Wilhelm Harnisch

Christian Wilhelm Harnisch, (* 28. August 1787 in Wilsnack bei Wittenberge; † 15. August 1864 in Berlin war ein deutscher Theologe und Pädagoge.

Harnisch wurde am 28. August 1787 in Wilsnack bei Wittenberge als Sohn eines Schneidermeisters geboren. Er begann 1806 mit dem Theologiestudium in Halle, musste es aber wegen des Napoleonischen Feldzuges wieder abbrechen. Nachdem er sein Studium in Frankfurt/Oder fortsetzen konnte, legte er 1809 in Berlin das theologische Examen ab. Dort begegnete er an der Plamannschen Anstalt den revolutionären pädagogischen Gedanken Johann Heinrich Pestalozzis.

Seine Erkenntnisse veröffentlichte er 1812 in seiner Schrift “Deutsche Volksschulen, mit besonderer Rücksicht auf die Pestalozzi’schen Grundsätze”. Mit Ernst Moritz Arndt, Friedrich Friesen und Friedrich Ludwig Jahn schloss er Freundschaft. Die Freundschaft zu Jahn, dem Begründer der Turnerbewegung, sollte auch in seiner Weißenfelser Zeit trotz einiger Meinungsverschiedenheiten weiter bestehen.

Nach einer Tätigkeit als Seminarlehrer in Breslau wurde er 1822 zum Direktor des Weißenfelser Lehrerseminars berufen. Verbunden mit der Berufung war die Anweisung, das Seminar zu reorganisieren. In den nächsten zwanzig Jahren sollte er das Lehrerseminar, das zum Zeitpunkt seiner Amtsübernahme nicht in dem besten Ruf stand, in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannt machen. Er verfasste eine Vielzahl didaktischer Schriften und führte neue Fächer, wie die Weltkunde in die Stundentafel der Volksschule ein. Als Geographie ist diese auch heute noch ein integraler Bestandteil der schulischen Allgemeinbildung.

Auf seine Initiative und durch sein organisatorisches Talent erweiterte sich das Seminar beständig. Weitere Institutionen, wie die Taubstummenanstalt, die Präparande zur Vorbereitung künftiger Seminaristen oder die Seminar- und Freischule wurden angegliedert. Seine Schüler lobten den Unterricht als anregend, begeisternd und erhebend. Von Weißenfels aus, unternahm er zahlreiche Reisen durch die Provinz Sachsen, machte sich dadurch mit dem Volksschulwesen vertraut und gab vielfältige Impulse zu dessen Entwicklung.

Zeit seines Lebens war er schriftstellerisch tätig, für die Lokalgeschichte ist dabei besonders die Schrift „Das Weißenfelser Schullehrerseminar und seine Hülfsanstalten“ bedeutsam.

1837 wurde sein fünfundzwanzigjähriges Dienstjubiläum großartig gefeiert. Fünf Jahre später nahm er seinen Abschied und trat in Elbeu (heute ein Ortsteil von Wolmirstedt) eine Pfarrstelle an.

Als er im Jahre 1864 verstarb, hatte er von seiner Autobiographie nur den ersten Teil “Mein Lebensmorgen” vollenden können.

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Personendaten
Harnisch, Christian Wilhelm
deutscher Theologe und Pädagoge
28. August 1787
Wilsnack bei Wittenberge
15. August 1864
Berlin

See also: Wilhelm Harnisch, 15. August, 1787, 1822, 1837, 1864, 28. August, Berlin, Deutscher Theologe