Votiv
Ein Votiv (von Latein votum = Gelübde) ist der künstliche oder natürliche Gegenstand, den der Votant gemäß einem Gelübde ("ex voto") an heiliger Stätte darbringt als Zeichen des Dankes für die Rettung aus einer Notlage oder mit der Bitte um Erfüllung eines bestimmten Wunsches.
Wird die Gabe ohne konkreten Anlass zur allgemeinen Anheimstellung an die überirdische Macht gestiftet, spricht man von einem Weihegeschenk. Anlass zu einem Gelübde kann jede Art von Bedrängnis sein: Krankheiten, Unfälle, Katastrophen. In Kriegszeiten oder bei Seuchengefahr werden himmlische Helfer besonders häufig bemüht.
Vom bloßen Bitt- oder Dankgebet unterscheidet sich die Votation durch das Versprechen und schließlich durch die Darbringung einer Gabe. Der Vorgang gleicht einem Rechtsakt: Erfüllt die eine Seite die Bitte, muss die andere ihre Leistung in Form eines Votivs erbringen.
Geschichte
Schon die mediterranen Völker des Altertums kannten den Brauch, heilige Stätten mit Gaben zu bedenken. Zahllose Gaben brachten die Griechen ihrem wundertätigen Gott Asklepios in Epidauros, Knidos, Pergamon und anderen Kultorten dar. Zeugnisse des religiösen Lebens der Römer sind die dem phrygischen Gott Sabazius geweihten Votivhände und die Abbildungen menschlicher Körperteile aus Ton und Bronze im Isistempel von Pompeji.
Im Christentum finden wir das Votivbrauchtum seit den Anfängen. Zur reichsten Entfaltung kommt es aber in der Barockzeit, als auch die Wundergläubigkeit ihren Höhepunkt erreichte.
Formen
[[Bild:Fatschenkind.jpg|thumb|Fatschenkind (Gebildmotiv)]] Gemälde und andere flächige Kunstwerke werden als Votivbilder bezeichnet, für dreidimensional gestaltete Gegenstände ist die Bezeichnung Gebildvotiv üblich.
Auch Werke der Baukunst können als Votiv dargebracht werden, ein bekanntes Beispiel für eine Votivkirche ist die Votivkirche Wien.
