Wahrheits- und Versöhnungskommission
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Der Doppeleintrag zum Artikel Wahrheits- und Versöhnungskommission befindet sich unter Wahrheitskommission. –Flominator 09:20, 30. Mai 2005 (CEST)
Die Wahrheits- und Versöhnungskommission (Truth and Reconciliation Commission (TRC)) war eine südafrikanische Einrichtung zur Untersuchung von politisch motivierten Verbrechen, die während der Zeit der Apartheid begangen wurden. Sie geht in ihrer Entstehung zurück auf eine Initiative des ANC und des damaligen Justizministers Dullah Omar im Jahr 1994 und wurde im Januar 1996 durch Präsident Nelson Mandela eingesetzt. Vorsitzender war Desmond Tutu. Die Kommission arbeitete bis 1998.
Die Kommission wurde für 18 Monate einberufen. Sie konnte um ein halbes Jahr verlängert werden. Der relativ kurze Zeitraum ihres Wirkens war bereits zur Einberufung umstritten, da die die Fülle der zu behandelnden Fälle in dieser Zeit kaum zu bearbeiten schien. Allerdings galt es auch, die Folgen des Apartheidsystems schnell öffentlich zu machen. Sowohl um ggf. Entschädigungen nicht erst nach vielen Jahren zu zahlen, aber auch, um den schmerzhaften Prozess der Aufklärung nicht unnötig in die Länge zu ziehen.
Ihr Ziel war es, Opfer und Täter in einen "Dialog" zu bringen und somit eine Grundlage für die Versöhnung der zerstrittenen Bevölkerungsgruppen zu schaffen. Vorrangig hierbei war die Anhörung beziehungsweise die Wahrnehmung des Erleben des jeweils anderen.
Die Ideale Gandhis, der seinerseits über 2 Jahrzehnte in Südafrika lebte und wirkte, finden sich in den Grundsätzen der Wahrheits- und Versöhnungskommission wieder. Nicht die Konfrontation, sondern die Wahrnehmung des "Anderen" stand im Vordergrund.
Den Angeklagten wurde Amnestie zugesagt, wenn sie ihre Taten zugaben, den Opfern wurde finanzielle Hilfe versprochen. Ziel war die Versöhnung mit den Tätern sowie ein möglichst vollständiges Bild vom den Verbrechen, die während der Apartheid verübt wurden, zu bekommen. Sämtliche Anhörungen waren deshalb öffentlich.
Die Wahrheits- und Versöhnungskommission bestand aus drei Ausschüssen die jeweils unterschiedliche Aufgaben übernahmen:
- Das Komitee für die Aufklärung der Verbrechen während der Apartheid
- Das Komitee für die Entschädigung der Opfer
- Das Komitee für die Gewährung der Amnestie
Am 29. Oktober 1998 präsentierte die Wahrheits- und Versöhnungskommission ihren Abschlussbericht.
Die Idee der Wahrheits- und Versöhnungskommission ist in den letzten Jahren in weiteren Ländern umgesetzt worden. Unter anderem in Peru und in Osttimor. In beiden Fällen gilt Südafrika als Vorbild. Aktuell finden sich Stimmen, die auch im Irak die Chancen einer Wahrheits- und Versöhnungskommission hervorheben.
Siehe auch: Wahrheitskommission Siehe auch: Vergangenheitsbewältigung
Literatur
- Desmond Tutu: Keine Zukunft ohne Versöhnung. Patmos Verlag, Düsseldorf 2001 ISBN 3-491-72456-2
