Widerstand (politisch)

Als Widerstand wird die Verweigerung des Gehorsams oder das aktive oppositionelle Handeln gegenüber der Obrigkeit oder der Regierung bezeichnet. Dabei ist es zunächst von nachgeordneter Bedeutung, ob die Machthaber, gegen die Widerstand geleistet wird, die Herrschaft legal, legitim oder aber illegal ausüben. Dies ist lediglich ein wesentliches Kriterium dafür, ob der Widerstand als gerechtfertigt anzusehen ist. Auch die Ziele des Widerstands und die dafür gewählten Mittel sind für die moralische und rechtliche Bewertung von Belang.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund und Abgrenzung

Widerstand als Form der gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzung ist in der politischen Kultur Europas schon seit der Antike verankert. In fast allen Gesellschaftsformen bestand oder besteht ein Konsens, dass Widerstand in bestimmten Fällen notwendig und legitim sein kann. Im konkreten Fall gehen die Meinungen darüber aber auseinander. Wäre dies nicht so, müsste gar kein Widerstand geleistet werden, denn die angegriffenen Machthaber würden ihr falsches Handeln oder im Extremfall die Illegalität ihrer Herrschaft selbst erkennen und davon absehen.

Der Widerstand ist grundsätzlich von der Revolution zu unterscheiden, weil er nicht auf die Neuformierung der gesellschaftlichen Ordnung abzielt, sondern die Wiederherstellung des alten Rechts das zentrale Anliegen darstellt. Allerdings kam es häufig vor, dass eine als Widerstand begonnene Bewegung in eine Revolution mündete. Vgl. dazu auch Widerstandsrecht

Ziele

Von der Zielsetzung her unterscheidet man:

  1. den Widerstand, der gegen das ungerechte Handeln einer legitimen Obrigkeit gerichtet ist und auf die Wiederherstellung des Rechts ausgerichtet ist,
  2. die extremere Form, die auf die Beseitigung eines illegalen Regimes abzielt. In diesem Fall wird davon ausgegangen, dass die Rechtsordnung durch eben dieses Regime bereits völlig außer Kraft gesetzt wurde.

Formen

Die Formen des Widerstands können sehr unterschiedlich sein. Sie hängen in hohem Maße von den gerade herrschenden gesellschaftlichen Regeln ab. Wo die Grenze(n) vom passiven zum aktiven Widerstand liegt/liegen, lässt sich deshalb nicht genau bestimmen. Wenn der Widerstand auf die Beseitigung einer als illegal empfundenen Herrschaft gerichtet ist, werden seine Träger die Ausübung von Gewalt eher in Erwägung ziehen, als wenn es nur um die Wiedergewinnung einzelner Rechte geht.

Zum "gewaltlosen Widerstand" vgl. auch Ziviler Ungehorsam.

Literatur

Die Komplexität des Problems gesellschaftlicher und politischer Widerstand und seine enorme Bedeutung für die Entwicklung der europäischen Rechtsordnung bringen es mit sich, dass zu diesem Thema eine große Zahl Bücher erschienen sind. Das spiegelt die für einen Enzyklopädieartikel sehr ausgedehnte Bibliographie wieder.

Weblinks

See also: Widerstand (politisch), Auseinandersetzung, Gehorsam, Gesellschaftsform, Gewalt, Handeln, Herrschaft, Konsens, Kriterium, Obrigkeit