter ihrer Vodafone-Nummer erreichbar.
Unternehmensdaten Vodafone D2 GmbH
Umsatz (ca.):
- 31. Dezember 1992 Euro 0,071 Mrd.
- 31. Dezember 1993 Euro 0,462 Mrd.
- 31. Dezember 1994 Euro 0,9 Mrd.
- 31. Dezember 1995 Euro 1,4 Mrd.
- 31. Dezember 1996 Euro 2,2 Mrd.
- 31. Dezember 1997 Euro 2,9 Mrd.
- 31. Dezember 1998 Euro 3,7 Mrd.
- 31. Dezember 1999 Euro 5,1 Mrd.
- 2000/2001 Euro 6,86 Mrd. (Geschäftsjahr jeweils 1.4. bis 31.3.)
- 2001/2002 Euro 6,83 Mrd.
- 2002/2003 Euro 7,20 Mrd.
- 2003/2004 Euro 7,80 Mrd.
Mitarbeiter: 31. März 2004 9.300
Kunden: 31. Oktober 2004 26,1 Mio. (30. Juni 2004 25,5 Mio.)
Firmensitz: Düsseldorf
Geschäftsführung:
- Jürgen von Kuczkowski, Vorsitzender
- Friedrich P. Joussen, Operations, stellvertr. Vorsitzender
- Frank Rövekamp, Marketing
- Karl Ludwig Dilfer, Vertrieb
- Hartmut Kremling, Technik
- Thomas Neumann, Personal
- Albert Weismüller, Finanzen
Niederlassungen: 8:
Berlin, Dortmund, Radebeul bei Dresden, Ratingen bei Düsseldorf, Frankfurt, Langenhagen bei Hannover, München, Stuttgart
Vodafone Group Beteiligungen an Mobilfunkbetreibern in 26 Ländern sowie Kooperationen in 13 weiteren Ländern
Operativer Gewinn:
- 2000 Euro 2,20 Mrd.
- 2001 Euro 2,10 Mrd.
- 2002 Euro 2,15 Mrd.
- 2003 Euro 2,61 Mrd.
Kritik
Im Jahr 2004 zeigte Vodafone eine Wertberichtigung auf die gehaltenen Aktien der Vodafone AG an. Aufgrund der Höhe der Abschreibung von etwa 50 Milliarden Euro erregte die Wertberichtigung Aufsehen. Der endgültige Steuerbescheid aus Deutschland steht noch aus, und die steuerlichen und strafrechtlichen Konsequenzen sind noch offen. Die Rechtmäßigkeit der Teilwertabschreibung ist unter Experten umstritten.
Sollte Vodafones Teilwert-Verlustabschreibung vor dem Europäischen Gerichtshof oder der Europäischen Kommission Bestand haben, so müsste der Konzern die nächsten Jahre trotz massiver Gewinne keine Körperschaft- und Gewerbesteuer bezahlen. Der Umfang und die Methode der Abschreibung könnten somit einen Präzedenzfall in der Geschichte europäischer Unternehmen darstellen.
Vodafone ist nicht das einzige Unternehmen in Deutschland, welches in den letzten Jahren von der Möglichkeit der Teilwertabschreibung Gebrauch gemacht hat, hat jedoch aufgrund der abgeschriebenen Summe sowie der ausländischen Herkunft der Firma für nationale Schlagzeilen gesorgt.
