Willy-Brandt-Platz (Frankfurt)

[[Bild:Gallustor, Frankfurt (Merian).png|thumb|Das Gallustor im 17. Jh. (Merian)]]Der Willy-Brandt-Platz ist ein bekannter Platz in der westlichen Innenstadt von Frankfurt am Main. Er liegt innerhalb des so genannten Bankenviertels an den Wallanlagen.

An der Stelle des heutigen Platzes befand sich vor dem Abriss der Frankfurter Stadtbefestigung das Galgentor. Von dort aus gelangte man auf das städtische Galgenfeld, auf dem Hinrichtungen stattfanden und heute die Stadtteile Bahnhofs- und Gallusviertel liegen. Davon abgesehen galt das im 14. Jahrhundert errichtete Galgentor als das schönste der fünf großen Stadttore. Zudem war es das Eingangstor für die Mächtigen des Heiligen Römischen Reichs, weshalb es später den weniger archaischen Namen Gallustor bekam. Als das Tor 1809 abgerissen wurde, blieb zunächst der Name Gallustor für den entstandenen Platz, der nun ohne Hindernis Stadt und Germarkung miteinander verbandt. Nach dem Bau des neuen Schauspielhauses wurde der Platz dann 1902 in Theaterplatz umbenannt. 1992 folgte die Umbenennung in den heute gültigen Namen Willy-Brandt-Platz.

Inhaltsverzeichnis

Gestaltung

thumb|Hochhaus der Europäischen Zentralbank mit Euro-Symbol.Der Willy-Brandt-Platz ist ein kombinierter Platz für Fußgänger, Straßenindividualverkehr, Straßenbahn und seit neuerem auch U-Bahn. Die Gestaltung richtete sich lange Zeit nach den Bedürfnissen des Autoverkehrs, was zu Problemen für die anderen Verkehrsteilnehmer führte. Nach dem Bau des Theatertunnels konnte dieser Verkehr größtenteils in den Untergrund verlegt werden.

Zur Zeit wird der Platz behindertengerecht umgebaut, sodass mobilitätsbehinderte Besucher der Oper stufenlos über den Platz und in die Straßenbahn gelangen können. Ein neues Ausleuchtungskonzept soll erarbeitet werden und Atmosphäre schaffen. Das berühmte Euro-Symbol soll deswegen entfernt werden.

Einmündende Straßen

Insgesamt sieben Straßen münden heute am Willy-Brandt-Platz ein:

Gebäude

thumb|Das 1959 abgerissene Alte Schauspielhaus.

Europäische Zentralbank

Das bekannteste Gebäude ist der Hauptsitz der Europäischen Zentralbank. Mit seiner Höhe von fast 150 Metern überragt der Eurotower den Platz.

Schauspielhaus

Das Gebäude ist ein Doppelbau. Es beinhaltet ein Theater und ein Opernhaus und ist das Haupthaus der Städtischen Bühnen Frankfurt. Das Opern- und Schauspielhaus Frankfurt, so der offizielle Name, wurde 1902 im Jugendstil erbaut und wurde nach dem Krieg mit einer komplett neuen modernen Fassade versehen. Es zählt zu den angesehensten Opernhäusern der Welt.

U-Bahnhof

thumb|Die große Rolltreppenanlage im U-Bahnhof. Der U-Bahnhof Willy-Brandt-Platz wurde 1974 als Umsteigebahnhof der U-Bahn Frankfurt gebaut. Von hier aus gelangt man zu den Linien U1, U2, U3 (A-Strecke) und U4, U5 (B-Strecke). Er ist in drei Ebenen aufgeteilt. Die B-Ebene liegt direkt unter dem Platz und hat hauptsächlich Verteilerfunktion. Früher konnte man von hier direkt in eine Einkaufspassage des damaligen BfG-Hochhauses gehen. Es war die erste und bisher einzige direkte Verknüpfung zwischen einem Hochhaus und einem U-Bahnhof in der Frankfurter Baugeschichte. Aufgrund schlechter Umsätze wurden die Flächen der Passage nach dem Umbau vor dem Einzug der EZB anderweitig genutzt. Eingänge befinden sich direkt am Willy-Brandt-Platz, aber auch am 200 Meter entfernten Kaiserplatz. Darunter befindet sich die C-Ebene mit den zwei Bahnsteigen der A-Linien Richtung Südbhanhof und Heddernheim. Dieser Teil des Bahnhofs befindet sich unterhalb der Friedensstraße, also in einer Seitenstraße des Platzes. Noch eine Ebene tiefer liegen dann die Gleise der B-Linien Richtung Bornheim und Bockenheim. Die Ebenen unterscheiden sich in ihrer Gestaltung voneinander. Während die C-Ebene blaue Blechverkleidungen trägt, zeigt sich die D-Ebene mit Waschbetonwänden.

Die Station soll in den kommenden Jahren umfassend erneuert werden. Dabei soll der Bahnhof die Elemente der benachbarten Gebäude aufgreifen. Stilisierte ionische Säulen sollen zum Beispiel in der C-Ebene die Nähe zum Hotel Frankfurter Hof am Kaiserplatz zeigen. Zudem soll ein speziell entwickeltes Lichtkonzept eingesetzt werden.

Kurioses

Nachdem der ehemalige Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt 1992 gestorben war, initierte SPD-Oberbürgermeister Andreas von Schoeler die Umbenennung des Platzes. Die Schilder mussten jedoch schnell wieder ausgetauscht werden, als man bemerkte, dass die Schreibweise fälschlicherweise "Willi-Brandt-Platz" lautete.

See also: Willy-Brandt-Platz (Frankfurt), 14. Jahrhundert, 1809, 1902, 1974, 1992, Andreas von Schoeler, Bankenviertel, Bundesautobahn 5, Europäische Zentralbank