Wallender Born
thumb|300px|Kaltwassergeysir in Wallenborn / Eifel
Der Wallende Born (im Volksmund der Brubbel) ist ein Kaltwassergeysir in der Ortschaft Wallenborn (Landkreis Daun) in der Vulkaneifel. Er und der Kaltwassergeysir auf dem Namedyer Werth sind die einzigen aktiven Kaltwassergeysire Deutschlands. Er ist gleichzeitig der einzige Kaltwassergeysir Deutschlands, dem eine natürliche eruptive Quelle zu Grunde liegt und der zugänglich ist.
Das eruptive Verhalten der Quelle
Die Eruptionen des Kaltwassergeysirs finden gut vorhersagbar ca. alle 35 Minuten (IBE, Start der Eruption bis Start der nächsten Eruption) statt. Vor der Eruption steigt das Wasser im Brunnenschacht progressiv an und das Gas perlt stärker werdend aus. Eine Eruption dauert ca. 5 Minuten und teilt sich in 2 deutlich unterscheidbare Phasen: die Wasserphase von ca. 10 Sekunden, in der das Wasser aus dem Schlot und eventuell unterirdisch vorhandenen Reservoiren in einer bis zu 4 m hohen Wassersäule ausgeworfen wird und eine zweite ca. 5 Minuten dauernde Gasphase, in der die Quelle scheinbar kocht und das Wasser in der Brunnenfassung unterschiedlich stark aufwallt. Die zweite Phase geht unmittelbar und deutlich erkennbar in die Ruhephase über.
Die Heftigkeit der Eruption und die Höhe der Wassersäule variiert leicht von Ausbruch zu Ausbruch.
Durch den Brunnenschacht und das Wasser über dem Eruptionskanal besitzt der Brubbel keinen scharfen Wasserstrahl, er zählt zu den springbrunnenartigen Geysiren.
Das "Treibgas" des Geysirs ist Kohlenstoffdioxid. Es enthält in Spuren andere Gase wie Schwefelwasserstoff (Geruch nach faulen Eiern).
Geschichte
Der Wallende Born wird als eine Spätfolge des Vulkanismus auf der Eifel angesehen, wenn auch die eruptive From der Quelle keine direkte Folge der Erdwärme, sondern des Austrittes von Kohlenstoffdioxid ist. Die unter der Eifel vermutete Plume gibt Kohlenstoffdioxid an das Gestein über ihr ab. Das durch Spalten und Klüfte nach der Erdoberfläche aufsteigende Gas löst sich teilweise im Grundwasser zu Kohlensäure. Die Quelle ist ein Calcium-Natrium-Hydrogencarbonat-Säuerling.
Die Quelle hatte schon seit Menschengedenken periodische Aktivität: im Quelltümpel begann das Wasser regelmäßig aufgrund einer Eruption von Kohlenstoffdioxid scheinbar zu kochen. Dies gab der Quelle ihren Namen.
1933 wurde die Quelle aufgebohrt, um sie für die Mineralwasserproduktion wirtschaftlich nutzen zu können. Bei einer Teufe von 38 m wurde die Bohrung eruptiv und warf Wasser, Bohrschlamm und Kohlenstoffdioxid aus. Die Bohrung wurde bis auf eine Teufe von 30 m mit einem Filterrohr versehen (verrohrt). Ob der beginnende zweite Weltkrieg, oder die Wasserqualität eine wirtschaftliche Nutzung vereitelten, ist nicht mehr feststellbar. Das Rohr wurde durch das aggressive Wasser sehr schnell angegriffen und teilweise zersetzt. Nach dem 2. Weltkrieg ragten noch Reste des Rohres aus dem Quelltümpel. Aus dem Rohrrest strömte das Gas der Quelle. Dies führte immer wieder zum Tod von Vögeln, die sich auf das Rohr setzten.
Im Jahr 1975 wurde die Quelle gefasst und mit einem Brunnenschacht versehen, der eine 40 cm tiefe Kiesschüttung besaß. Wasser und Gas stiegen nun durch eine Kiesschüttung auf. Die Brunneneinfassung wurde immer wieder durch Wasser und Gas unterspült, so dass sie häufig repariert werden musste. Im Rahmen einer dieser Reparaturen wurde die Quelle 1983 mit Basaltsäulen eingefasst.
Die Gemeinde Wallenborn gibt für die Eruptionen der Quelle in dieser Periode eine Intervallzeit von 55 Minuten mit einer Dauer der Eruption von ca. 20 Minuten an. Eine springende Wassersäule konnte sich damals noch nicht bilden.
Um die Quelle auf Dauer sicher zu fassen und eine Unterspülung der gesamten Umgebung zu vermeiden, war eine grundlegende Sanierung erforderlich. Im Jahr 2001 wurde die Quelle neu verrohrt und die heute vorhandene Quellfassung gebaut. Durch diese Sanierung wurde die eruptive Quelle ein spektakulärer Kaltwassergeysir.
Siehe auch Namedyer Werth
