Wertparadoxon
Der Begriff klassisches Wertparadoxon bezeichnet den häufig auftretenden Unterschied zwischen Nutzen (Wert) und Preis eines Gutes. Beispiel: Das lebensnotwendige und somit "wertvolle Gut Wasser" hat meist einen geringen Preis, während "Diamant" mit einem geringeren Nutzen einen sehr hohen Preis hat.
Diese Wertparadoxie findet sich erstmals bei Adam Smith. Smith versucht das Paradoxon zu erklären, indem er den Begriff des Wertes aufspaltet in Tauschwert (value in exchange) und Gebrauchswert (value in use). Der Gebrauchswert von Wasser ist hoch, während der Gebrauchswert eines Diamanten relativ gering ist. Der Tauschwert dieser Güter verhält sich umgekehrt. Es war ihm nicht möglich es grundlegend aufzulösen.
Karl Marx unternahm in der von ihm entwickelten Arbeitswerttheorie u. a. den Versuch, das Wesentliche im Widerspruch zwischen Gebrauchs- und Tauschwert aufzudecken. Dazu definierte er die wertschöpfende Arbeit in ihrer abstrakten, messbaren Form als grundlegendes Maß zur Bestimmung des Tauschwertes einer Ware. Nach seiner Theorie entspringt der Doppelcharakter des Wertes einer Ware dem Doppelcharakter der dafür verausgabten konkreten (gebrauchswertbildenden) und abstrakten (tauschwertbildenden) Arbeit.
Siehe auch:1. Gossen'schen Gesetz
