Wilnsdorf

Koordinate: 50° 49' 0" N 8° 5' 60" O

Wappen Karte
140px|Wappen fehlt
Wappenabbildung auf wilnsdorf.de
140px|Deutschlandkarte, Position von Wilnsdorf hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Siegen-Wittgenstein
Fläche: 72,00 km²
Einwohner: 22.257 (31.12.2003)
Bevölkerungsdichte: 300 Einwohner/km²
Höhe: 350 m ü. NN
Postleitzahl: 57234
Vorwahlen: 02739, 02737
Geografische Lage: 50° 49' n. Br.
8° 5' ö. L.
Kfz-Kennzeichen: SI
Amtliche Gemeindekennzahl: 05 9 70 044
Stadtgliederung: 11 Ortsteile bzw.
Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1 XX
57234 Wilnsdorf
Website: www.wilnsdorf.de
E-Mail-Adresse: rathaus@wilnsdorf.de
Politik
Bürgermeister: Werner Büdenbender (CDU)

Wilnsdorf ist eine Gemeinde mit 22 257 Einwohnern (Stand: 31.12.2003) in Nordrhein-Westfalen im Kreis Siegen-Wittgenstein.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

100px|Wilnsdorf im Kreis Siegen-WittgensteinDie südliche Gemeindegrenze bildet mit der Kalteiche (Erhebung im Rothaargebirge) nicht nur den höchsten Punkt des Gemeindegebietes (579m über NN), sondern auch die Landesgrenze zwischen Hessen (Lahn-Dill-Kreis) und Nordrhein-Westfalen.

Ortsteile

Geschichte

Der Ort ’’Wilnsdorf’’ wird im Jahre 1185 unter dem Namen ’’Willelmesdorf’’ erstmals urkundlich erwähnt. Neben dieser Bezeichnung ist allerdings auch noch die Bezeichnung ’’Wielandisdorf’’ überliefert. Dieser Name basiert auf der Legende, dass in der Nähe des Ortes der sagenumwobene Schmied ’’Wieland’’ (Wieland der Schmied) gelebt haben soll. Die Rolle des Bergbaues und der Eisenverhüttung reicht wie im restlichen Siegerland auch, hier weit zurück. Die erste Grube auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde wurde 1298 erstmals erwähnt.

Zwischen dem Ende des 12. und der Mitte des 17. Jahrhunderts befand sich die Burg und das Schloss der Ritter von Kolbe in Wilnsdorf. Sie waren in dieser Zeit die Vögte der Fürsten von Nassau-Siegen in weiten Teilen des Siegerlandes. In der Zeit Napoleons gelangte Wilnsdorf, wie das restliche Siegerland, unter die Herrschaft des Großherzogtums Berg.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die nunmehr in Preußen gelegenen Gemeinden Eisern, Obersdorf-Rödgen, Rinsdorf, Wilgersdorf, Wilnsdorf, Nieder- und Oberdielfen zum Amt Wilnsdorf zusammengefasst. Später kam aus dem Amt Burbach noch die Gemeinde Wilden hinzu.

Im Jahre 1957 war es mit dem Bergbau in Wilnsdorf zu Ende, und die letzte Eisengrube wurde geschlossen. Am 1. Januar 1969 wurden die bisher eigenständigen Gemeinden zur Großgemeinde Wilsdorf zusammengeschlossen. Eine Ausnahme bildete die Gemeinde Eisern, die zur Stadt Siegen kam. Rathauschef als Gemeindedirektor und später Bürgermeister war von 1969 bis 2004 Karl Schmidt, der nach seiner Pensionierung zum ersten Ehrenbürger der Gemeinde Wilnsdorf ernannt wurde.

Politik

Gemeinderat

Die 36 Sitze des Gemeinderates verteilen sich wie folgt:

(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004)

Wappen

Im oberen Teil des Gemeindewappens befindet sich in Gold der naussauische Löwe, umgeben von sieben goldenen Schindeln auf blauen Grund. Blau und Gold sind hierbei die Farben des Hauses Nassau. Im unteren Bereich findet man das viermal gespaltene Schild des Rittergeschlechts von Kolbe in den Farben Schwarz und Silber.

Städtepartnerschaften

Seit dem 2. Oktober 1992 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Wilnsdorf und Steinbach-Hallenberg (Thüringen).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Eisenzeitlicher Schmelzofen Obersdorf

Durch die oberflächennah vorkommenden Eisenerze, welche ohne komplizierte bergbauliche Verfahren gewonnen werden konnten, reicht die Periode der Eisenverhüttung im Siegerland schon bis in die La-Tène-Zeit 500 v. Chr. zurück. Davon zeugt der auf dem Homberg gelegen eisenzeitliche Windofen Silberquelle in Wilnsdorf-Obersdorf.

