Wechselwirkung

Man spricht von einer Wechselwirkung, wenn zwei Gegebenheiten einander beeinflussen.

Inhaltsverzeichnis

Physik

In der Physik, wie auch allen anderen Naturwissenschaften, nimmt das Prinzip der Wechselwirkung eine zentrale Rolle ein. Es werden dabei vier Arten von grundlegenden Wechselwirkungen unterschieden, die auch als die vier Grundkräfte der Physik bezeichnet werden. Nur Körper, die miteinander wechselwirken, können eine Kausalkette ausbilden.

Alles, was außerhalb dieser Kausalität liegt und folglich nicht mit der uns bekannten Welt in Wechselwirkung tritt, ist demnach auch nicht an deren Kausalität gebunden, kann also insbesondere nicht gemessen werden. Die Physik kann daher auch keine Aussagen zu diesen machen. Hierzu gehört zum Beispiel die Frage, ob andere Universen existieren oder was vor dem Urknall war.

Alles was in diesem Sinne mit unserer Welt in Wechselwirkung tritt, kann prinzipiell gemessen werden, ist damit aber auch dessen Kausalkette unterworfen und unterliegt wiederrum selbst Wechselwirkungen.

Aus den oben genannten Gründen resultieren viele Grundeinstellungen der Physik in erkenntnistheoretischer Sicht und besonders gegenüber sprituellen, das heißt nicht materialistischen Wechselwirkungen.

Siehe auch: Actio und reactio, Ockhams Rasiermesser

Pharmazie

In der Pharmazie kann es durch die Gabe von mehreren Medikamenten zwischen ihnen ebenfalls zu Wechselwirkungen kommen. Dadaurch kann die Wirkung eines Medikaments verstärkt, abgeschwächt oder sogar ganz aufgehoben werden.

Siehe auch: Feld

Soziologie

Seit Georg Simmel spielt der Begriff "Wechselwirkung" auch in der Soziologie eine bedeutende Rolle.

Psychologie

Die visuelle Gestaltwahrnehmung wird durch eine 10-stufige Hierarchie von 25 Gestaltfaktoren bedingt. Die 17 Gestaltfaktoren der untersten 5 Stufen erweisen sich als in individuellen und impliziten (unbewussten) Lernprozessen im Babyalter eingeprägte Beziehungen und Beziehungs-Beziehungen zwischen den Erregungen der Photorezeptoren. Als Gedächtnisinhalte, die sich aus dem gleichen Lemmaterial herleiten, sind sie assoziativ stark miteinander verknüpft. Sie sind auch mit der Aufmerksamkeit und sogar - ihres stets doppelten Inerscheinungtretens in zwei antagonistischen Gestaltfunktionen wegen - mit sich selbst verknüpft. Daraus ergeben sich 18 x 18 = 324 einzelne Einflussbeziehungen Gestaltgesetze, die 162 Wechselwirkungen entsprechen.

Sonstiges

Wechselwirkung ist der Name einer Zeitschrift für Naturwissenschaft, Technik und Gesellschaft.

Literatur

Weblinks

See also: Wechselwirkung, Actio und reactio, Antagonismus, Aufmerksamkeit, Feld (Physik), Georg Simmel, Gestaltfaktor, Gestaltfunktion, Gestaltgesetz, Gestaltwahrnehmung