Volkswagen
| VOLKSWAGEN AG | |
|---|---|
| Unternehmensform | AG |
| Slogan | Aus Liebe zum Automobil |
| Gegründet | 28. Mai 1937 |
| Firmensitz | Wolfsburg |
| Geschäftsführer | Dr. Bernd Pischetsrieder, Vorstandsvorsitzender |
| Mitarbeiter | über 343.000 |
| Produkte | Automobilhersteller |
| Webseite | www.volkswagen.de |
Volkswagen, abgekürzt VW, ist Europas größter Automobilhersteller und einer der führenden weltweit. Der offizielle Name ist Volkswagen AG (abgekürzt VW AG) mit Sitz in Wolfsburg, Niedersachsen. Zum Volkswagen-Konzern gehören die Marken Audi, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Seat, Škoda und Volkswagen Nutzfahrzeuge.
thumb|right|Das Logo des Wolfsburger Konzerns
| Inhaltsverzeichnis |
|
1.1 Gründung |
Geschichte
Gründung
Am 11. Februar 1933 fordert Adolf Hitler auf der Berliner Automobilausstellung die Motorisierung des deutschen Volkes. Es schwebt ihm die Konstruktion eines Autos vor, das 100 km/h Dauergeschwindigkeit auf der Autobahn halten kann, das mit vier Sitzen für Familien geeignet ist, sparsam im Verbrauch ist und vor allem unter 1000 Reichsmark (RM) kosten soll.
thumb|left|150px|Ferdinand Porsche Der Österreicher Ferdinand Porsche, der in Stuttgart ein eigenes Konstruktionsbüro betreibt und zuvor bereits für verschiedene Unternehmen arbeitete, bekommt am 22.06.1934 vom Reichsverband der Deutschen Automobilindustrie den Entwicklungsauftrag für den Bau eines Prototypen. Die um die Beurteilung der Machbarkeit befragten deutschen Automobilfirmen bezweifeln aber zu Recht die Realisierbarkeit des Volkswagen zu Hitlers Wunschpreis von unter 1000 RM. Schon andere Fahrzeugkonzepte zuvor, die bereits den Begriff Volkswagen nutzten, konnten aufgrund zu hoher Materialkosten und, mangels rationeller Fertigungsmethoden, zu hoher Produktionskosten nicht zu einem "volkstümlichen" Preis angeboten werden. So hatte an der oben erwähnten Automobilausstellung auch Josef Ganz einen Volkswagen mit dem Namen Maikäfer präsentiert.
Da die Automobilindustrie an einer Subventionierung des Volkswagens kein Interesse hat, beauftragt Hitler die Deutsche Arbeitsfront (DAF) mit dem Bau der größten Automobilfabrik Europas. Am 28. Mai 1937 wird unter der Aufsicht von Robert Ley, dem Leiter der DAF, die "Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH" gegründet. Ihr erstes und einziges Produkt soll der "KdF-Wagen" (KdF = Kraft durch Freude) werden. Diese finanziert den Werksaufbau vor allem aus dem Verkauf des 1933 beschlagnahmtem Gewerkschaftsvermögens. Zur Vorfinanzierung der Anlaufkosten der späteren Produktion entwickelt die DAF ein Konzept, mit dem - durch Vorauszahlungen - die künftigen Käufer des Volkswagens dies leisten. Der Kaufpreis von 990 RM wurde in Raten von 5 RM angespart und mit einer Sparmarke auf einer Sparkarte quittiert. Allerdings betrugen die 1939 kalkulierten Kosten eines Wagens mehr als das Doppelte.
Standort der Fabrik wird die neugegründete "Stadt des KdF-Wagens". Sie entsteht, auf dem Reißbrett geplant, mehr oder weniger rein zufällig aufgrund einer Bereisung durch den Geschäftsführer Bodo Lafferentz im ländlich geprägten und dünn besiedelten Gebiet bei der Gemeinde Fallersleben sowie dem Schloss Wolfsburg mit dem dortigen Schulenburgischen Gutshof. Dieser Standort im Urstromtal der Aller in der geografischen Mitte des Reiches bietet verkehrsgünstige Anbindungen durch
- den Mittellandkanal
- die Autobahn von Berlin nach Hannover
- die Eisenbahnstecke Berlin-Ruhrgebiet
- und die Nähe zur Industriestadt Salzgitter sowie zur Großstadt Braunschweig.
