Wasserspeier
[[Bild:Wasserspeier.jpg|thumb|200px|Wasserspeier mit gut sichtbarem Wasserkanal auf Sacré-Cœur, Paris]] [[Bild:Burg_Eltz_3.jpg|thumb|200px|Wasserspeier auf der Burg Eltz]] [[Bild:Wasserspeier_st.honorat_arl.jpg|thumb|200px|Wasserspeier an St. Honorat, Arles]]
Wasserspeier sind Rohre oder Rinnen zur Wasserableitung an Dächern, häufig in Verbindung mit aus Stein gemeißeltem Bauschmuck, der motivisch meist Tierformen darstellt. Sie dienen dazu, das in den Dachrinnen gesammelte Regenwasser vom Gebäude weg zu Boden fallen zu lassen, damit es nicht in Mauerwerk und Fundament eindringt. Aus der Antike kennt man sie vor allem in Form von Löwenköpfen, denen das Wasser aus dem Maul spritzt. In der Gotik und Renaissance verwendete man, besonders bei größeren Kirchengebäuden, häufig dämonische Gestalten oder Tiere in einer symbolischen Bedeutung. Sie befinden sich an der Außenfassade der Kirchen, niemals innen. Damit symbolisieren sie den Einfluss des Teufels auf die irdische Welt, der in Kontrast zur Reinheit des Himmelsreiches (symbolisiert durch das Innere der Kirche) steht.
Neben den steinernen gab es später auch Wasserspeier aus Metall. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verloren sie aber meist ihre Funktion, da man dazu überging, das Regenwasser in Dachrohren nach unten zu führen.
Die französische Bezeichnung für Wasserspeier ist Gargouille, verwandt mit dem deutschen gurgeln. Über das Englische hat der Begriff als Gargoyle durch die Verwendung in der Fantasy-Literatur und Computerspielen auch in den deutschen Sprachgebrauch Einzug gefunden. Dort beschreibt er in der Regel magische Wesen, die tagsüber Steinstatuen sind, bei Sonnenuntergang zum Leben erwachen und bei Sonnenaufgang wieder zu Stein werden. Als Fantasy-Kreaturen tauchen Wasserspeier bzw. Gargoyles auch in den Scheibenwelt-Romanen von Terry Pratchett sowie in der Zeichentrickserie Gargoyles von Disney auf.
In schmuckloser, einfacher Form als Röhre oder Rinne wird der Wasserspeier auch Ablaufrinne, Abtraufe oder Ansetztraufe genannt.
Bei Modernen Flachdachgebäuden ist er generell als Notüberlauf zu finden um eine Überlastung des Daches bei verstopften Regenabläufen zu verhindern.
Siehe auch
Weblinks
- http://www.gargoyle.de (deutsch) - mit vielen Bildern
- http://www.stratis.demon.co.uk/gargoyles/gargoyle.htm (engl.) - mit vielen Bildern
- http://www.lostnewyorkcity.com/ (engl.)
