Wildes Denken
Der Begriff Wildes Denken wurde von dem Ethnologen Claude Lévi-Strauss geprägt. Er bezeichnete damit eine in "primitiven" Kulturen dominante Denkform, die mit einer archaischen, magischen Weltsicht verbunden ist: Alle Wesen, Dinge und Phänomene sind dabei durch einen allumfassenden Zusammenhang miteinander verbunden, der rational nicht erklärbar oder begreifbar ist. Dieses Denken ist kein eigenständiger Prozess, vielmehr findet es in Form von komplexen Bildern als integraler Bestandteil der sinnlichen Wahrnehmung und der Einbildungskraft statt. Ordnung ist hierbei das Ergebnis immer wieder neuer Kombinatorik und Assoziation, nicht die Folge von Abstraktion und deduzierter rationaler Prinzipien wie etwa der Kausalität.
Der Begriff wird auch in der modernen Kunst verwendet.
siehe auch: Phantastik, Irrationalismus, Akausalität, Synchronizität, Sinn, Archetyp
Beispiele
- Anna Oppermann: sie "arrangiert Additionen von Zeichnungen und Zitaten, Fotografien und Objekten, aufgespießten Zeitungsausrissen und Dokumentationen, die das Wachsen dieser Kombinationen als erneuter Teil des Ensembles zeigen. Es sind wuchernde Sinnschichtungen über private, kunstspezifische oder öffentliche Probleme..." (Quelle: die tageszeitung, 3.5.2004)
Zeitschriften
Bücher
- http://www.perlentaucher.de/buch/9783.html -Beate Kutschke, Wildes Denken in der Neuen Musik
gebührenpflichtiger link *http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,146424,00.html
