Volksbefreiungsarmee

Die Volksbefreiungsarmee (vereinfacht: 人民解放军, traditionell: 人民解放軍, Pinyin: Rénmín Jiěfàng Jūn) ist ein Sammelbegriff für die militärischen Teilstreitkräfte Heer, Marine und Luftwaffe der Volksrepublik China. Hinzuzurechnen sind ebenfalls diverse Bürgermilizen, die den ehemaligen "Betriebskampfgruppen" in der DDR ähneln. Die Volksbefreiungsarmee verfügt derzeit über ein Truppenkontingent von 2,81 Mio. Soldaten, die teilweise durch Wehrpflicht rekrutiert werden.

Geschichte

Die Volksbefreiungsarmee ist, gemeinsam mit der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und dem Staatsapparat, eine der drei Säulen des chinesischen Regimes. Von 1927 bis zur Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 hieß sie Rote Armee. Befreiung ist in der Diktion der chinesischen Kommunisten der Zeitpunkt ihrer Machtübernahme am 1. Oktober 1949. Ab den 1960er Jahren wurden die Chinesen dazu aufgerufen, „von der VBA zu lernen". Der Personenkult um Mao erreichte in der - Kulturrevolution seinen Höhepunkt. Verteidigungsminister Lin Biao war Maos designierter Nachfolger. In den zentralen Parteiorganen war die Volksbefreiungsarmee immer stärker vertreten. Die Volksbefreiungsarmee griff in die Kämpfe zwischen den verschiedenen Gruppen Roter Garden ein und hatte Ende der 1960er Jahre praktisch die Regierung über das Land und das Kommando über die Partei übernommen. Doch durch ihre Verstrickung in die Kulturrevolution war die Volksbefreiungsarmee kompromittiert, desgleichen durch Lin Biaos Versuch, Mao zu stürzen. Die Armeeführung spielte 1976 bei der Verhaftung der Viererbande eine entscheidende Rolle. Die Ereignisse vom Juni 1989 auf dem Tiananmen-Platz, als die Volksbefreiungsarmee nicht nur gegen demonstrierende Studenten, sondern auch gegen einfache Bürger vorging, brachte die Volksbefreiungsarmee wieder zurück in die Politik. Ihr Ruf als „Volksarmee" wurde schwer beschädigt.

See also: Volksbefreiungsarmee, 1927, 1949, Betriebskampfgruppe, China, Chinesische Schrift, Heer, KPCh, Kulturrevolution, Lin Biao