Winterthur (Stadt)

Wappen
98px|Wappen von Winterthur
Basisdaten
Kanton: Zürich
Bezirk: Winterthur
BFS-Nr.: 0230
PLZ: 8400
Koordinaten: 47° 30' n. Br.
8° 45' ö. L.
Höhe: 439 m ü. M.
Fläche: 67.93 km²
Einwohner: 95'482 (31. Dezember 2004)
Website: www.stadt-winterthur.ch
Karte
299px|Karte von Winterthur

Winterthur (frz. Winterthour, lat. Vitodurum) ist die sechstgrösste Stadt der Schweiz und Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Kanton Zürich.

Inhaltsverzeichnis

Wappen

Das Winterthurer Stadtwappen besteht aus einem roten Schrägbalken auf Silber, begleitet von zwei schreitenden roten Löwen. Es ist vom Wappen der Grafen von Kyburg abgeleitet.

Geographie

left|thumb|Stadtkirche Winterthur liegt in der Nordostschweiz zwischen Zürich und St. Gallen. Winterthur ist die zweitgrösste Stadt im Kanton Zürich. Winterthur hat einen sehr grossen Grünflächen-Anteil (z.B. das grösste zusammenhängende Waldgebiet im Kanton Zürich) und gilt deshalb als eine «grüne Stadt». Die lockere Bebauung in den Aussenquartieren, Resultat einer weitsichtigen Stadtplanung seit den 1920-er Jahren, hat Winterthur auch den Ruf als «Gartenstadt» eingetragen, obschon sie bis in die 1980-er Jahre sehr stark von der Maschinenindustrie geprägt war. Für diese Bemühungen erhielt 1989 die Stadt Winterthur den Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes.

Das Stadtgebiet wird von den Flüssen Eulach und Töss und dem Mattenbach durchflossen; Eulach und Mattenbach sind allerdings über weite Strecken kanalisiert und eingedolt. Die grosse Eulachschotterebene, in der die Stadt liegt, ist von mehreren sanften Hügeln umgeben, die die Kernstadt von fast allen Seiten einrahmen (Eschenberg, Brüelberg, Wolfensberg, Lindberg). Am südlichen Rand des Lindbergwaldes liegt der Goldenberg, ein guter Aussichtspunkt über die Stadt, an dessen Hang Weinreben angepflanzt werden.

Die Stadt ist ein natürlicher Verkehrsknotenpunkt am Ausgang des Tösstals und des Kemptals und verbindet das Weinland im nördlichen Kanton Zürich. Heute ist Winterthur ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt mit Linien nach Zürich, Schaffhausen, Bauma, Frauenfeld und Wil-St. Gallen. Der Winterthurer Bahnhof hat eine der höchsten Zugsfrequenzen der Schweiz.

Stadtkreise

Die Stadt Winterthur besteht aus den sieben Stadtkreisen Stadt, Mattenbach, Oberwinterthur (*), Seen (*), Töss (*), Veltheim (*) und Wülflingen (*).
Bei den mit (*) bezeichnten Stadtkreisen handelt es sich um ehemalige Dörfer, die 1922 eingemeindet wurden. Diese Ortsteile haben bis heute ein ausgeprägtes Eigenleben.
siehe Stadtteile der Stadt Winterthur

Partnerstädte

Die Stadt Winterthur hat mehrere Partnerstädte. Die Verbindungen zu diesen Orten konzentrieren sich vor allem auf kulturellen Austausch und behördliche Verbindungen. Teilweise werden aber auch Verbindungen im wirtschaftlichen und sportlichen Bereich gepflegt.

Politik

thumb|Stadthaus

Exekutive

Die Exekutive in der Stadt Winterthur ist der Stadtrat. Er besteht aus sieben Mitgliedern und wird alle vier Jahre durch das Volk neu gewählt. Sitz des Stadtrates ist das nach den Plänen von Gottfried Semper zwischen 1865 - 1869 erbaute Stadthaus.

Stadträtinnen und Stadträte 2002 - 2006

Legislative

Die Legislative in der Stadt Winterthur ist der Grosse Gemeinderat. Er besteht aus 60 Mitgliedern aus 9 Parteien (Stand 2003) und wird, wie der Stadtrat, alle vier Jahre durch das Volk neu gewählt (Sitzverteilung 2002: SP 21, SVP 14, FDP 10, EVP 4, CVP 4, Grüne 4, EDU 1, SD 1, AL 1).

Judikative

Folgende Gerichte haben ihren Sitz in Winterthur:

Wirtschaft

Neben der Winterthur Versicherungen erlangte die Stadt an der Eulach vor allem durch ihre einst blühende Maschinenindustrie internationale Berühmtheit (Gebrüder Sulzer, Maschinenfabrik Rieter). Über die Grenzen der Stadt bekannt war auch das Handelshaus Volkart (dessen Handelsfirmen heute nicht mehr in Winterthur tätig sind), sowie, bis zum Zusammenbruch 2003, der Mischkonzern der Familie Erb.

