Walsum
Walsum (51 944 Einwohner (Stand: 31.12.2004), Fläche: 21,10 km²) ist heute der nördlichste Bezirk der Stadt Duisburg, war aber von 1958 bis 1974 unabhängige Stadt im Kreis Dinslaken.
Walsum besteht aus den Stadtteilen Vierlinden (Einwohner: 13 034), Overbruch (Einwohner: 5 365), Alt-Walsum (Einwohner: 4 310 Einwohner), Aldenrade (Einwohner: 14 413), Wehofen (Einwohner: 7 090) und Fahrn (Einwohner: 7 732). Stand: 31.12.2004.
Der Name Walsum kann auf das 7. / 8. Jahrhundert als fränkische Ortsbezeichnung zurückgeführt werden. Urkundlich erwähnt wurde Walsum erstmals im 12. Jahrhundert. Der größte Entwicklungsschub kam mit der Industrialisierung in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Geschichte
- 700-800 Bäuerliche Frankensiedlung; 1933 wurde beim Bau des Zechenhafens der Friedhof dieser Siedlung ausgegraben.
- 1144 Älteste Erwähnung des Ortes in einer Urkunde des Erzbischofs Arnold I. von Köln. Alwardus und Wolfhildis erhalten einen Oberhof bei „Walsheim“.
- 1250 Im Heberegister des Xantener Offiziums erscheint das Kirchspiel Walsheim.
- 1269 In einer Urkunde des Ritters Heinrich Stecke, Burgmann von Holte, wird ein „Fredericus pastor ecclesiae de Walsheim“ erwähnt.
- 1281 schenkte die Edelfrau Mechthild von Holte dem Johanniterorden die Kirche in „Walsem“.
- 1289 wird die Gerichtsbarkeit „in Walshem“ durch Burkhard, genannt Stecke, an den Grafen Dietrich von Kleve verkauft.
- 1292 Die Johanniter bauen ein Ordenshaus.
- 1319 Johann von der Mark übereignet Besitz und Patronat der Walsumer Kirche an die Johanniter.
- 1370 Constantinus Crone von Hysvelt, Inhaber der Höfe Ochtrop und Hückelhoven.
- 1490 Johann ingen Lohe auf Haus Loh im Driesenbusch.
- 1492 Bernhard Hystvelt, Besitzer des Hofes Waterheck.
- 1507 kam Kaiser Maximilian von Duisburg zu Pferde nach Walsum und fuhr rheinabwärts nach Brabant.
- 1583 Der spanische Feldherr Mendoza liegt mit 21.000 Fußsolda-ten und 2.500 Reitern in Orsoy. In Walsum wird ein Lager mit Schanzen errichtet.
- 1601 Große Schäden durch die Holländer.
- 1620 Es stirbt der Hauskomtur und Pastor Heinrich Brinkmann, der letzte Johanniter in Walsum.
- 1755 Haus Waterheck kommt in den Besitz des Senators Arnold Huyssen zu Essen.
- 1806 Bei der Säkularisation wird die Johanniter-Kommende in Walsum aufgehoben.
- 1868 Die Gute-Hoffnungs-Hütte erwirbt Grundstücke.
- 1869 Der Fabrikbesitzer Julius Grillo bemüht sich um Grundbesitz.
- 1871 Max Haniel kauft Boden an.
- 1880 Die alte Walsumer Kirche St. Dionysius, die aus dem 13. Jahrhundert stammt, wird abgebrochen und durch einen neugotischen Backsteinbau ersetzt.
- 1890 August Thyssen bringt die Gewerkschaft „Deutscher Kaiser“ in seine Hand.
- 1896 Grunderwerb durch die Gewerkschaft „Deutscher Kaiser“.
- 1897 Als erstes Industrieunternehmen wird die Niederrheinische Zellstoff-Aktiengesellschaft gegründet.(1903 von der Aschaffenburger Zellstoff-AG übernommen).
- 1900 Die Straßenbahn Neumühl-Dinslaken fährt über die Provinzialstraße durch Walsum.
- 1903 Bau des Rheinhafens der Gute-Hoffnungs-Hütte Oberhausen.
- 1904 Bergbehörde genehmigt den Betriebsplan der Gewerkschaft „Deutscher Kaiser“.
- 1905 Die Gutehoffnungshütte Oberhausen eröffnet den (Süd-)Hafen am Rhein
- 1905 Am 1. April wird Walsum selbständige Gemeinde mit 5.179 Einwohnern.
- 1907 Enteignungstermine für 20 von der Begwerksgründung be-troffene Bauern.
- 1909 Beginn der Arbeiten für den Schacht Walsum.
- 1912 Am 15. Oktober wird der Bahnhof Walsum eröffnet.
- 1913 Die Kohlenförderung in Wehofen wird aufgenommen.
- 1913 Bau der Siedlung Wehofen.
- 1920 Die GHH baut eine Rheinwerft.
- 1920 Die „Rote Armee“ während der März-Unruhen nach dem Kapp-Putsch in Walsum.
- 1921 Errichtung der Rheinwerft am Südhafen durch die Gutehoffnungshütte
- 1921 Beginn der ersten Bauten der Siedlung Vierlinden.
- 1923 Belgische Besatzung.
- 1928 Die Stillegung des Schachtes Wehofen wird beschlossen.
- 1930 Wird beim Abteufen des Schachtes Walsum das Steinkohlen-gebirge erreicht.
- 1932 Bau der sogen. „Weißen Siedlung“ in Overbruch.
- 1933 Absetzung des Bürgermeisters durch die Nazis.
- 1935 Eigenheimsiedlung der August-Thyssen-Hütte.(„Rote Siedlung“).
- 1937 Der Nordhafen wird eröffnet - für die neue Zeche Walsum
- 1939 Auf dem Schacht Walsum wird die Förderung aufgenommen.
- 1945 Amerikanische Truppen überqueren den Rhein nach Bombenangriffen und Artilleriebeschuss – erhebliche Gebäudeschäden, viele Tote.
- 1949 Dr. H. Barking-Siedlung an der Saarbrückener Straße.
- 1950 Siedlung am Franz-Lenze-Platz.
- 1956 Bundeswirtschaftsminister Prof. Ludwig_Erhard weiht Schacht Wilhelm.
- 1956 Einweihung des Franz Hitze-Hauses.
- 1958 Die Gemeinde wird mit über 40.000 Einwohnern Stadt.
- 1958 Bau des Kraftwerkes beim Schacht Walsum.
- 1958 Neubau der Stadtsparkasse.
- 1958 Schnellfähre Walsum-Orsoy in Betrieb genommen.
- 1958 Einweihung der Realschule.
- 1959 Bau des Hallenbades.
- 1962 Die Haindl-Papier GmbH nimmt die Produktion auf.
- 1964 Am 1. Januar schließt das Walsumer Zellstoffwerk.
- 1967 Am 17. November wird der Neubau des Städt. Gymnasiums seiner Bestimmung übergeben.
- 1974 Eröffnung des Allwetterbades.
- 1974 Eröffnung des Kulturzentrums mit großer Aula.
- 1975 Am 1. Januar wird Walsum ein Teil der Stadt Duisburg.
Weblinks
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