Wahlmann

Ein Wahlmann ist in den USA ein Mitglied des Electoral College (auf deutsch manchmal: Wahlmännergremium).

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Wahl der Wahlmänner

Jeder US-Bundesstaat wählt seine Wahlmänner nach einzelstaatlichenen Regeln, die jedoch fast überall dieselben sind: Es gilt das the winner takes it all-Prinzip (also Mehrheitswahlrecht), d.h. alle von je einem Bundesstaat entsandten Wahlmänner gehören der selben Partei an. In Nebraska und Maine gilt dieses Prinzip jedoch nicht

Wahl durch Wahlmänner

Das Electoral College wählt alle vier Jahre den US-amerikanischen Präsidenten. Sieger der Wahl ist jeweils der Kandidat, der die absolute Mehrheit der Wahlmännerstimmen auf sich vereint (also wieder Mehrheitswahlrecht). Sollte keine absolute Mehrheit für einen Kandidaten zustande kommen, so wählt das Repräsentantenhaus als Kammer, die dem Volk am nächsten ist, den Präsidenten, der Senat den Vizepräsidenten.

Nach heutiger Zusammensetzung sind für einen Sieg eines Präsidentschaftskandidaten im Electoral College mindestens 270 der 538 Wahlmännerstimmen nötig. Auch ein Kandidat, dem es gelänge, nur die Wahlmännerstimmen der elf bevölkerungsreichsten Bundesstaaten auf sich zu vereinen, würde so Präsident.

Ungebundenheit an Wählerwillen

Die Wahlmänner sind theoretisch frei in ihrer Entscheidung, außer in den Anfangszeiten der USA gehören diese aber jeweils fest zu einem Kandidaten. In der Praxis werden in jedem Staat nur die Unterstützer eines Präsidentschaftskandidaten bestimmt. Das kann bei knappen Wahlergebnissen dazu führen, dass sich im Electoral College andere Mehrheitsverhältnisse bilden als bei der eigentlichen Volkswahl. Zuletzt geschah dies 2000 bei der Wahl von George W. Bush...

Idee

Die Institution des Electoral College entstand nach dem US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg in Anlehnung an die Wahl des Kaisers des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation durch die Kurfürsten. Sie ist ein Teil der Checks and Balances des amerikanischen Systems und sollte eine weitere Ebene der Kontrolle einführen. Mittlerweile aber ist sie sowohl in der Demokratietheorie als in der öffentlichen Meinung (besonders außerhalb der USA) wegen ihrer tendenziell undemokratischen Implikationen in die Kritik geraten.

Da die Verfassung der USA jedoch äußerst schwer zu ändern ist -- neben einer Zweidrittelmehrheit in Senat und Repräsentantenhaus ist noch die Zustimmung von drei Vierteln der Einzelstaatsparlamente notwendig -- ist eine Änderung des Systems in näherer Zukunft nicht in Sicht.

Bundesstaat Wahlmänner Einwohner pro Wahlmann
Alabama 9 494122
Alaska 6 104489
Arizona 8 641329
Arkansas 3 891133
Colorado 8 537658
Connecticut 8 425696
Delaware 3 261200
District of Columbia 3
Florida 25 639295
Georgia 13 629727
Hawaii 4 302884
Idaho 4 323488
Illinois 22 564513
Indiana 12 506707
Iowa 7 420580
Kalifornien 55 615848
Kansas 6 448070
Kentucky 8 505221
Louisiana 9 496553
Maine 4 318731
Maryland 10 529649
Massachusetts 12 529091
Michigan 18 552136
Minnesota 10 491948
Mississippi 7 385320
Missouri 11 508656
Montana 3 303151
Nebraska 5 342253
Nevada 4 560289
New Hampshire 4 308947
New Jersey 15 560957
New Mexico 5 363809
New York 33 575044
North Carolina 14 574951
North Dakota 3 214067
Ohio 21 540626
Oklahoma 8 431332
Oregon 7 488771
Pennsylvania 23 533959
Rhode Island 4 262080
South Carolina 8 501502
South Dakota 3 251615
Tennessee 11 517208
Texas 32 651619
Utah 5 446634
Vermont 3 202942
Virginia 13 553596
Washington 11 535829
West Virginia 5 361669
Wisconsin 11 497482
Wyoming 3 164594

Siehe auch

US-Präsidentschaftswahlen 2004

Weblinks

See also: Wahlmann, 2000, Alabama (Bundesstaat), Alaska, Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg, Arizona, Arkansas, Checks and Balances, Colorado, Connecticut