Wolfgang Kapp
Wolfgang Kapp (* 24. Juli 1858 in New York; † 12. Juni 1922 in Leipzig) war ein Generallandschaftsdirektor in Königsberg, der am 13. März 1920 zusammen mit General Walther von Lüttwitz unter Einsatz der Marinebrigade Hermann Ehrhardt einen erfolglosen rechtsradikalen Militärputsch gegen die demokratisch gewählte Reichsregierung in Berlin anführte.
Lebenslauf
thumb|200px|Wolfgang Kapp Kapp wird 1858 als Sohn eines in der Folge der Badischen Revolution nach Amerika ausgewanderten Anwalts in New York geboren. Die Familie fühlte sich im amerikanischen Exil jedoch nie wirklich heimisch und kehrte schließlich 1870 nach Deutschland zurück. Nach Besuch des Gymnasiums begann Kapp ein Jurastudium, dass er 1886 mit der Promotion abschloss. Bereits 1884 hatte er Margarete Rosenow geheiratet, mit der er drei Kinder haben wird. Durch die Familie seiner Frau erhält er Kontakt zu konservativen Interessenskreisen.
Die Niederlage des 1. Weltkrieges empfand der national gesinnte Kapp als Schmach. Er wurde in der Folge ein Verfechter der Dolchstoßlegende und scharfer Kritiker des Versailler Vertrages. Bereits 1917 - noch während des Krieges - hatte Kapp als Reaktion auf die Friedensresolution die rechtsradikale Deutsche Vaterlandspartei gegründet.
Kapp erklärte am 13. März 1920 nach der militärischen Besetzung des Berliner Regierungsviertels die sozialdemokratisch-katholisch-liberale Koalitionsregierung unter Reichskanzler Gustav Bauer für abgesetzt, die Nationalversammlung und die preußische Regierung für aufgelöst und proklamierte sich selbst zum Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten. Am 17. März 1920 brach der Putschversuch infolge des Generalstreiks vor allem der Berliner Arbeiter zusammen, und Kapp setzte sich nach Schweden ins Exil ab.
Seine politischen Ziele und seine Geisteshaltung fasste er rückblickend in einem Brief zusammen:
- Das Unternehmen vom 13. März war für mich der letzte Versuch des altpreußischen Beamtenstaates. Er hätte, wenn er geglückt wäre, mit einem Ruck die Herrschaft der Journalisten, Gewerkschaftler und das jüdische Regiment abschütteln können, wie das in Ungarn geschehen ist. Aber die Einigkeit reichte eben nicht aus. (Berliner Tageblatt vom 9.12.1921)
Im Frühjahr 1922 stellte Kapp sich in Erwartung eines Hochverratsprozesses dem Reichsgericht in Leipzig, den er für die Verteidigung seines Putsches nutzen wollte. Nachdem während der ärztlichen Untersuchung eine Krebserkrankung festgestellt wurde, ließ er sich in ein Krankenhaus einliefern. Nach der dort durchgeführten Operation starb er am 12. Juni 1922 im St. Georg Krankenhaus in Leipzig.
Literatur
- James Cavallie: Ludendorff und Kapp in Schweden. Aus dem Leben zweier Verlierer, Lang : Frankfurt/a. M. u. a. 1995, 396 S., ISBN 3-631-47678-7
Weblinks
Kapp, Wolfgang Kapp, Wolfgang Kapp, Wolfgang
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kapp, Wolfgang |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | Generallandschaftsdirektor in Königsberg |
| GEBURTSDATUM | 24. Juli 1858 |
| GEBURTSORT | New York, USA |
| STERBEDATUM | 12. Juni 1922 |
| STERBEORT | Leipzig, Deutschland |
