Wallace-Linie
Die Wallace-Linie ist die biogeografische Trennlinie zwischen asiatischer und australischer Flora und Fauna. Sie ist benannt nach dem Naturwissenschaftler Alfred Russel Wallace, der die Inseln zwischen 1854 und 1862 erforschte.
Diese Linie - wirklich ist es mehr ein Band, das die biogeographische Übergangszone zwischen der asiatischen und der australischen Flora und Fauna umfasst - läuft zwischen Bali und Lombok durch und dann nördlich zwischen Kalimantan (Borneo) und Sulawesi. Das dazwischen liegende Gebiet wird Wallacea genannt. Wallacea ist sehr interessant, da man in dieser Gegend viele endemische (= nur hier vorkommende) Arten sowohl auf dem Land als auch im Meer findet. Wallacea umfasst ca. 346.000 km² und gehört zu den sogenannten Hotspots, Schlüsselregionen auf der Erde mit sehr großer Biodiversität, in denen jedoch Tiere und Pflanzen teils stark bedroht sind.
Während der Eiszeit waren im Westen die Inseln Sumatra, Java, Bali und Borneo, die auf dem Sunda-Sockel liegen, mit dem asiatischen Festland verbunden. Im Osten waren die Inseln in der Nähe von Irian Jaya, die auf dem Sahul-Sockel liegen, mit dem australischen Festland verbunden. Von beiden Seiten her konnten sich Tiere weit in den indonesischen Archipel verbreiten. Dazwischen in Wallacea findet man einerseits ein Gemisch dieser verschiedenen Faunen, andererseits haben sich durch Isolation auch viele endemische Arten ausgebildet.
Zum Beispiel sind von der auf Sulawesi (Celebes) bekannten Fauna 62% der Säugetier-Arten, 27% der Vögel, 62% der Reptilien und 76% der Amphibien-Arten endemisch (= nur hier vorkommend). Auf Sulawesi und östlich davon leben Beuteltiere (mit den Kängerus und Oppossum in Australien verwandt), westlich von Sulawesi, etwa in Borneo, gibt es diese nicht.
Kategorie:Geographie
Kategorie:Ökologie