Allerdings musste der Autobahnanschluss erst gebaut werden und eine Verbindung zur Eisenbahnhauptstrecke geschaffen werden. Daneben war eine ausreichende Infrastruktur zur Elektrizitäts- und Wasserversorgnug sowie Telekommunikation zu errichten.
Da Ferdinand Porsche seinen Volkswagen in einer komplett neu erbauten Fabrik produzieren kann, ist es ihm möglich, das Produkt und seine Produktionsanlagen optimal aufeinander abzustimmen. So wird die Zahl der zu pressenden Blechteile durch eine optimierte Formgebung (möglichst große Einzelbleche) reduziert. Die konsequente Fließbandfertigung orientiert sich an Beispielen von Ford in Detroit, deren Produktionsmethoden von Porsche auf einer USA-Reise genau studiert und für den Volkswagen weiterentwickelt wird.
Im Herbst 1939 ist der Rohbau der Produktionshallen fertig. Zu einer planmäßigen Produktion des VW-Käfer kommt es aber nicht, mehr als 150.000 Autos im Jahr waren anfangs vorgesehen, da aufgrund der Vorbereitung der Wirtschaft auf den Krieg, unter anderem Spezialwerkzeugmaschinen fehlen. Der für die Produktion benötigte Stahl soll größtenteils aus der "Stadt der Hermann Göring Werke", dem späteren Salzgitter geliefert werden.
Während des Zweiten Weltkrieges wird das Volkswagenwerk auf die Produktion von Rüstungsgütern, unter anderem auch die Vergeltungswaffe V1, umgestellt. Dabei kommen unter anderem Kriegsgefangene und Insassen der Konzentrationslager als Zwangsarbeiter zum Einsatz. So wurde zum Beispiel 1942 das KZ Arbeitsdorf angelegt. Von 1940 bis 1945 mussten etwa 20.000 Menschen im Volkswagenwerk Zwangsarbeit leisten.
Nachkriegszeit
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geht die Zuständigkeit für das Volkswagenwerk Mitte Juni 1945 auf die britische Militärregierung über. In den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg war die Zukunft des Werkes sowie des VW Käfers ungewiss. Sowohl eine Demontage des Werkes als auch eine Weiterführung der Käferproduktion in anderen Ländern waren mögliche Optionen. Unter anderem die britische Firma Humber sowie Ford waren zunächst am VW Werk interessiert. Aufgrund des teilweise schlechten Zustandes des Werkes, der Nähe zur sowjetischen Besatzungszone sowie einer vernichtenden technischen Bewertung des VW Käfers durch einen britischen Untersuchungsbericht verloren alle Interessenten jedoch jegliches Interesse am VW Werk. In besagtem Untersuchungsbericht wurde der Käfer als eine nicht nachahmungswürdige Konstruktion beurteilt, die angeblich nicht den Anforderungen genügte, die man zur damalige Zeit an Kleinwagen stellen musste. Aus heutiger Sicht ist dieses Urteil nicht nachvollziehbar, da vom VW Käfer mehr als 21 Millionen Exemplare hergestellt wurden, die alle in ihrer Grundkonzeption dem Vorkriegsentwurf entsprachen.
Sehr großen Einfluss auf die Entwicklung des Volkswagenwerkes in den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg hatte der britische Offizier Major Ivan Hirst, der mit der Leitung des VW Werkes betraut wurde und dafür sorgte, dass die Produktion wieder in Gang kam. Es war auch Hirst, der Heinrich Nordhoff als Generaldirektor auswählte.
1948 wird Heinrich Nordhoff Generaldirektor. 1949 kam das Unternehmen unter Treuhandschaft des Bundes und des Landes Niedersachsen.
[[Bild:Volkswagenwerk.jpg|thumb|Das Volkswagenwerk in ]]Das Volkswagenwerk in Wolfsburg sollte zur größten Automobilfabrik der Welt werden. Die Werksfläche nimmt heute eine Fläche vergleichbar mit der von Gibraltar ein. Allein die überdachte Hallenfläche ist ungefähr so groß wie das Fürstentum Monaco.
1955 wird in Wolfsburg die Fertigstellung des einmillionsten Volkswagens gefeiert.
