Weltfestspiele

thumb|Logo Caracas 2005 Die Weltfestspiele der Jugend und Studenten sind regelmäßig veranstaltete internationale Jugendtreffen, die ursprünglich vom sogenannten Weltbund der demokratischen Jugend (WBDJ) ins Leben gerufen wurden. Die teilnehmenden Organisationen und Jugendverbände sind überwiegend kommunistisch ausgerichtet.

Inhaltsverzeichnis

Chronik der Weltfestspiele

Der am 10. November 1945 gegründete WBDJ wollte Weltjugendtreffen veranstalten; diese Treffen sollten „die internationale Freundschaft und Verständigung der Jugendlichen der verschiedenen Länder entwickeln und verstärken, einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau der Welt und zur Erhaltung des Friedens leisten und mit allen geeigneten Mitteln das Leben, die Tätigkeit, die Bestrebungen der Jugend der verschiedenen Länder zeigen“. Auf den Weltfestspielen wird diskutiert und gefeiert, man hört Musik und Vorträge. Die Veranstaltungen sind politisch geprägt und an kommunistischer Ideologie ausgerichtet. Besonders in der Zeit des Kalten Krieges boten sie den Ostblock-Regimes eine willkommene Bühne für monumentale Selbstinszenierungen.

Die ersten Weltfestspiele fanden 1947 in Prag statt, seitdem fünfzehnmal, 1949 in Budapest, 1951 in Ostberlin, 1953 in Bukarest, 1955 in Warschau,1957 in Moskau, 1959 in Wien, 1962 in Helsinki, 1968 in Sofia, 1973 in Ostberlin, 1978 in Havanna, 1985 in Moskau, 1989 in Pjöngjang, 1997 in Havanna, 2001 in Algier. Die nächsten Weltfestspiele sollen 2005 in Caracas stattfinden.

Die Weltfestspiele in Deutschland

Die ersten in der DDR veranstalteten Weltjugendspiele fanden im Jahre 1951 in Berlin statt. Sie waren mit etwa zwei Millionen Teilnehmern aus annähernd allen Staaten der Welt eine der größten zivilen Massenveranstaltungen der deutschen Geschichte. Die junge DDR nutzte die Weltfestspiele intensiv als Gelegenheit, ihr internationales Ansehen zu mehren. Die Festivalhymne "Im August blüh'n die Rosen" ging in das populäre Liedgut der DDR ein und wurde auch im Westen ein erfolgreicher Schlager.

Während der Festspiele bemühte sich die Bundesrepublik, die in Ostberlin versammelte Elite der kommunistischen Jugendverbände mit gezielt organisierten Gegenveranstaltungen in Westberlin von den Segnungen des kapitalistischen Systems zu überzeugen. Die Teilnahme von Jugendlichen kommunistischer Verbände aus der Bundesrepublik an den Veranstaltungen in der DDR war dagegen unerwünscht; es kam zu vereinzelten Zusammenstößen mit westdeutschen Sicherheitskräften, die in den Medien der DDR demagogisch verwertet wurden. Noch 1951 wurden Jugendliche aus der Bundesrepublik massiv an der Teilnahme durch BRD-Behörden gehindert: So wurde eine 10 km tiefe "Sperrzone" entlang der BRD-DDR-Grenze eingerichtet, um Jugendliche daran zu hindern, in die DDR zu gelangen. Das Personal der Bahn wurde durch die Regierung angewiesen sofort an die Polizei Meldung zu erstatten wenn Jugendliche in Richtung "Zonengrenze" reisen. 450 Hamburger Jugendliche werden vom Bundesgrenzschutz (BGS) am Grenzübergang Lübeck verprügelt und misshandelt, als sie versuchten, in die DDR zu gelangen um an den Weltfestspielen teilzunehmen. Falken und Jusos fordern: „Weg mit der Adenauer Clique!“ Bei dem Versuch, nach Berlin zu gelangen, wird der Leiter der Falkengruppe „Geschwister Scholl“, Werner Tiegel durch den BGS in die Elbe getrieben und ertrinkt dabei. Trotzdem nehmen mehr als 35.000 junge Menschen aus der Bundesrepublik und aus Westberlin am Festival teil.

In der DDR fanden die Weltfestspiele ein weiteres Mal im Jahre 1973 statt. Dort kamen in neun Tagen ewa 8 Millionen Besucher mit 25.600 Gästen aus 140 Staaten zusammen, darunter 800 Jugendliche aus der Bundesrepublik. Auf 95 Bühnen gab es Beat- und Rockmusik und Lieder aus Singeclubs. Das in einem Preisausschreiben siegreiche Festivallied war: „Die junge Welt ist in Berlin zu Gast, und sie schert sich nicht darum, ob es dem Feinde passt“. Stellvertretender Leiter des Organisationskomitees war der damalige Mitarbeiter im FDJ-Zentralrat und spätere Dresdener Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer.

Siehe auch:

Deutschlandtreffen der FDJ, Pfingsttreffen, Weltjugendtag, Love Parade

Weblinks

See also: Weltfestspiele, 10. November, 1945, 1947, 1949, 1951, 1953, 1955, 1957, 1959