Weizen
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Getreidesorte Weizen. Weizen ist auch ein Ortsteil von Stühlingen.
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| 280px|none|Feld mit WeichweizenFeld mit Weichweizen | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Arten | ||||||||||||
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</div>Mit Weizen werden eine Reihe von Arten der Süßgräser (Poaceae) in der Gattung Triticum L. bezeichnet.
| Inhaltsverzeichnis |
Bedeutung
Die verschiedenen Arten des Weizen stellen das zweitmeistangebaute Getreide der Welt dar (nach dem Mais und gefolgt vom Reis). Er wird auf allen Kontinenten angebaut; wichtige Anbauländer sind die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Russland, Australien und Argentinien. Weizen ist für Menschen in vielen Ländern ein Grundnahrungsmittel (Brotgetreide) und hat eine große Bedeutung in der Tiermast. Hartweizen ist besonders für die Herstellung von Teigwaren (Hartweizengrieß) geeignet – wird aber in Deutschland so gut wie nicht angebaut.
Weizen ist an trockene und warme Sommer angepasst. Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, Triticale, erlaubt den Anbau in kühleren Klimazonen.
Die gesamte Erntemenge weltweit 2004 betrug 624 Mio. t.
Die zehn größten Produzenten:
| Produktion (in Mio. t) | |
|---|---|
| China | 91,3 |
| Indien | 72,0 |
| USA | 58,8 |
| Russland | 42,2 |
| Frankreich | 39,6 |
| Deutschland | 25,3 |
| Kanada | 24,5 |
| Australien | 22,5 |
| Türkei | 21,0 |
| Ukraine | 20,2 |
(Quelle: FAO, Faostat, 2005)
Ackerbaulich wichtige Weizenarten
thumb|Weizenanbaugebiete
- Weichweizen (Triticum aestivum L.) ist eine hexaploide Weizenart und die am verbreitetsten angebaute. Es gibt eine Vielzahl von Sorten, die an unterschiedliche Klimate angepasst sind.
- Spelt oder Dinkel (Triticum aestivum subsp. spelta (L.) Thell.), ebenfalls hexaploid, wird als spezielles Brotgetreide begrenzt angebaut. Das in der Milchreife geerntete und geröstete Korn, Grünkern genannt, ist mineralstoffreich und stark aromatisch.
- Emmer (Triticum dicoccum Schübler) ist eine tetraploide Weizenart, die historisch angebaut wurde, heute aber keine wirtschaftliche Bedeutung mehr hat.
- Hartweizen (Triticum durum Desf.) ist die einzige tetraploide Weizenart, die heute noch verbreitet angebaut wird.
- Kamut (Triticum turgidum subsp. polonicum (L.) Thell.) ist eine Zuchtform des Emmer, die im Mittleren Osten entwickelt wurde, und in kleinen Mengen, oft im biologischen Landbau, als 'gesundes' Getreide vermarktet wird.
- Einkorn (Triticum monococcum L.) ist die älteste Weizensorte. Sie wird heute nur noch aus wissenschaftlichen Gründen oder zu Illustrationszwecken angebaut.
Das Bundessortenamt teilt mit seiner Zulassung die Weichweizensorten in fünf so genannte Backqualitätsgruppen ein: (Hauptmerkmal der Einteilung ist die Volumenausbeute im Rapid-Mix-Test, einem Backversuch)
- E-Gruppe: Eliteweizen – mit hervorragenden Eigenschaften. Wird meistens zum Aufmischen schwächerer Weizen verwendet oder exportiert.
- A-Gruppe: Qualitätsweizen – hohe Eiweißqualität. Kann Defizite anderer Sorten ausgleichen.
- B-Gruppe: Brotweizen – alle Sorten, die für die Gebäckherstellung gut geeignet sind.
- D-Gruppe: sonstiger Weizen – hauptsächlich für Futterzwecke.
- Keksweizen: (wurden bis 2004 als "K-Gruppe" geführt) haben eine für den Verwendungszweck geeignete, also schwächere Eiweißqualität.
Geschichte der Domestizierung/Anbaugebiete
Die ältesten Spuren des Weizenanbaus finden sich aus dem 7. vorchristlichen Jahrtausend im Nahen Osten.
Mit seiner Ausbreitung nach Europa, Nordafrika und Asien gewann der Weizen eine grundlegende Bedeutung für viele Kulturen.
Einkorn (T. monococcum) ist die ursprünglichste Form des kultivierten Weizens; man findet auch heute noch Wildformen des Einkorn, so dass die Domestizierung mittels menschlicher Auslese relativ klar erscheint.
Aus dem Einkorn entwickelte sich durch Bildung eines Additionsbastards mit einem anderen Wildgras (evtl. T. speltoides oder Aegilops speltoides) in vorgeschichtlicher Zeit der tetraploide Emmer (T. dicoccum), aus dem später durch Zucht Arten wie Hartweizen und Kamut entstanden.
Eine weitere Aufnahme des gesamten Gensatzes des Wildgras T. tauschii (oder Aegilops squarrose) in den Emmer entstand dann der moderne hexaploide Saatweizen.
Zusammensetzung (Weichweizen)
thumb|Weizenpflanze
| Bestandteile | |
|---|---|
| Wasser | 10,42% |
| Eiweiß | 10,69% |
| Fett | 2,0% |
| Kohlenhydrate | 75,36% |
| Ballaststoffe (Teil der Kohlenhydrate) | 12,7% |
| Mineralstoffe | 1,5% |
| Mineralstoffe | |
| Calcium | 34 mg |
| Eisen | 5,4 mg |
| Magnesium | 90 mg |
| Phosphor | 402 mg |
| Kalium | 435 mg |
| Natrium | 2 mg |
| Zink | 3,5 mg |
| Kupfer | 0,43 mg |
| Mangan | 3,40 mg |
| Vitamine | |
| Thiamin | 0,41 mg |
| Riboflavin | 0,11 mg |
| Niacin | 4,77 mg |
| Pantothensäure | 0,85 mg |
| Vitamin B6 | 0,38 mg |
| Folsäure | 0,04 mg |
| Vitamin E | 1,44 mg |
Der Brennwert beträgt 1425 kJ je 100 g.
Literatur
- Friedrich J. Zeller, Sai L.K. Hsam: Weizen: Grundstoff für die menschliche Ernährung und für industrielle Erzeugnisse. Naturwissenschaftliche Rundschau 57(8), S. 413 - 421 (2004), ISSN 0028-1050
- Elisabeth Schiemann; Weizen, Roggen, Gerste. Systematik, Geschichte und Verwendung. 1948
Weblinks
- Überblick über zugelassene Sorten
- Weizenanbau – In 50 Jahren den Ertrag/Hektar verfünffacht
- Systematik von Weizen