Die Volkswagenwerk GmbH wird am 22. August 1960 nach der Preussag als zweites großes Bundesunternehmen privatisiert und heißt mit neuem Namen "Volkswagenwerk Aktiengesellschaft". 60 Prozent des VW-Stammkapitals werden in Form von sogenannten Volksaktien im Gesamtnennwert von 360 Millionen DM ausgegeben. 40 Prozent bleiben unter öffentlicher Kontrolle. Eine Besonderheit dabei ist das so genannte VW-Gesetz vom 21. Juni 1960 , das heute allerdings als wettbewerbsfeindlich angesehen wird.
Im Jahre 1965 übernimmt die Volkswagen AG die Auto Union GmbH von Daimler-Benz. Das Unternehmen mit Sitz in Ingolstadt sichert den Wolfsburgern neue Technologien, wie die Wasserkühlung im Motorenbau und den Frontantrieb. Unter dem Markennamen Audi hat Volkswagen erstmals eine zweite Konzernmarke im Angebot, in die 1969 das Unternehmen NSU integriert wird.
Die 1970er Jahre
Mit dem von NSU entwickelten K70 bringt Volkswagen erstmals ein Fahrzeug mit Frontmotor, Frontantrieb und Wasserkühlung auf den Markt und markiert damit einen Umbruch in der VW-Geschichte.
Volkswagen wird 1972 Produktionsweltmeister: Mit 15.007.034 montierten Wagen löst der VW Käfer den bis dato gültigen Produktionsrekord des Anfang des 20. Jahrhunderts von der Ford Motor Company gebauten T-Modells ab. (Im Jahre 2002 verwies der VW Golf mit 21,5 Mio gebauten Einheiten den Käfer auf Platz drei in der Rangfolge der am meisten produzierten Automobile. Produktionsweltmeister blieb der Toyota Corolla, gefolgt vom VW Golf. Das T-Modell von Ford belegt Platz 4. (Allerdings ist dabei zu bedenken, dass sowohl der Käfer als auch das T-Modell nahezu unverändert produziert wurden, während bei Corolla und Golf mehrere Modelle unter dem selben Namen firmieren).
thumb|Golf IV Der Passat geht im Mai 1973 in Produktion, im Januar 1974 folgt der Golf, der sich danach schnell zum Verkaufsschlager entwickelt. Gefertigt wird nach dem Baukastenprinzip, bei dem durch in verschiedenen Modellen einsetzbare Bauteile erhebliche Einsparpotenziale freigesetzt werden. Der Nachteil war jedoch, dass sich von nun an VW und Audi-Modelle sehr ähnlich sahen.
Im Jahre 1978 wurde der Begriff V.A.G als gemeinsame Vetriebsplattform für Audi und Volkswagen eingeführt. Die Händler bekamen in Form eines umlaufenden blauen Bandes ein einheitliches Erscheinungsbild. Der mit Millionenaufwand eingeführte Name V.A.G stand unsinnigerweise schlicht für Volkswagen AG. Die Begrifflichkeit "V.A.G - Partner" setzt sich in der Öffentlichkeit nicht durch und verschwand um 1992 leise wieder.
Die 1980er Jahre
Im Jahre 1982 wird mit der chinesischen SAIC-Gruppe ein Vertrag über die Produktion des VW Santana in China unterzeichnet. Die Produktion läuft 1988 an.
Die Einführung des VW Golf II bringt auch den Beginn neuer Fertigungsmethoden mit sich. (z.B. Verwendung von Robotern.)
Die Hauptversammlung beschließt 1985, das Unternehmen von "Volkswagenwerk AG" in "VOLKSWAGEN AG" umzubenennen.
Die 1990er Jahre
Im Jahre 1992 trennt sich VW von der Bezeichnung VAG. Die beiden Marken sollen stattdessen ein profilierteres und eigenständigeres Image bekommen.
Ferdinand Piëch - ein Porsche-Enkel - übernimmt zum 1. Januar 1993 den Vorsitz im Vorstand der Volkswagen AG.
Der 1995 vorgestellte VW Sharan ist der erste erfolgreiche Versuch von VW, sich auch im Markt der Nischenfahrzeuge zu etablieren und am damals boomenden Markt der Vans zu partizipieren. Dazu wird eine strategische Allianz mit Ford geschlossen, die den Wagen als Ford Galaxy anbieten. Produziert werden beide Fahrzeuge in Portugal.
