Wetterhorn-Aufzug

Der Wetterhorn-Aufzug in der Schweiz war eine der ersten Luftseilbahnen der Welt.

Geschichte

Der im Jahr 1908 bei Grindelwald gebaute Wetterhorn-Aufzug war eine Pioniertat, denn er war die erste, personenbefördernde Luftseilbahn der Schweiz. Er war eine Kombination aus einem Lift und einer Drahtseilbahn mit zwei Tragseilen.

Anfänglich hatte diese Bahn einen grossen Erfolg. Obwohl er seiner Zeit weit voraus war, stellte der Wetterhorn-Aufzug 1915 infolge der durch den Einbruch des Ersten Weltkrieges ausbleibenden Touristen seinen Betrieb jedoch wieder ein.

Im Jahre 1905 begann Wilhelm Feldmann den Bau der ersten Schweizer Luftseilbahn am Wetterhorn bei Grindelwald. Ursprünglich war vorgesehen, den Aufzug in vier Sektionen bis zum Gipfel des 3701m hohen Wetterhorns zu führen.

1908 wurde das erste Teilstück vom Hotel Wetterhorn östlich von Grindelwald bis zur auf 1677 Meter gelegenen Bergstation Enge in Betrieb genommen. 300px|left|thumb|Station Enge Die Strecke verlief über die (mittlerweile abgeschmolzene) Zunge des Oberen Grindelwaldgletschers hinweg auf die Wiesen am oberen Ende des "Ischpfads", wo noch heute unterhalb des Pfades zur Glecksteinhütte die Ruine der Bergstation steht. Wie ein Adlerhorst ist die Bergstation Enge in der Felswand über dem oberen Grindelwaldgletscher am Fuss des Wetterhorns eingebettet.

Dieses Teilstück sollte den südwestlichen Grat des Wetterhorns entlang, bis in die Gegend des Krinnenhorns verlängert werden.

Die bei den Touristen sehr beliebte Bahn konnte pro Stunde und Richtung 110 Personen befördern. Obwohl damals noch keine konkreten Vorschriften bestanden, besass die Anlage alle wesentlichen Sicherheitsmerkmale heutiger Luftseilbahnen. So waren z.B. zwei Trag- und zwei Zugseile sowie zwei unabhängige Bremssysteme vorhanden. Die Laufwerke der Kabinen waren mit Fangbremsen ausgestattet und neben einem manuellen Behelfsantrieb (bei Stromausfall) gab es auch ein Bergungssytem für den Fall einer verkeilten Kabine.

[[Bild:Kabine_Wetterhornaufzug.JPG|200px|right|thumb|Kabine des Wetterhornaufzuges. Standort Hotel Wetterhorn, ]]

Die Kabinen, Maschinen- und Bremsanlagen wurden von der Gesellschaft „Ludwig von Roll'sche Eisenwerke“ in Bern erstellt. Die Drahtseile stammten aus Deutschland und mussten mit Pferden vom Bahnhof Grindelwald zur Baustelle transportiert werden.

Nach nur sechs Jahren musste der Betrieb infolge des Ausbruches des ersten Weltkrieges eingestellt werden. Er wurde aus verschiedenen Gründen nicht wieder aufgenommen. Insbesondere war die Lage der Bergstation des ersten Abschnittes auf einem abschüssigen Felsband wenig attraktiv.

Heute ist von der Anlage nur noch die Ruine der Bergstation Enge vorhanden. Die Heimatvereinigung von Grindelwald hat ein Projekt ausarbeiten lassen, das die Bergstation renovieren und zur touristischen Attraktion machen soll.

Technische Daten

Repliken der Kabinen des Wetterhorn-Aufzuges können im Verkehrshaus der Schweiz (mit Original-Laufwerk) und am alten Standort der Talstation bestaunt werden.

Weblinks

See also: Wetterhorn-Aufzug, 1908, 1915, Drahtseilbahn, Erster Weltkrieg, Grat, Grindelwald, Kabine, Lift, Luftseilbahn