Vulgärlatein

Mit Vulgärlatein wird das gesprochene Latein bezeichnet. Die Bezeichnung geht auf das lateinische Adjektiv vulgaris ('zum Volke gehörig') zurück (z.B. in sermo vulgaris 'Volkssprache'). Da man auf Deutsch meist an vulgär denkt, ist es wahrscheinlich besser, von Volkslatein oder genauer von gesprochenem Latein zu sprechen. Das Vulgärlatein ist keinesfalls mit spätem Latein zu verwechseln, da es schon in den frühen Komödien des Plautus und des Terentius sichtbar wird.

Da es aus alter Zeit naturgemäß keine Sprachaufnahmen geben kann, muss das gesprochene Latein erschlossen werden; dazu dienen folgende Quellen:

Aus dem sermo vulgaris oder sermo plebeius der spätlateinischen Periode, der lingua romana rustica -- nicht aus der lateinischen Literatursprache -- entwickelten sich die romanischen Sprachen. Dabei ersetzten oft ausdrucksstärkere Wörter die Vokabeln des klassischen Latein.; z.B. "testa" (wörtlich "Tontopf", "Schale") wie in frz. tête statt "caput" (Kopf) oder "caballus" ("Arbeitspferd", "Gaul") wie in it. cavallo, frz. cheval, sp. caballo, pt. cavalo für "equus" (Pferd).

Einige weitere wichtige Merkmale des Vulgärlateins sind neben der Verschiebung von Wortbedeutungen:

Siehe auch: Küchenlatein

See also: Vulgärlatein, Alphabet, Cicero, Deklination, Deponentien, Diathese (Linguistik), Gaius Petronius Arbiter, Glossen, Graffiti, Infinitiv