Willard Van Orman Quine
Willard Van Orman Quine (* 25. Juni 1908 in Akron, Ohio; † 25. Dezember 2000 in Boston, Massachusetts) war ein US-amerikanischer Philosoph. Er war ein bedeutender Vertreter der Analytischen Philosophie und des Naturalismus.
| Inhaltsverzeichnis |
Werdegang
- 1926-30 Studium am Oberlin College (Ohio). Schwerpunkte: Mathematik, Philosophie und Philologie.
- 1930-32 Studium in Harvard. Abschluss: Ph.D. in Philosophie; Mentor: Alfred North Whitehead; Titel der Dissertation: "The Logic of Sequences: A Generalization of Principia Mathematica."
- 1932-33 Als Sheldon Traveling Fellow Reise nach Wien, Prag und Warschau.
- 1933-36 Junior Fellow in Harvard.
- Ab 1936 Fellow in Harvard.
- 1942-45 Kriegsdienst bei der U.S. Marine.
- Ab 1948 Professor in Harvard.
- Ab 1956 Edgar Pierce Lehrstuhl für Philosophie in Harvard University.
- 1978 Emeritierung.
Positionen
Als junger Wissenschaftler beschäftigte sich Quine hauptsächlich mit mathematischer Logik, wandte sich aber in den späten 1940er Jahren immer mehr Themen der Erkenntnistheorie zu.
1951 griff er in einem Aufsatz mit dem Titel Two Dogmas of Empiricism zwei Überzeugungen an, die innerhalb der damaligen Analytischen Philosophie breite Anerkennung fanden, nämlich den erkenntnistheoretischen Reduktionismus und die Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Sätzen. Der erkenntnistheoretische Reduktionismus besagt, dass eine Theorie in Einzelaussagen zerlegt werden könne, die je für sich empirisch überprüft werden könnten. Die Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Sätzen besagt, dass die Wahrheit mancher Sätze (der analytischen) auf der Synonymie der Ausdrücke beruht, die sie verwenden, wohingegen die Wahrheit der anderen Sätze (der synthetischen) von deren Übereinstimmung mit der Wirklichkeit herrührt.
Quine hält diesen beiden Dogmen entgegen, dass niemals einzelne Sätze, sondern immer nur Theorien als ganze empirisch gerechtfertigt werden können (Duhem-Quine-These, Holismus) und dass zur Identifizierung von Synonymie innerhalb von Sätzen immer auch die empirischen Umstände maßgeblich sind, die die Äußerung solcher Sätze begleiten. Mit seinem Argumentationsgang trug Quine maßgeblich zur so genannten "pragmatischen Wende" in der Analytischen Philosophie bei.
Gleichwohl zeigte Quine aber auch die Grenzen eines empirischen Verifikationismus auf: demnach können Aussagen niemals restlos veri- oder falsifiziert werden, selbst jene nicht, die nahe an der empirischen Peripherie einer wissenschaftlichen Theorie liegen: "Jede Aussage kann als wahr gelten, wenn nur im System genügend drastische Anpassungen vorgenommen werden." - Quine
To-Do: Unterbestimmtheit empirischer Theorien (siehe Unterdeterminierung), Unbestimmtheit der Übersetzung, Unerforschlichkeit der Bezugnahme
Hauptwerke
- Mathematical Logic (1940)
- Word and Object (1960)
- From a Logical Point of View (1961)
- Ontological Relativity and Other Essays (1969)
- The Roots of Reference (1974)
- Theories and Things (1981)
- Pursuit of Truth (1990)
- From Stimulus to Science (1995)
Sekundärliteratur
Monographien
- Dieter Köhler: Sinnesreize, Sprache und Erfahrung: eine Studie zur Quineschen Erkenntnistheorie, Diss., Heidelberg 1999/2003, http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/3548.
- E. Runggaldier und C. Kanzian: Grundprobleme der analytischen Ontologie
Einführungen
- Geert Keil: Quine zur Einführung, Hamburg: Junius, 2002, ISBN 3885063581
Weblinks
- http://www.wvquine.org/ - Douglas Boynton Quine: Willard Van Orman Quine 1908 - 2000
- http://www.kolumbus.fi/heikki.j.koskinen/ - Heikki J. Koskinen: Quinology Site
Siehe auch
Quine, Willard Van Orman Quine, Willard Van Orman Quine, Willard Van Orman Kategorie:Erkenntnistheorie
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Quine, Willard Van Orman |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Philosoph |
| GEBURTSDATUM | 25. Juni 1908 |
| GEBURTSORT | Akron, Ohio |
| STERBEDATUM | 25. Dezember 2000 |
| STERBEORT | Boston, Massachusetts |
