Wieland Herzfelde

Wieland Herzfelde (* 11. April 1896 in Weggis/Schweiz; † 23. November 1988 in Berlin) war ein deutscher Publizist, Autor und Verleger.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herzfelde als Sohn des Schriftstellers Franz Held (eigentlich Herzfeld) geboren, übersiedelte 1913 nach dem Tod seiner Eltern nach Berlin, wo er Germanistik und Medizin studierte. Bei Kriegsbeginn 1914 meldete er sich zunächst als Freiwilliger, gab jedoch 1916 die gegen den Krieg gerichtete und später verbotene Zeitschrift Neue Jugend heraus, und wurde 1917 unehrenhaft aus der Armee entlassen. Im selben Jahr gründete er gemeinsam mit George Grosz und seinem Bruder Helmut Herzfelde (John Heartfield), dem "Erfinder" der Fotomontage, den Malik-Verlag. Der Malik-Verlag zeichnete für weitere Veröffentlichungen von Grosz verantwortlich und wurde zu einem Sprachrohr des Dadaismus und unterstützte mit Publikationen die Sowjetunion. Am 31. Dezember 1918, dem Tag der Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), traten Herzfelde, Grosz und Heartfield bei. In den 20er Jahren kamen zum Verlag noch eine Kunstgalerie, die Grosz-Galerie, und eine Buchhandlung dazu.

1933 emigrierte Herzfelde nach Prag, leitete weiter den Verlag und verlegte u.a. die Werke von Johannes R. Becher. Zusammen mit Anna Seghers gab er bis 1935 die Exilzeitschrift Neue deutsche Blätter heraus.

Nachdem der Malik-Verlag in Berlin 1934 durch die Nationalsozialisten geschlossen wurde, hatte er den Sitz des Verlags nach London verlegt, leitete aber den Verlag weiterhin von Prag aus. In diese Zeit fiel die Veröffentlichung der Gesammelten Werke von Bertolt Brecht.

Zusammen mit seinem Bruder floh er 1938 nach London, erhielt 1939 ein Visum und emigrierte in die USA. In New York gründete er mit ebenfalls exilierten, deutschen Schriftstellern wie Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Alfred Döblin, Heinrich Mann und Ernst Bloch den antifaschistischen Aurora-Verlag.

Herzfelde kehrte 1949 nach Deutschland zurück und wurde Professor für Literatur an der Universität Leipzig. Er verfasste Gedichte, Erzählungen, Essays und arbeitete als Übersetzer. In den Jahren 1952 - 1962 widmete er sich ganz der Herausgabe der 14-bändigen Gesammelten Werke von Leo N. Tolstoi.

Von 1959 bis 1970 war Herzfelde Präsident des PEN-Vereins der DDR und seit 1961 Mitglied der Akademie der Künste der DDR.

1986 wurde er zum Ehrenbürger von Ost-Berlin, wo er am 23. November 1988 verstarb.

Werke

Literatur

Namensgeber

Weblinks

Herzfelde, Wieland

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Personendaten
Herzfelde, Wieland
deutscher Publizist, Autor und Verleger
11. April 1896
Weggis/Schweiz
23. November 1988
Berlin

See also: Wieland Herzfelde, 11. April, 1896, 1913, 1914, 1916, 1917, 1918, 1933