Waldschutz
Unter Waldschutz werden alle Maßnahmen zum Schutz von Wäldern vor Schäden jeglicher Art verstanden. Dabei werden sowohl die forstwirschaftlichen wie auch die nicht-materiellen Ansprüche (wie Erholung, Klimawirkung oder Landschaftsgestaltung) an den Wald als schützenswert betrachtet. Seit dem Umwelt-Gipfel von Rio 1992 ist Waldschutz auch ein politischer Begriff, der insbesondere in entwicklungspolitischen Zusammenhängen gebraucht wird.
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Forstlicher Waldschutz
Gefahren für den Wald
Die Leistungsfähigkeit des Waldes wird sowohl von biotischen wie auch von abiotischen Faktoren bedroht. Darüber hinaus kann der Wald auch durch forstwirtschaftliche Maßnahmen geschädigt werdn, beispielsweise durch Rückeschäden.
Die wesentlichen biotische Gefahren für den Wald sind
- Schadinsekten wie Borkenkäfer (z. B. Buchdrucker und Kupferstecher an Fichte), Eichenwickler oder Schwammspinner
- Wildverbiss
- Pilzschäden
Zu den abiotische Gefahren zählen:
- Klimaeinflüsse wie Sturm (Sturmholz), Schnee, Eis, Frost, Trockenheit, Hitze und Blitzschlag
- Feuergefahr (Waldbrand)
- Eintrag von Schadstoffen (Waldsterben)
Methoden des Waldschutzes
Im Rahmen des Waldschutzes werden zahlreiche unterschiedliche Methoden angewandt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Schutz gegen biotische Faktoren, da die meisten abiotischen Faktoren durch Menschen kaum beeinflussbar sind. Schäden durch die forstwirtschaftliche Nutzung werden durch die entsprechende Ausbildung der Mitarbeiter minimiert.
Schutz vor biotischen Gefahren
Die Maßnahmen gegen biotische Gefahren lassen sich grob in vier Bereiche einteilen:
- Zu den physikalische Verfahren zählen die Nasslagerung und die Entrindung von geschlagenem Holz, die Einzäunung von Aufforstungsflächen und der mechanischer Schutz junger Bäume gegen Wildverbiss.
- Chemische Verfahren des Waldschutzes umfassen vor allem den Einsatz von Pestiziden.
- Die biologischen Waldschutzverfahren zerfallen in zwei Bereiche: zum einen die Förderung von Nutzorganismen wie Vögeln, Fledermäusen oder Ameisen, beispielsweise durch die Anlage von Totholz-Inseln, und zum anderen durch den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen wie verschiedenen Bacillus thuringiensis-Unterarten.
- Davon unterschieden werden biotechnische Waldschutzverfahren, die auf der „Zweckentfremdung" natürlicher Reaktionen auf Reize beruhen. Als physikalische Reize werden Wildreflektoren eingesetzt, während Lockstoff-Fallen und Repellents (Schäl- und Verbiss-Schutzmittel) mit chemischen Reizen wirken.
Schutz vor abiotischen Gefahren
Die Möglichkeiten zum Schutz vor abiotischen Gefahren sind geringer, da diese nur in geringem Umfang direkt beeinflussbar sind. Infrage kommen unter anderem Maßnahmen des Waldbaus als Schutz gegen Sturmgefahren oder Öffentlichkeitsarbeit, um Waldbränden vorzubeugen. Im Bereich des Immissionsschutzes wurden zahlreiche forstliche Maßnahmen wie zum Beispiel die Kalkung entwickelt, die allerdings nicht auf die Schadensursache wirken, sondern auf die Symptome.
Waldschutz und Politik
Seit dem Umwelt-Gipfel von Rio ist Waldschutz auch ein Schlagwort der politischen Debatte. Hier wird der Begriff umfassender verstanden, neben die oben beschriebenen forstwirtschaftlichen Methoden treten im großem Umfang politische Konzepte und gesetzliche Regelungen. Kern ist meist die Forderung nach eine weltweiten nachhaltigen Waldpolitik.
Wichtige Themen in diesem Zusammenhang sind der Schutz der tropischen und borealen Regenwälder und der Schutz der Biodiversität. Daneben gewinnt die Zertifizierung von Forstprodukten beispielsweise durch den Forest Stewardship Council in letzter Zeit an Bedeutung.
Literatur
- Altenkirch, Majunke, Ohnesorge. Waldschutz auf ökologischer Grundlage. Ulmer Verlag, Stuttgart 2002. ISBN 3-8001-3684-8
- Hartmann, Nienhaus, Butin. Farbatlas Waldschäden. Stuttgart, Ulmer Verlag, Stuttgart 1995
- Schwerdtfeger. Die Waldkrankheiten. Paul Parey, Hamburg und Berlin 1981
siehe auch
Weblinks
- Waldschutz - Zusammenfassende Darstellung
- Wald- u. Umweltschutz - WUS - das Zentrum für Waldgesundheit in der Schweiz
- Bayerische Staatsforstverwaltung - Waldschutz
- Waldschutz als politische Aufgabe - pdf, 859 kb
- BMU - Projekte zum internationalen Waldschutz