Im Jahre 1998 präsentiert VW in den USA den VW New Beetle. Das als sogenanntes "Fun-Car" posititonierte Fahrzeug wird mit seiner markanten Karosserie im Retrodesing auf dem US-Markt ein Erfolg.
Mit Einführung der Vier-Tage-Woche für die Beschäftigten vom Volkswagen beschreiten Vorstand (u.a. Peter Hartz), Betriebsrat und IG Metall 1994 einen neuen Weg zur Standort- und Beschäftigungssicherung.
Nach dem Übernahmepoker zwischen der Volkswagen AG und BMW um den britischen Luxuswagenhersteller Rolls-Royce entscheiden sich die Aktionäre des Mutterkonzern Vickers am 5. Juni 1998 für das Angebot des VW-Konzerns in Höhe von 1,3 Milliarden DM. Am 28. Juli 1998 gibt VW die Namensrechte an Rolls-Royce ab dem Jahr 2002 an BMW ab, um sich dann auf die Produktion des Luxuswagens Bentley zu konzentrieren.
Im Jahre 1999 bringt VW mit dem Lupo 3L TDI das erste Drei-Liter-Auto auf den Markt. Dafür erhält VW von den Umweltverbänden viel Anerkennung. In Dresden legt Volkswagen im gleichen Jahr den Grundstein für die "Gläserne Manufaktur", in der heute der Phaeton endmontiert wird.
Die 2000er Jahre
thumb|AutoStadt mit Autotürmen und Abholzentrum Der Volkswagen-Konzern eröffnet 2000 die in Wolfsburg erbaute "Autostadt", ein Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum kombiniert mit einem Freizeitpark. In der AutoStadt können Kunden ihren Neuwagen abholen, ein Automobilmuseum besuchen und sich über die Produktpalette des Konzern in verschiedenen Markenpavillons informieren.
Das 2002 vorgestellte Ein-Liter-Auto stellte erneut die Technologieführerschaft der Volkswagen AG bei sparsamen Fahrzeugen unter Beweis. Aus wirtschaftlichen Gründen konnte diese Konzeptstudie aber so nicht umgesetzt werden.
2004 geriet Volkswagen unter Druck. Der Konzern erlitt im Geschäftsjahr 2003 einen Gewinneinbruch von über 50 Prozent. Der Vorstand kündigte eine umfassende Restrukturierung des Unternehmens an, um in Zusammenarbeit mit der Belegschaft die Kosten zu senken und die deutschen Produktionsstandorte wettbewerbsfähiger zu machen.
Die 2003 als Hoffnungsträger vorgestellte fünfte Generation des Golf, hatte 2004 mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen. Der im Vergleich zum Golf IV identische Einstiegspreis passte nicht zur schlechten Konjunktursituation und der damit verbundenen Kaufzurückhaltung der Menschen in Deutschland. Zudem verstärkte sich 2004 der Preiskampf in der Automobilbranche weiter. Um den Absatz anzukurbeln, entschied sich der Konzern für eine in der VW-Modellgeschichte einzigartigen Rabattaktion, die Jubiläumsaktion "30 Jahre Golf" genannt wurde. Alle Golf V-Käufer erhielten die Klimaanlage bis September gratis dazu. Versteckte Rabatte durch Überbewertung eines Inzahlung genommenen Gebrauchtwagen waren jedoch bei Volkswagen nicht üblich.
Im gleichen Jahr musste der Konzern einen weiteren Fehler in seiner Produktpolitik indirekt eingestehen. Er kündigte an, die freien Kapazitäten der "Gläsernen Fabrik" künftig mit der Produktion des britischen Bentley auslasten zu wollen. Der mit hohen Entwicklungskosten verbundene Versuch, die Marke VW, die ursprünglich Autos für das Volk bieten sollte, mit einem Modell in der Oberklasse zu positionieren, scheint gescheitert. Ob das Modell eine Weiterentwicklung erfährt, ist noch offen.
Im Frühjahr 2005 ist die neue Generation des Passat, dem zweitwichtigsten Modell der Marke VW, vorgestellt worden. Die zweite wichtige Neuerscheinung in diesm Jahr war der VW Fox, der den Lupo abgelöst hat und in Brasilien gebaut wird.
