Võro
| Võro (Võro kiil) | ||
|---|---|---|
| Gesprochen in: | Estland | |
| Sprecher: | 70.000 (Muttersprachler) | |
| Linguistische Klassifikation: |
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| Offizieller Status | ||
| Amtssprache in: | ||
| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: | ||
| ISO 639-2: | ||
| SIL: | ||
Võro (võro kiil´) ist wie u. a. Estnisch, Ungarisch und Finnisch eine finno-ugrische Sprache. Sie gehört zum finnischen Zweig der finno-ugrischen Sprachen. Võro ist eine indigene Regionalsprache Estlands und hat ungefähr 70.000 Sprecher (Võros), die hauptsächlich im Süden Estlands leben. Das historische Võromaa besteht aus den acht Gemeinden Karula, Harglõ, Urvastõ, Rõugõ, Kanepi, Põlva, Räpinä und Vahtsõliina. Diese Gemeinden sind überwiegend Teil der Landkreise Võru und Põlva wobei kleine Teile sich auch in die Landkreise Valga und Tartu erstrecken.
| Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Võro, das zu den südestnischen Dialekten gezählt wird, gilt als am wenigsten beeinflusst von den nordestnischen Dialekten, die das Standardestnisch geprägt haben. Võro wurde früher auch südlich und östlich des historischen Võromaa (im heutigen Lettland und Russland) gesprochen. Verglichen mit anderen südestnischen Dialekten wie Mulgi, Tartu und Seto hat Võro die meisten seiner charakterischen Eigenschaften bewahrt. Einer der frühesten Texte in einer südestnischen Sprache ist eine Übersetzung des Neuen Testaments (Wastne Testament), die 1686 veröffentlicht wurde.
Gegenwärtige Situation
Aufgrund der Bemühungen des Võro-Instituts ist Võro inzwischen standardisiert. Es gibt mit Uma Leht eine zweimal im Monat erscheinende Zeitung in Võro.
Orthographie
Võro (wie auch Estnisch und Finnisch) benutzt das lateinische Alphabet. Die meisten Buchstaben (vor allem ä, ö, ü, and õ) bezeichnen dieselben Laute wie in Standardestnisch. Es gibt folgende Ausnahmen: q ist ein glottaler Laut (Knacklaut), y ist ein Vokal ähnlich dem russischen ы (und nicht dem finnischen y!), und der Akut ´ kennzeichnet die Palatalisation von Konsonanten: h´, k´, ĺ, ń, ś, ť usw.
In Võro können alle Konsonanten außer (j und q) palatalisiert werden.
Unterschiede zum Standardestnisch
- In Võro gibt es, wie u. a. in der finnischen und vielen anderen uralischen Sprachen oder der türkischen Sprache als nichturalischer Sprache das Phänomen der Vokalharmonie.
- Es bestehen Unterschiede in der Morphologie. Beispielsweise bildet das Standardestnisch die 3. Person Singular mittels Anhängen der Endung -b an den Flexionsstamm, Võro hingegen entweder durch das Weglassen einer Endung oder das Anhängen der Endung -s:
| Deutsch | Estnisch | Võro |
|---|---|---|
| er schreibt | kirjutab | kirotas |
| er gibt | annab | and |
- Bei einigen Worten aus der Alltagssprache gibt es ebenfalls Unterschiede:
| Estnisch | Võro | Bedeutung |
|---|---|---|
| punane | verrev | rot |
| soe | lämmi | warm |
| õde | sõssar | Schwester |
| uus | vahtsõnõ | neu |
| koer | pini | Hund |
| pesema | mõskma | waschen |
| hunt | susi | Wolf |
| surema | kuulma | sterben |
| sõstar | hõrak | Johannisbeere/Korinthe |
| kask | kõiv | Birke |
| nutma | ikma | weinen |
- In Võro folgt das Verneinungsverb dem zu verneinenden Verb, im Standardestnisch geht es dem zu verneinenden Verb voraus:
| Estnisch | Võro | Bedeutung |
|---|---|---|
| sa ei anna | saq anna eiq | Du gibst nicht |
| ma ei tule | maq tulõ õiq | Ich komme nicht |
Links
- „Estonian dialects and layers“ bei http://www.estonica.org
- Võro-Estonian dictionary (Võro-Institut)
- Võro-Institut
- Zeitung auf Võro, „Uma Leht“
- Hörbeispiel des Võro
- Homepage zu Computerprogrammen auf Võro
- English-Võro dictionary of computer terms