Förderturm Niederdielfen

Auf dem Gebiet der Gemeinde Wilnsdorf waren bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts insgesamt 8 Gruben in Betrieb. Der ursprüngliche Förderturm der Grube Grimerg in Niederdielfen wurde im Jahre 1911, als der Betrieb eingestellt wurde, abgerissen. 1995 wurde auf dem Grubengelände der Förderturm des Julianschachtes aus Bensberg wiederaufgebaut und erinnert somit an die fast 2500 jährige Geschichte des Bergbaus und der Eisenverhüttung in der Region. Der 16m hohe Turm mit seinem Schachtgebäude ist dabei, obwohl er nicht aus der Region kommt, als typisch für die Förderanlagen im Siegerland anzusehen.

Wassermühle Niederdielfen

Die am Filsbachtälchen gelegene Mühle aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde in den Jahren 1992/93 funktionstüchtig restauriert und kann bei Gelegenheit mehrere Male im Jahr in Betrieb besichtigt werden. Das Mahlwerk der Mühle einschließlich der zum Teil geschmiedeten, zum Teil aus Gusseisen hergestellten Mechanik, ist vollständig erhalten. Das Baudatum läßt sich allerdings nicht genau bestimmen. Urkundlich belegt ist die Mühle aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, mündliche Überlieferungen gehen auf das Jahr 1729 zurück.

Heimatstube Rinsdorf

In der im Jahre 1791 erbauten, ehemaligen Kapellschule werden Zeugnisse und Werkzeuge aus der Bergbaugeschichte und der siegerländer Handwerkskunst ausgestellt. Zudem gibt es ein originalgetreu eingerichtetes Schulzimmer aus dem 19. Jahrhundert. Vor dem Gebäude befindet sich eine Bergmannsstatue und Grubenwagen. Im Anbau sind zahlreiche landwirtschaftliche Geräte zu sehen.

Dorfschmiede Wilden

Die aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammende Schmiede ist dank des Einsatzes des Wildener Heimatvereins fast vollständig erhalten und kann bei besonderen Anlässen auch in Betrieb besichtigt werden. Die Schmiede stand ursprünglich im Köhlerweg und wurde 1984 in der Ortsmitte von Wilden wiederaufgebaut.

Arrestgebäude Wilnsdorf

Das Arrestgebäude ist eine der wenigen vollständig erhaltenen Gebäude dieser Art überhaupt und ist ein gutes Beispiel für die polizeiliche Arbeit des 19. Jahrhunderts. Zwischen 1839 und 1959 wurde das Gebäude als Arrestgebäude genutzt und bietet einen Einblick in den Strafvollzug der damaligen Zeit.

Pfarrkirche Rödgen

Die Pfarrkirche in Wilnsdorf-Rödgen wurde am 4. März 1328 das erste Mal urkundlich erwähnt. Die alte Kirche wurde 1778 wegen Baufälligkeit abgerissen und zwischen 1779 und 1782 in der heutigen Form wiederaufgebaut. Aufgrund von Streitigkeiten zwischen Katholiken und Protestanten wurde in den Jahren 1787/88 westlich des Turm eine neue Kirche gebaut, so das sich der Kirchturm in der Mitte des Gebäude befindet und von beiden Konfessionen benutzt werden konnte. Somit stellt sie auch ein Zeichen der Kompromissbereitschaft zwischen den beiden Konfessionen dar.

Eremitage

Die Wallfahrtstätte Eremitage stammt aus dem Jahre 1684. Zu dieser Wallfahrtstätte gehören eine Kapelle, ein Heiligenhäuschen mit Eremitengrab, ein Kreuzweg, ein Waldaltar und eine Eremitenklause. In der Kapelle befindet sich ein Altar aus dem Jahre 1736. Die Klause gehört zu den ältesten Fachwerkhäusern im Siegerland.

Rieselwiese

In Rinsdorf befindet sich an der Landesstraße L 907 die aus dem Jahr 1996 stammende Rieselwiese. Da für die Herstellung der für die Eisenverhüttung wichtigen Holzkohle im Siegerland keine Wälder gerodet werden durften, waren Heuwiesen für die Futtergewinnung für das Vieh Mangelware. Aus diesem Grund wurden die wenigen Wiesen in den Talgründen von den Siegerländer Bauern seit 1534 mittels eines komplexen Systems bewässert, um sie durch die im Wasser enthaltenen Schwebstoffe und Mineralien ertragreicher zu machen. Somit konnten die Erträge für das Winterfutter um ein Drittel gesteigert werden. Durch die 1853 in Siegen gegründete Wiesenbauschule wurde der Siegerländer Wiesenbau weltweit bekannt. Erst durch die Entwicklung des Kunstdüngers und der Drainagetechnik verlor der Wiesenbau und somit auch die Rieselwiesen seine Bedeutung.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Wilnsdorf verfügt über eine eigene Autobahnauffahrt an der Autobahn A45 (Sauerlandlinie), in deren Nähe im Jahr 2004 ein Autohof mit einer Tankstelle, einem Hotel und mehreren Restaurants errichtet werden soll.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

See also: Wilnsdorf, 1. Januar, 1185, 12. Jahrhundert, 1298, 1328, 1515