Historische und soziale Verantwortung
Durch die Gründung im Dritten Reich, die Beschäftigung von Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg und durch den Großaktionär Niedersachsen nimmt das Unternehmen Volkswagen eine gewisse Sonderstellung im deutschen Automobilbau ein, die sich vor allem im Umgang mit der eigenen Vergangenheit und im sozialen Engagement niederschlägt.
Entschädigungsfonds
Da bei Volkswagen während des Naziregimes auch Zwangsarbeiter eingesetzt wurden, richtete Volkswagen am 7. Juli 1998 einen privaten Humanitären Fonds in Höhe von 20 Millionen DM ein, aus dem bis Ende 2001 über 2.000 Menschen in 26 Staaten eine Entschädigung erhielten. Volkswagen war damit einer der Vorreiter in der deutschen Wirtschaft.
Im Werk Wolfsburg entsteht eine "Erinnerungsstätte an die Zwangsarbeit auf dem Gelände des Volkswagenwerkes".
Wolfsburg AG
Als 1998 die Arbeitslosigkeit rapide zu wachsen beginnt, gründet VW gemeinsam mit der Stadt Wolfsburg die Wolfsburg AG. Ihr Ziel ist es, die Arbeitslosigkeit von etwa 18 % in der Region zu halbieren. Viele der späteren Hartz-Reformen werden in diesem Zusammenhang entwickelt: Zeitarbeit, die PSA, der Innovationscampus zur Neugründung von Unternehmen und die AutoUni zur Postgraduiertenbildung.
Auto 5000 GmbH
Die Auto 5000 GmbH wurde im August 2001 gegründet und baut als Gesellschaft der Volkswagen AG den erfolgreichen Kompakt-Van Touran. Das Projekt wurde gegründet, um den Standort Deutschland als Produktionsstätte zu erhalten und Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. Heute sind 3500 direkte Mitarbeiter bei der Auto 5000 GmbH beschäftigt.
Volkswagen und die Politik
Als Konzern kann VW die Interessen seiner Aktionäre und Gläubiger nicht direkt politisch vertreten. Hohe Managergehälter, Subventionen, Abschreibungen und sinkende Kapitalsteuern stehen immer wieder im kritischen Rampenlicht der Öffentlichkeit. Zur Wahrung seiner Interessen führt VW daher bis zu 100 anonyme Politiker auf seinen Gehaltslisten: Darunter bis zu ein Dutzend deutsche Bundes- und Landespolitiker aller Parteien. Dies berichteten Konzernkreise unter zunehmendem Druck der Presse und den Medien im Zusammenhang mit den RWE-Gehaltsaffären des Vorsitzenden der CDU-Arbeitnehmerorganisation CDA, Hermann-Josef Arentz und des ehemaligen CDU-Generalsekretärs Laurenz Meyer. Der VW-Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder hatte angekündigt, dass der Automobil-Konzern im Januar 2005 eine Liste von Mandatsträgern vorlegen will, die europaweit für Volkswagen tätig geworden sind. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Uhl, sowie zwei niedersächsische SPD-Landtagsabgeordnete, haben daraufhin bereits freiwillig ihre verdeckte Lobbyarbeit zugegeben, darunter der Wolfsburger Bürgermeister Ingolf Viereck. Die Koalition die Vorteilsannahme durch Abgeordnete und Anspruchnahme selbiger unter Strafe stellen. Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele setzt sich dafür ein, die Vorteilsannahme nicht daran zu binden, ob der Abgeordnete Geld für eine konkrete Entscheidung bekommen hat. Die Bundesrepublik ist zu der Neuregelung verpflichtet, weil sie zu den Unterzeichnerstaaten der UN-Konvention gegen Korruption gehört.