Seit den 1980-er Jahren hat die Winterthurer Wirtschaft einen grossen Umbruch erlebt, zuerst den Wandel von der Maschinen- zur Dienstleistungsindustrie (Versicherungen und Banken), in den 1990-er Jahren schliesslich mit den Verkauf der Winterthur-Versicherungen an die CS-Gruppe und daran anschliessenden ständigen Restrukturierungen auch einen Niedergang dieses Wirtschaftszweiges.

Mit einem professionellen Stadtmarketing, dem ersten einer Schweizer Stadt, wurde ab 1992 versucht, diesen Wandel in eine Entwicklungs-, Ansiedlungspolitik für neue Industriezweige sowie innovative kleinere und mittlere Betriebe (KMU) umzusetzen. Erste Erfolge zeigen sich im Bereich der Medizinaltechnik (Europasitz der amerikanischen Firma Zimmer) und von kleineren Firmen im Hightech-Bereich.

Geschichte

Die archäologisch nachweisbare Geschichte Winterthurs geht bis in die Bronzezeit zurück, von der allerdings nur spärliche Funde zeugen. In römischer Zeit bestand im heutigen Oberwinterthur eine Siedlung (Vicus), dessen Name (Vitudurum) keltischen Ursprungs ist; eindeutige keltische Siedlungsspuren sind aber bis heute auf dem Stadtgebiet nicht überliefert. Die römische Siedlung Vitudurum hat aber reiche archäologische Aufschlüsse und zahlreiche Funde geliefert und ist heute ein Schwerpunkt der archäologischen Forschung im Kanton Zürich.

Um 1180 ist auch in der heutigen Kernstadt eine städtische Siedlung urkundlich belegt. Sie geht zurück auf einen frühmittelalterliche Siedlungsbeginn wohl im 7. Jahrhundert; der älteste Vorgängerbau der heutigen Stadtkirche St. Laurentius geht auf einen einfachen Saalbau des 7./8. Jahrhunderts zurück.

Seit dem frühen 13. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt unter kyburgischer und ab 1264 unter habsburgischer Herrschaft stark, konnte aber nie eine eigenständige Rolle innerhalb der grösseren habsburgischen Landstädte spielen. Lediglich im 15. Jahrhundert war Winterthur für wenige Jahre reichsfrei, bevor es 1467 an Zürich verpfändet wurde und bis 1798 Zürcher Herrschaft blieb.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Stadt im Zuge einer forcierten Industrialisierung sehr stark. Die bauliche Gestalt vor allem der Quartiere unmittelbar ausserhalb der Altstadt ist bis heute in hohem Masse durch die öffentlichen und privaten Repäsentationsbauten der Jahre zwischen etwa 1860 und 1880 geprägt. Winterthur spielte ab 1869 eine massgebliche Rolle in der kantonalen Politik und führte namentlich die Opposition gegen den Wirtschaftsliberalismus Zürichs an. Dieser politische und wirtschaftliche Höhenflug fand mit der grossen Krise der privaten Eisenbahnen in der Schweiz 1882 ein jähes Ende; die Schulden, die die Stadt mit diesem Abenteuer angehäuft hatte, waren erst um 1950 voll abbezahlt!

Die Wirtschaftskrise der 1930-er Jahre traf die Stadt hart, aber dank eines aufgeschlossenen politischen Klimas fanden die politischen Lager ohne grosse Kämpfe zueinander. Das lag auch daran, dass massgebliche bürgerliche Partei Winterthurs, die sog. Demokraten, eher eine sozialliberale und nicht, wie die Freisinnigen sonst im Kanton Zürich, einen streng wirtschaftlichsliberale Haltung vertraten. Stärkste Partei war (und ist) aber traditionell die Sozialdemokratische Partei (SP).

Winterthur trug lange das Etikett einer arbeitsamen Arbeiter- und Industriestadt. Heute hat sich das grundlegend verändert. Grosse Industriebrachen werden heute mit neuen Nutzungen Zug um Zug belebt, unter anderem mit einer sehr lebendigen Party- und Musiktheaterszene.

Kunst, Kultur

Schulen, Hochschulen

Bibliotheken

Museen

Winterthur gilt geradezu als «Stadt der Museen» mit insgesamt 17, teils weltberühmten Museen.

Orchester

Theater

Veranstaltungen

Clubs

Burgen, Schlösser

Zeitungen

Personen

In Winterthur geboren wurden:

Auf andere Weise mit Winterthur verbunden sind:

Sport

In Winterthur sind sehr viele kleinere und grössere Sportvereine beheimatet. Eine umfangreiche Liste dieser Vereine und noch viele weitere Informationen zum Thema Sport in Winterthur findet man unter http://www.sport-winterthur.ch/ (Sportamt Winterthur).

Grössere Vereine

Weblinks


See also: Winterthur (Stadt), 1736, 1751, 1777, 1792, 1805, 1813