Waldviertel
Das Waldviertel ist der nordwestliche Teil des österreichischen Bundeslandes Niederösterreich.
Im Süden wird es von der Donau, im Südwesten von Oberösterreich, im Nordwesten und Norden von Tschechien und im Osten vom Manhartsberg (537 m) begrenzt. Letzterem verdankt es auch den Namen Viertel ober dem Manhartsberg (siehe auch: Weinviertel).
Das Waldviertel umfasst eine Fläche von etwa 4.600 km² und wird von etwa 231.000 Personen bevölkert (Stand: Volkszählung 1991). Die wichtigsten Städte sind die Bezirkshauptorte Gmünd, Waidhofen an der Thaya, Horn, die Braustadt Zwettl und Krems. Es umfasst die Bezirke Zwettl, Gmünd, Waidhofen an der Thaya, Horn, Krems-Land, die Statutarstadt Krems an der Donau und den Nordwestteil des Bezirks Melk.
Geografie
Das Waldviertel ist eine Urgesteins-Hügellandschaft mit Höhen bis ca. 1.000 m. Wichtigster Fluss des nordöstlichen Teils dieser nördlich der Donau gelegenen Landschaft ist der Kamp. Nördlich von Krems tritt er in das Donautal, dessen nördliche Hangkante durch alte schotterführende Terrassen, dem sogenannten Wagram gebildet wird. Das Kamptal ist etwa 100 m tief in die Hochfläche des Waldviertels eingeschnitten. Das Waldviertel ist ein tertiäres Hügelland, in dem aber an einigen Stellen das zur böhmischen Masse gehörende Grundgebirge zutage tritt. Weite Teile weisen eine Lößbedeckung auf.
Die Granitblöcke finden sich an vielen Stellen im Waldviertel (Blockheide - Gmünd, Traunstein, Arbesbach,...). Einige von Ihnen sind Wackelsteine. Diese abgerundeten Granitblöcke finden nur mehr an einer kleinen Stelle halt.
Die Orte an der südlichen Grenze (z.B. Krems an der Donau) sehen sich eher als Bestandteil des Donauraumes.
Wirtschaft
Das Waldviertel ist seit jeher ein strukturschwaches Landwirtschaftsgebiet. Neben der Landwirtschaft entstand hier sehr zeitig eine Textilindustrie, die sich aus den zahlreichen Kleinwebereien entstand. Auf vielen Bauernhöfen stand vorher ein Webstuhl, auf dem die Schafwolle des eigenen Hofes verarbeitet wurde. Speziell Bandwebereien und Flechtereien entstanden hier, die dem Waldviertel auch den Beinamen Bandlkramerland gaben. Auch nach dem zweiten Weltkrieg war das Waldviertel durch den Eisernen Vorhang stark benachteiligt. Erst durch die Öffnung kann das Waldviertel durch das neue Hinterland wirtschaftlich aufholen.
Durch den Holzreichtum entstanden hier aber auch zahlreiche Glaserzeugungen, wodurch der Waldbestand sehr stark reduziert wurde. Diese hat sich aber durch den Wechsel zu anderen Energieen wieder erholt.
In letzter Zeit setzt man auf sanften Tourismus. Zu einer dieser Tourismusvarianten zählt der Wellnesstourismus wie im Moorbad Harbach oder im Dunglzentrum in Gars am Kamp. Viele landwirtschaftliche Produkte, wie den Waldviertler Graumohn (Geschützte Ursprungsbezeichnung) und daraus hergestellte Artikel werden vermarktet. Die Landwirtschaft setzt sehr stark auf Direktvermarktung (Abhof-Verkauf) in den Wiener Bereich. Auch die Fischzucht in vielen Fischteichen ist ein Nischenprodukt. Alljährlich zu Weihnachten werden viele Karpfen vor allem für den Wiener Markt abgefischt.
Kulturelle Anziehungspunkte sind neben Krems, dem Kamptal und der Wachau der Wallfahrtsort Maria Taferl, die Stifte Geras und Zwettl sowie zahlreiche Burganlagen wie etwa Rappottenstein.
Im Waldviertel befindet sich der nach dem Anschluss 1938 in der engeren Heimat von Hitlers Vorfahren angelegte Truppenübungsplatz Allentsteig.