Situation heute
Gerade die unter Konzernchef Ferdinand Piëch Ende der 1990er Jahre begonnene Neuausrichtung der Marke VW hat viele Kunden enttäuscht. Einerseits wurden Marken wie Bentley, Lamborghini und Bugatti eingekauft, die eher als Prestigeobjekt gelten können, andererseits sollte auch VW selbst mehr in Richtung der Nobelmarken BMW und Mercedes ausgerichtet werden, während die Fahrzeugklasse bis 10000€ von VW nicht mehr bedient wurde und auch die Volumenmodelle Golf und Passat vernachlässigt wurden (kaum Facelifts, Nachfolger kamen relativ spät). Zudem dauerte es lange bis VW im boomenden Geschäft der Kompaktvans und SUVs vertreten war.
| Geschäftszahlen | |||
|---|---|---|---|
| Jahr | Umsatz in Mrd. Euro | Gewinn nach Steuern in Mrd. Euro | Fahrzeug-Absatz in Mio. Stück |
| 2003 | 87,2 | 1,12 | 5,02 |
| 2002 | 86,9 | 2,60 | 4,98 |
| 2001 | 88,5 | 2,93 | 5,11 |
| 2000 | 83,1 | 2,61 | 5,17 |
| 1999 | 75,2 | 0,84 | 4,92 |
Im Geschäftsjahr 2002 lieferte Volkswagen 4,984 Millionen Fahrzeuge aus. Der Umsatz betrug 86,948 Milliarden €, das Ergebnis nach Steuern 2,597 Milliarden €. 2002 hatte VW einen Weltmarktanteil von 12,1%, in Deutschland rund 20%.
Die Volkswagen AG beschäftigt 324.892 Menschen an 45 Fertigungsstätten in 19 Ländern. Am Tag werden mehr als 20.000 Fahrzeuge gebaut. In 150 Staaten bietet Volkswagen seine Fahrzeuge an.
Der Volkswagen-Konzern teilt sich in mehrere Teile auf. Zum einen die Markengruppe Volkswagen, die Markengruppe Audi, Nutzfahrzeuge und Finanzdienstleistungen. Folgende Firmen und Marken sind in diesen Gruppen gebündelt:
Markengruppe Volkswagen
Markengruppe Audi
Nutzfahrzeuge
- Volkswagen Nutzfahrzeuge
- Scania (nur Beteiligung)
- Volkswagen Marine Bootsmotoren
Finanzdienstleistungen:
- Volkswagen Bank
- Volkswagen Leasing
- Volkswagen VersicherungsService
- Europcar
IT-Dienstleistungen:
- gedas (VW-Tochtergesellschaft)
Volkswagen ist eine Aktiengesellschaft deren Aktien sich in Stamm- und Vorzugsaktien unterscheiden. Die Eigentümerstruktur der Volkswagen AG stellt sich so dar:
- Stammaktien:
- ausländische institutionelle Anleger 23,3 %
- inländische institutionelle Anleger 12,1%
- Land Niedersachsen 13,7%
- Streubesitz 41,1%
- Eigenbesitz 9,8%
- Vorzugsaktien: komplett in Streubesitz
Die Aktie ist im DAX, HDAX, CDAX, Prime All Share und Prime Automobile notiert und wird an allen deutschen und allen weltweit wichtigen Börsen, einschließlich New York und London, gehandelt. Sie ist ebenfalls in vielen Automobil-Indizes von Standard and Poor und Dow Jones vertreten.
Modelle
thumb|VW Lupo von hinten, Modelljahr 2004 thumb|aktueller Polo 9N thumb|VW New Beetle
Modelle in Europa
aktuelle Modelle
Personenwagen
- Fox, Kleinstwagen
- Lupo, nur noch 3L und GTI, Kleinstwagen
- Polo, Kleinwagen
- Golf, Bora, New Beetle, Kompaktklasse
- Passat, Mittelklasse
- Phaeton, Oberklasse
Großraumlimousinen und Nischenfahrzeuge
- Touran, kompakte Großraumlimousine
- Sharan (gemeinsame Basis mit Ford Galaxy und Seat Alhambra), Großraumlimousine
- Multivan, Caravelle (auf Basis des Transporters), große Großraumlimousine
- California, Wohnmobil (auf Basis des Transporters)
- Polo Fun, Mini-SUV (SUV-Eigenschaften beschränken sich auf die Optik)
- Golf Plus, Hochdachvariante des VW Golf V
- VW Caddy Life, Hochdachkombi-Version des Caddy
Geländewagen
- Touareg, Geländewagen, teilt Plattform mit Porsche Cayenne und Audi Q7
Nutzfahrzeuge
- VW Caddy auf Basis des Golf, Kastenwagen
(Aktuelle Generation auf Basis des Touran, jedoch mit Starrachse hinten, 3. Generation auf Basis des Seat Ibiza, 2. Generation (Pritschenwagen) auf Basis des Skoda Felicia, 1. Generation (Pritschenwagen) auf Basis des Golf I) - Transporter, mittelgroßer Transporter
- LT, großer Transporter (2. Generation gemeinsame Basis mit Mercedes Sprinter)
Geplante Modelle
- Fox Microvan, Mikrovan
- Marakkesch, evtl. auch Beduin, Geländewagen auf Golf-Basis, soll kleiner Bruder des VW Touareg werden (2007)
- Microvan, Van, soll in den USA auf Basis des VW T5 gebaut werden (2006)
- VW Microbus, soll 2007 der Nachfolger des VW Multivan werden
- Siehe auch Konzeptautos von VW
Ausgelaufene Modelle
Modelle mit Heckmotor thumb|VW Käfer thumb|VW Kübelwagen
- Typ 82 - Kübelwagen/Wehrmachtskübel, während des 2. Weltkrieges produziert
- Typ 166 - Schwimmkübel (1942-1944), Allradgeriebenes Amphibienfahrzeug, während des 2. Weltkrieges produziert
- Typ 51 (1945-1946), Käferkarosserie mit Fahrgestell des Wehrmachtskübels.
