Wienerisch

Wienerisch ist ein ostmittelbairischer Dialekt, dessen Verwendung geographisch weitgehend auf die österreichische Hauptstadt Wien beschränkt ist. Schon im umliegenden Niederösterreich sind viele seiner Ausdrücke und Redewendungen nicht mehr gebräuchlich, weiter westlich werden sie oft gar nicht mehr verstanden.

Das Wienerische ist deutlich zu unterscheiden sowohl von der österreichischen Form der deutschen Hochsprache sowie anderen in Österreich gesprochenen Dialekten (siehe auch Sprachgebrauch in Österreich).

Während sowohl Grammatik als auch Phonetik des Wienerischen sich weitgehend an die der anderen bairischen Dialekte anlehnt (einige Abweichungen zum Hochdeutschen sind u. a. Vermeidung des Genitivs, Verwendung der Präposition ohne mit dem Dativ u.dgl.), weist vor allem der Wortschatz des Wienerischen dieses als deutlich eigenständigen Dialekt aus.

Das Wienerische bewahrt einerseits viele mittelhochdeutsche und teilweise auch althochdeutsche Wurzeln, andererseits hat es Ausdrücke aus vielen fremden Sprachen, vor allem aus dem Gebiet der ehemaligen k.u.k. Monarchie integriert. Wehle spricht in diesem Zusammenhang von Kühlschrank- respektive Schmelztiegelfunktion.

Die Transkription des Wienerischen ist nicht standardisiert, der Lautwert der Beispiele ist daher im Folgenden nur unvollkommen wiedergegeben.

Beispiele:

An Dichtern, die auf Wienerisch schreiben, sind vor allem Wolfgang Teuschl mit seiner Übertragung des Evangeliums ins Wienerische (Da Jesus und seine Hawara) und H.C. Artmann (med ana schwoazzn dintn) zu nennen.

In jüngster Zeit wurde allerdings das Wienerische zunehmend zu Gunsten des Hochdeutschen zurückgedrängt, es entwickelte sich ein Hochdeutsch mit typisch Wiener Akzent (z.B.: Was hast du denn für eine Note g'schrieben? Original Wienerisch müsste die Frage so lauten: Wos host den fir a Notn g'schriebn?). Grund dafür ist die durch Medien geprägte Einstellung, dass "Urwienerisch" dem Proletariat zuzusprechen ist. Mit weiter steigendem Lebensstandard könnte das ursprüngliche Wienerische, da es tendenziell als ein Ausdruck der Herkunft aus niederer sozialer Gesellschaftsschichten gilt, weiter zurückgehen, wobei dem Wienerischen eigene Wörter (z.B.: Zwutschgerl) jedoch zur Zeit weiterhin allgemein im Gebrauch stehen.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

See also: Wienerisch, Akzent (Aussprache), Althochdeutsch, Dativ, Dialekt, Diminutiv, Evangelium, Französische Sprache, Genitiv, Grammatik