Wochenplanunterricht
Der Wochenplanunterricht ist eine Form des Offenen Unterrichts. Historische Wurzeln der Wochenplanidee finden sich z.B. bei den Reformpädagogen Freinet, Montessori und Parkhurst (Dalton-Plan). Für die neuere Diskussion wurde er im Marburger Grundschulprojekt neu wissenschaftlich begleitet und in Publikationen als methodische Form zur Förderung der Selbststeuerung schon in der Grundschule verbreitet.
Das Wochenplan-Konzept stellt für die Lehrerin ein pragmatisch und flexibel variierbares Hilfsmittel dar, um erste Schritte mit den Schülern in Richtung selbsttätiges und selbständiges Lernen zu gehen und das Lernangebot auf die Heterogenität der Lerngruppe abzustimmen (Innere Differenzierung). Es setzt einen Kontrapunkt zum Frontalunterricht (fragend-erarbeitenden Unterricht) und zum rezeptiven Lernen. Es darf nicht als Allheilmittel der Unterrichtsorganisation verstanden werden und sollte durch den Klassenunterricht, die Freie Arbeit und Projektunterricht sinnvoll ergänzt werden.
In Integrationsklassen mit behinderten Kindern hat sich die Wochenplanarbeit besonders bewährt, da sie die Möglichkeit bietet alle Kinder am gleichen Lerninhalten aber mit differenzierten Lernzielen, Methoden, Medien (und Lehrerhilfen) selbstständig arbeiten zu lassen. Dazu bedarf es einer sorgfältigen Vorbereitung der Lernangebote. Im Vergleich zum fragend-erarbeiteten Unterricht hat sich die Rolle der Lehrerin im Wochenplanunterricht verändert. Sie ist eher in der Rolle einer Begleiterin für die selbstständigen Lernprozesse der Schüler. Sie kann sich einzelnen Schülern zuwenden oder Kinder mit Lern- und Verhaltensproblemen spezifisch unterstützen.
Die Arbeit mit dem Wochenplan ist ein Konzept der Unterrichtsorganisation. Die Schüler erhalten zu Beginn eines bestimmten Zeitraumes (z.B. eine Woche) einen schriftlichen Plan, der Aufgaben verschiedenen Typs aus verschiedenen Inhaltsbereichen enthält. In den dafür vorgesehenen Unterrichtsstunden (z.B. eine Stunde täglich) erarbeiten die Schüler diesen Plan selbstständig - alleine oder in Partnerarbeit. Sie nehmen Hilfe in Anspruch, soweit notwendig. Nach der Bearbeitung einzelner Aufgaben sollen diese von den Schülern selbst kontrolliert und auf dem Plan als erledigt eingetragen werden. Die Arbeit mit dem Wochenplan besteht gewissermaßen in einer Zusammenfassung und Ausweitung der sonst über die Woche verstreuten Kurzphasen von Still-, Partner- und Gruppenarbeit. Die Schüler sollen lernen, einen umfangreichen Plan in eigener Regie zu bearbeiten. Dabei werden die Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit der Schüler unterstützt und ihre methodischen und sozialen Kompetenzen heraus gefordert und gefördert.
Es ist umstritten, ob der Wochenplan sich auf Pflicht- und Wahlaufgaben beschränken oder auch Freiarbeitsaufgaben einschließen sollte.
Literatur
- Claussen, Claus: Unterrichten mit Wochenplänen. Weinheim und Basel 1997
- Huschke, Peter: Grundlagen des Wochenplanunterrichts. Von der Entdeckung der Langsamkeit. Weinheim und Basel 1996
- Vaupel, Dieter: Das Wochenplanbuch für die Sekundarstufe. Weinheim und Basel 1995