- Typ 1 - Käfer (1947-2003), 1974 abgelöst von Golf, in Mexiko noch gebaut bis 2003
- Typ 2 - Transporter (VW Bus, Bulli) (1949-1992), abgelöst vom T4 mit Frontantrieb, T2 wird in Brasilien noch gebaut, T3 wurde bis 2003 in Südafrika noch gebaut.
- Typ 14 - Karmann Ghia, (1955-1973)
- Typ 3 - VW 1500/1600 (1961-1973)
- Typ 34 - Karmann Ghia 1500 (der große Karmann Ghia), (1962-1969)
- Typ 147 - Fridolin, (1964-1973)
- Typ 4 - VW 411/12 (Nasenbär), (1968-1974)
- Typ 181 - Kurierwagen (1969-1979), (Wurde noch in Brasilien bis in die 80er für Amerika produziert)
Modelle mit Mittelmotor
- VW-Porsche 914 (1969-1975), Sportwagen in Kooperation mit Porsche - abgelöst von Porsche 924
Modelle mit Frontmotor thumb|VW Derby
- K70 (1970-1974), Entwicklung von NSU, durch Übernahme von Audi ins Programm übernommen, Nachfolger 1973 Passat
- Derby (1977-1981), (Stufenheckversion von Polo I/Audi 50), abgelöst von Polo II Stufenheck (1981-89)
- Jetta (1979-1991) (Stufenheckversion des Golf I und II), in Europa abgelöst von Vento (auf US-Markt bis Bora weiterhin als Jetta bekannt)
- Vento (1992-1997) (Stufenheckversion des Golf III), in Europa abgelöst von Bora
- VW Taro (1989-1996), baugleich mit Toyota Hilux, aus Joint-Venture-Vertrag
- Santana (1981-1985), (Stufenheckversion des Passat Typ 32B), in Europa 1985 umbenannt in Passat Stufenheck
- Scirocco (1974-1992), gebaut bei Karmann, 1988 abgelöst von Corrado, jedoch noch etwa 2 Jahre parallel weitergebaut
- Corrado, (1988-1995), ausgelaufen, ohne Nachfolger
- Iltis (1979-1982), (Geländewagen auf Golf-Basis für die Bundeswehr), 1982 ausgelaufen
- Golf Country, Geländeversion des Golf II, ohne Nachfolger
- Rallye Golf, Rallye-Version des Golf II, Mindestproduktionszahl für Zulassung zum Rallye-Sport
Nutzfahrzeuge
- MAN-VW Lastwagen, Koproduktion mit MAN wobei das Fahrerhaus ein abgewandeltes des VW LT war und die Motoren von MAN kamen, teils auch mit Allradantrieb
- L80 Lastwagen aus brasilianischer Produktion, der zeitweilig in Deutschland angeboten wurde, oberhalb des LT angesiedelt
Modelle außerhalb Europas
Neben der europäischen und nordamerikanischen Produktpalette, stellt Volkswagen auch Fahrzeuge in Mittel- und Südamerika, China und Südafrika her. Da es sich bei den Märkten um Schwellenländer handelt, sind diese Modelle bedeutend günstiger und für den Einsatz auf schlechten Straßen besser geeignet. Diese Fahrzeuge werden meist nur in den lokalen Märkten vertrieben und basieren oft auf sehr alten Volkswagenmodellen (z.B. Santana 2000 auf Santana, Citi Golf auf Golf I) oder teilen die Plattform mit europäischen Modellen, so der Fox (in Mexiko Lupo) mit dem aktuellen Polo. Doch geht Volkswagen mittlerweile dazu über auch in diesen Länder eigentlich europäische Modelle zu fertigen, so z.B. den Touran für den chinesischen Markt oder den Bora als Jetta für den US-amerikanischen Markt in Mexiko. Volkswagen ist der einzige Automobilhersteller Südamerikas, mit eigener Entwicklungsabteilung.
