William Gilbert
thumb|William Gilbert William Gilbert (oder William Gylberde) (* 24. Mai 1544 in Colchester, Essex, England; † 10. Dezember 1603 in London oder Colchester) war Arzt und als Physiker einer der Pioniere der modernen naturwissenschaftlichen Forschung.
Nach Abschluss seines Medizinstudiums in Cambridge ließ William Gilbert sich etwa 1573 als Arzt in London nieder. Er wurde Mitglied im Royal College of Physicians (eine Selbstverwaltungskörperschaft der Mediziner in London), dessen Präsident er im Jahr 1600 wurde. Ein Jahr später wurde er Arzt am Hof von Königin Elisabeth I., nach deren Tod am Hof von König James I. Er war nie verheiratet.
Gilbert war er erste Forscher, der mit sorgfältig geplanten Experimenten und systematisch die Eigenschaften magnetischer Erze erforschte. Dabei widerlegte er auch manche Legenden, die sich rund um magnetische Erscheinungen gebildet hatten - so etwa, dass Knoblauch einen Magneten entmagnetisieren könne.
Mit seinen Untersuchungen zur vis electrica (von ihm stammt auch der Gebrauch dieses Wortes) leitete er die moderne Lehre der Elektrizität ein. Er unterschied als Erster eindeutig zwischen Magnetismus und der statischen Elektrizität, untersuchte die elektrische Aufladung an vielen Substanzen (nicht nur an dem namengebenden Bernstein).
Während manche seiner Zeitgenossen meinten, die Spitze der Kompassnadel werde vom Polarstern angezogen, zeigte er überzeugend, dass die Erde insgesamt als ein einziger Magnet mit zwei Polen angesehen werden muss. Dies folgerte er auch aus der von Robert Norman entdeckten Inklination der Magnetnadeln. Entscheidend jedoch waren seine eigenen Experimente mit einem kugelförmigen Magneten, den er "terrella" nannte.
Sein Hauptwerk De Magnete, Magnetisque Corporibus, et de Magno Magnete Tellure (Über den Magneten, Magnetische Körper und den großen Magneten Erde) erschien 1600 und gibt einen weiten Überblick über seine Forschungen zum Magnetismus und zu Phänomenen der Elektrizität.
Dazu gehört auch seine Überzeugung, dass der Erdmagnetismus direkt mit der Drehbewegung (er war Anhänger der kopernikanischen Lehre) der Erde zusammenhänge. Nach seiner Vorstellung war der Magnetismus die "Seele" der Erde - woraus er eine ganze „magnetische Philosophie“ entwickelte. Zeitgenossen Gilberts schätzten seine Leistung als Physiker hoch ein; Johannes Kepler und Galileo Galilei etwa waren an seinen Ausführungen zur Drehbewegung der Erde sehr interessiert. Er vertrat sogar die Ansicht, die Planeten würden von einer Art magnetischer Kraft auf ihren Bahnen gehalten.
Eine Sammlung von unvollendeten Schriften Gilberts wurde im Jahr 1651 von seinem Halbbruder unter dem Titel De Mundo Nostro Sublunari Philosophia Nova (Neue Philosophie über unsere sublunare Welt) veröffentlicht. Sie hinterließ bei weitem nicht den Eindruck wie sein Hauptwerk, die sich als wegweisend für die naturwissenschaftliche Forschung der nachfolgenden Generationen erwiesen hat.
Nach ihm wurde die cgs-Einheit Gilbert benannt, die allerdings veraltet ist.
Zu dem Librettisten von Arthur Sullivan siehe William Schwenck Gilbert.
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gilbert, William |
| ALTERNATIVNAMEN | William Gylberde |
| KURZBESCHREIBUNG | englischer Arzt und Naturforscher |
| GEBURTSDATUM | 24. Mai 1544 |
| GEBURTSORT | Colchester, Essex, England |
| STERBEDATUM | 10. Dezember 1603 |
| STERBEORT | London oder Colchester |