aktuelle Modelle
Hier sind nur Modelle die in den erwähnten Ländern gefertigt oder exklusiv vertrieben werden. Die Produktpalette umfasst meist auch Modelle die aus Deutschland oder Europa in die betreffenden Länder exportiert werden.
VW Südamerika & Mexiko
VW de Mexico, VW de Argentina, VW do Brasil
- VW Derby
- VW Fox in Mexiko Lupo
- VW Gol in Mexiko Pointer
- VW Kombi
- VW Parati
- VW Santana
- VW Saveiro
Außerdem fertigt Volkswagen in Brasilien Lkw und Fahrgestelle für Busse jeder Größenordnung. Folgende Modelle sind aktuell:
- VW Caminhões Leves bis 8 Tonnen
- VW Caminhões Médios bis 18 Tonnen
- VW Caminhões Pesados bis 26 Tonnen
- VW Família Titan bis 26 Tonnen
- VW Caminhões Eletrônicos von 8 bis 26 Tonnen
- VW Ônibus Fahrgestelle für Busse
Diese Modelle werden nur in Südamerika vertrieben, doch wurde in den 1990ern mit dem VW L60 ein Modell auch nach Europa importiert. Das Knowhow für schwere LKW in Europa wird im Volkswagenkonzern von Scania vertreten.
VW Südafrika
VW of South Africa
- VW Citi Golf
- VW Pick Up
- VW Golf (A4)
VW China
FAW Volkswagen, Shanghai Volkswagen
In China gründete Volkswagen zwei Jointventures um auf dem dortigen Markt produzieren zu können.
FAW Volkswagen (FAW-VW) mit der FAW:
Shanghai Volkswagen (SVW) mit der SAIC:
- VW Gol
- VW Passat (B5)
- VW Polo
- VW Santana
- VW Santana 3000
- VW Touran
Geplante Fahrzeuge
- Crossfox, Offroad-Variante des VW Fox
- Microvan, Van, soll in den USA auf Basis des VW T5 gebaut werden (2006)
Produktionsstandorte
Produktionsstandorte der in Deutschland zum Verkauf stehenden Modelle
- Wolfsburg (VW Golf, VW Bora, VW Touran, VW Lupo)
- Gläserne Manufaktur Dresden (VW Phaeton)
- Emden (VW Passat)
- Hannover (Nutzfahrzeuge)
- Zwickau-Mosel (VW Golf, VW Passat)
- Bratislava, Slowakei (VW Polo, VW Golf, VW Touareg)
- Brüssel, Belgien (VW Golf)
- Martorell (VW Polo)
- Mlada Boleslav, Tschechien (VW Caddy)
- Palmela, Portugal (VW Sharan)
- Pamplona, Spanien (VW Polo)
- Posen ("Poznan"), Polen (VW Multivan, VW Caddy)
- Puebla, Mexiko (VW New Beetle, VW Jetta)
Motoren- und Komponentenwerke
Sonstige Fertigungs- und Montagewerke im Ausland
- VW do Brasil:
- Taubate
- Anchieta
- Curitiba
- VW Argentina:
- Pacheco
- VW de Mexico:
- VW of South Africa:
- Uitenhage
- VW of Nigeria Ltd.:
- FAW-Volkswagen:
- SVW:
Literatur
- Mommsen, Hans; Grieger, Manfred: Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich. 1996 ECON Verlag Düsseldorf. ISBN 3-430-16785-X
Weblinks
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